Wir verabschieden uns in die Winterpause!

22. December 2020 | in Intern

Ihr Lieben, das Jahr ist fast vorbei und wie immer bleiben wir nun zum Ende ein paar Tage offline – dieses Mal bis zum 10. Januar. Keine Sorge, der Adventskalender läuft natürlich noch weiter bis zum 24. und wie immer sind die letzten Türchen der Oberknaller! Wir wünschen euch allen gemütliche Feiertage, wie auch immer sie verbringt.

Viele Menschen, vor allem Frauen, hat dieses Jahr an den Rand der Erschöpfung, des Burn-Outs und der Depression gebracht. Weil eine Pandemie eine Ausnahmesituation ist, weil Familien erst Mal zu wenig gesehen wurden. Aber auch weil 2020 schonungslos sichtbar gemacht hat, was wir eigentlich schon immer wussten: dass die gesellschaftlich wichtigsten Tätigkeiten ungerecht verteilt und entlohnt sind. Es ist in diesem Jahr aber noch so Vieles mehr ans Licht gekommen. Dinge, die einfach nicht fair laufen und viele Schwächen, die unsere reiche, individualistische Gesellschaft, in der das eigene Wohl mehr zählt als das Allgemeinwohl, hat.

Was für ein Jahr!

Dazu gehört auch das Thema Gleichberechtigung, das wir im kommenden Jahr noch mehr besprechen werden, als bisher schon – denn im Februar 2021 erscheint unser Ratgeber für gleichberechtigte Elternschaft!

Und jetzt endet 2020 auch noch mit einem einsamen Weihnachtsfest. Wir haben uns dieses Jahr dazu entschieden, keine Reisen anzutreten – und auch keine Reisenden zu empfangen. Es wird gerade viel darüber gesprochen, dass Jammern erlaubt sein muss und dass man sich auch als privilegierter Mensch über die Situation beschweren darf. Das ist sicher richtig. Weihnachten alleine ist doof (wobei wir ein bisschen davon ausgehen, dass die meisten unserer LeserInnen wohl eher nicht alleine sind, sondern zumindest mit ihrem Kind/ihren Kinder und/oder PartnerIn). “Leid” und “Belastung” haben nichts mit Wohlstand oder Privilegien zu tun, das ist einfach individuell und oft relativ. Psychische Gesundheit ist vielleicht das größte Gut in diesen Tagen und die hat wenig damit zu tun, ob man im Schloss, oder in der kleinen Wohnung sitzt.

Und dennoch können wir an vielen Stellen die Kirche im Dorf lassen, denken wir. Und an die denken, für die es jetzt noch härter ist. JA: Für die meisten von uns gibt es keine Reisen diesen Winter. Keine Verwandtenbesuche mit Anreisen quer durchs Land. Keine Weihnachtsmärkte, keinen Glühwein und keine Tüte mit heißen Esskastanien oder gebrannten Mandeln. Keine Weihnachtskonzerte, keine Krippenspiele, keine Aufführungen, keine Gottesdienste.

Nervt. Es wird ein einfacheres, herunter gebrochenes Weihnachten. Aber was für ein kleiner Preis das doch eigentlich ist, dafür, dass man helfen kann, diese Pandemie wieder in den Griff zu bekommen. Denn es sterben Menschen. Jeden Tag mehr. Wir müssen da jetzt alle durch – und vermutlich sieht es ja wirklich schon nächstes Jahr anders aus!

Durchhalten… und helfen!

Unsere Gedanken sind also in den letzten Tagen des Jahres vor allem bei den Einsamen, den Alleinerziehenden ohne Netzwerk, bei denen ohne Dach über dem Kopf und bei denen, die Angehörige im Pflegeheim, oder gar im Krankenhaus auf der Corona-Station haben. Bei den Kindern, die keine Geschenke bekommen, die in der Schule besser aufgehoben sind, als zu Hause. Deren Eltern den Ausfall des warmen Mittagessens nicht mal kompensieren können, bei den Kindern, die vielleicht sogar Gewalt fürchten müssen.

Welche finanziellen Unterstützungen es Corona-bedingt für Familien gibt, könnt ihr übrigens noch mal hier nachlesen. Hier ist auch noch mal eine Übersicht.

Wenn man daran denkt, wie es Kindern auf Moria geht, dann verändert sich die Perspektive sogar noch einmal. Klar könnte man sagen, “schlimmer geht immer”. Aber das hier passiert mitten in Europa. Wenn ihr euch engagieren wollt oder etwas spenden wollt/könnt, macht doch bei der tollen Aktion losfuerlesbos mit. Dort könnt ihr Lose kaufen für ziemliche coole Gewinne, die u.a. von Persönlichkeiten wie Daniel Brühl, Rufus Wainwright oder Daniel Craig zur Verfügung gestellt wurden. Außerdem findet ihr dort auch die tolle Kurzvideo-Serie “Fakten gegen Vorurteile” in denen deutsche SchauspielerInnen kurz und knapp mit allbekannten Vorurteilen gegenüber Geflüchteten aufräumen. Die Aktion läuft noch bis einschließlich 24.12. und Spenden gehen an die Aktion #LeaveNoOneBehind. Auch bei der Kindernothilfe sind Spenden immer gut aufgehoben. Sie unterstützt Familien auf der ganzen Welt und die Kinder haben die Chance auf eine bessere Zukunft.

Lokal aktiv und ebenfalls sehr unterstützenswert ist die Arche, wo Kinder sich sonst über ein warmes Mittagessen, Hilfe bei Hausaufgaben und Freizeitangebote freuen können. Spenden kann man hier. Hier sind die Standorte, man kann vielleicht auch mal anrufen, und fragen, ob akut Geschenke oder Sachspenden gebraucht werden.

Auch Obdachlosen geht es diesen Winter noch schlechter als sonst schon. In jeder größeren Stadt gibt es eine Stadtmission, die man unterstützen kann. In Berlin gibt es den Kältebus, ein tolles Projekt.

Und dennoch: Macht es euch schön zum Jahresende!

Wir wünschen euch trotz allem eine erholsame Zeit, geht raus an die frische Luft, meditiert, lest – macht das, was euch gut tut zu Hause. Telefoniert mit Freunden und Freundinnen und Verwandten. Gönnt euch viel gutes Essen, zählt bloß keine Kalorien. Seid milde und nachsichtig mit euch – und auch mit anderen. Nicht zuletzt finden wir ja auch, dass die Kinder einen gesund halten. Sie halten auf Trab (manchmal zu sehr), lenken ab und setzen alles in Perspektive. Da können wir uns doch eigentlich sehr glücklich schätzen.

Damit ihr in den Ferien keine Langeweile aufkommt, haben wir hier noch einige Artikel und Porträts gesammelt, die ihr im letzten Jahr besonders gerne gelesen habt und die wir auch besonders lesenswert finden!

“Wie ist es mit Mitte 40 noch mal Mutter zu werden?” Linas Geschichte haben so viele gerne gelesen.

“Lieber Körper, es tut mir leid” Sarahs Ode an ihren Körper, zu dem sie selten ein gutes Verhältnis hatte. So ein schöner und wichtiger Text!

Auch Daniela hat über ihr Körpergefühl nach der Geburt geschrieben: Mein Körper nach der Geburt.

Kleine Kinder sind intensiv. Wird es einfacher? Isabel sagt: JA!

Wenn man ganz früh schwanger ist: Ist die 12 Wochen Regel nicht überholt? Dazu hat Marie sich Gedanken gemacht.

Wir haben uns die tollen Kinderzimmer bei Julia angesehen und uns inspirieren lassen.

Wie lebt es sich als Kleinfamilie mit einer Zweitwohnung? Klingt privilegierter, als es ist. Wie es dazu kam und wie die Bude genutzt wird, hat Daniela aufgeschrieben

Isabel findet, wir sollten alle endlich mal damit aufhören, Mütter zu fragen, wo ihre Kinder sind…

Warum ist es so normal, Mütter alleine zu lassen? Der Text von Isabel war einer der am meisten gelesenen 2020 – und er deckt auch wirklich ein großes, gesellschaftliches Problem auf.

10 Gerichte, die schnell gehen und die den meisten Kindern schmecken

Elternsex – ja, das gibt es! Aber wann. Und wo? Wir haben viele Erfahrungen geteilt.

Auch unsere Kinderwunsch Serie wurde viel gelesen. Zum Beispiel hier: “Manchmal frage ich mich echt: wie viel Pech kann man eigentlich haben?” , Kinderwunsch mit Endometriose und Diese Kinderwunschbehandlung ist eine einzige Achterbahnfahrt.

Rassismus war ebenso ein Thema, das eine große Rolle spielte in 2020. Wie erzieht man denn seine Kinder zu Anti-Rassisten? Klare Ansage der Gründerinnen von Tebalou: Diverse Bücher kaufen ist nicht genug

Toll war auch das Interview mit der Astronautin Insa Thiele-Eich, von der wir so große Fans sind.

Marie ist wieder schwanger! Ihre Gedanken zu “Schwangerschaft, die Dritte” findet ihr hier.

Auch das Interview mit Michele Loetzner war großartig: „Es ist doch kein Wettbewerb darum, wer alleinerziehender ist als der andere!

Und: der Hashtag #meanwhileimjahr2020 – den Alexandra Zykunov ins Leben gerufen hat, auch diesen Beitrag über Absurditäten im nicht gleichberechtigten Deutschland habt ihr gerne gelesen.

Auch unser Podcast “Kleine Jahre, große Fragen” ging weiter. Wir hatten unter anderem Judith Poznan zu Gast, Hannah Elsche hat uns viel zum Thema Körper und Geburt erzählt und Josephine Apraku zu Rassismus und Kindererziehung. Auch die Folge mit Anne Dittmann zum Thema Alleinerziehend sein habt ihr sehr gerne gehört.

Und – last but not least – die Porträts! So viele, so schöne Home Stories hatten wir im letzten Jahr dabei. Unglaublich dass wir trotz der vielen Beschränkungen und dadurch mehreren Monaten Zwangspause so viele geschafft haben.

Claudius und Meike wohnen in einer WG, und generell sehr frei und selbstbestimmt – tolle Familie!

Julieta ist Künstlerin, Single Mom by Choice und so eine spannende Frau.

Fatma hat uns vor allem wegen ihres Styles begeistert – aber diese Frau hat noch so viel mehr zu bieten! Mehr hier.

Evas Mann ist Kunstsammler, die Familie wohnt also quasi im Museum. Mehr könnt ihr hier nachlesen.

Und auch bei Alex und Philipp in München waren wir so gerne zu Gast.

Wir freuen uns unglaublich sehr auf 2021 mit euch!! Danke, dass ihr uns auch in diesem krassen Jahr so treu geblieben seid. Über eine Millionen neue Menschen haben wir erreichen können in diesem Jahr, dazu kommen die vielen treuen, die uns seit Jahren begleiten. Wir sind so dankbar für diese Plattform und für EUCH, unsere megatollen Leserinnen und Leser!! Passt auf euch auf. Seid gut zu euch. Bis im neuen Jahr!

Isabel, Marie & das ganze Little Years Team <3

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