Let’s talk about: Elternsex – aber wo und vor allem wann?

09. June 2020 | in Beziehung

Der Tag mit kleinen Kindern beginnt meist früh und mit mindestens einem Kind im Elternbett. Er kann lang sein und zäh, dabei auch sehr repetitiv – jetzt gerade, wo die meisten Kinder den ganzen Tag Zuhause sind, noch mehr als sonst. Eltern plumpsen deshalb oft spätestens gegen 20 Uhr auf die Couch und wenig später ins Bett. Wann werden eigentlich die zweiten und dritten Kinder gezeugt, könnte man sich da fragen. Ha! Eltern sind da einfallsreicher, als man erst mal denken würde.

Vor einer Weile haben wir dazu mal eine kleine Umfrage gemacht und es sind so herrliche Details dabei gewesen, die können wir euch nicht vorenthalten. Wie oft man “ES” macht ist übrigens total verschieden, das ist zumindest unser Eindruck. Manche Eltern haben überhaupt keinen Sex mehr, andere sehr schnell nach der Geburt wieder mehrmals pro Woche. Manche haben monatelang oder sogar jahrelang Flaute, andere nicht. Lasst euch da bitte nicht stressen, macht das, was sich für euch und euren Partner gut anfühlt! Dennoch: Einige Mütter teilen heute mal ein paar Details aus ihrem Schlafzimmer mit uns. Wobei: Schlafzimmer? Die Namen haben wir natürlich verändert, alles andere nicht 🙂

Hannah (Mutter eines dreijährigen Sohns):

Sex? Ja, das ist so eine Sache. Seit der Geburt unseres Kindes nehme ich keine Hormone mehr, das erste mal in meinem Leben! Davor war ich 15 Jahre lang auf Pille und merke erst jetzt, was das mit mir gemacht hat.  Hatte ich überhaupt eine Libido? Ich fühle mich gerade total gut ohne Hormone, will aber noch kein weiteres Kind. Wir verhüten mit Kondomen. Das Problem: Ich habe immer genau ein Mal pro Monat so richtig Lust auf Sex – am Eisprung, wie ich mittlerweile weiß. Immer sind es die zwei, drei Tage, an denen ich wuschig bin. Wir müssen also höllisch aufpassen – und wenn wir diese paar Tage verpassen, kann es auch mal passieren, dass mehrere Monate nichts passiert. Ja, ehrlich. Ganz schlimm. Aber unser Sohn ist auch wirklich fordernd, wir arbeiten beide, haben Hobbys und viele Freunde. Wobei ich denke, ich hätte öfter Lust, wenn ich mich öfter entspannen könnte…

Mareike (Mutter von Zwillingen, vier Jahre alt):

Unsere Kinder verschmähen ihre Kinderbetten, sie sind eigentlich nur zur Dekoration da. Meist schlafe ich mit beiden Kindern im Elternbett, und mein Mann auf der Couch. Und Sex? Dafür ziehen wir uns manchmal in genau diese schönen, unbenutzten Kinderbetten zurück, während die Kinder in unserem Bett selig schlummern. Wir lachen uns kringelig darüber und lieben es, dass das unser kleines Geheimnis ist. Und bevor jemand fragt: JA, wir achten darauf, keinen Dreck zu machen!!

Lisa, dreifache Mutter:

Wie sind totale Gewohnheitstiere. Jeden Sonntag nach dem Tatort. Meistens auf dem Sofa oder auf dem Teppich. Wenn vorher ein Kind wach ist, oder einer von uns einschläft, sind wir beide immer die ganze Woche ein bisschen angenervt. Ich habe mich so daran gewöhnt, am Sonntag “Druck abzulassen”, ja trotzdem ich eine Frau bin! Und obwohl das bei uns so unromantisch abläuft, ist es für die Beziehung total wichtig. Ich merke, wie wir unentspannter sind, wenn wir eine Woche auslassen, oder sogar zwei. Außerhalb unseres Termins kommen wir nämlich echt selten dazu. Da ist die kleine Umarmung und der Kuss im Vorbeigehen schon ein Highlight.

Fatma, zweifache Mutter:

Bei uns dürfen die Kinder am Wochenende oft mal was kucken und wir machen solange “Mittagsschlaf”. Ich warte nur auf den Tag, an dem eines der Kinder rausfindet, was wir da eigentlich machen!

Nele, Mutter einer zweijährigen Tochter:

Bei mir ist es gar nicht so der Paarsex, das machen wir ab und zu abends vor dem ins Bett gehen. Meistens schnelle Nummern, aber total okay. Jedoch: Selbstbefriedigung! Das mache ich eben auch eigentlich zwischendurch mal ganz gerne, um zu relaxen. Früher abends vorm Schlafen, mit Partner dann eigentlich vormittags, wenn er nicht da ist. (Das wäre ein Grund für getrennte Betten!!). In Corona Zeiten bleibt da überhaupt kein Raum für. Außer im Bad. Da sperre ich mich jetzt öfters mal ein. Ich glaube, mein Freund macht das genauso.

Johanna, zweifache Mutter:

Ganz schwieriges Thema. Unsere Kinder sind sechs und acht. Morgens liegt immer ein Kind im Bett, da haben wir früher immer Sex gehabt. Geht ja jetzt schlecht. Abends bin ich viel zu müde, mein Mann schläft oft schon nach der Tagesschau ein. Unser Vorteil: er ist Freiberufler, ich arbeite Teilzeit und die Kinder laufen schon alleine in die Schule. Oft haben wir also morgens, bzw mittags einen Moment miteinander. Das genieße ich immer sehr, weil wir da Zeit haben und der Mittag auch für mich eine gute Zeit ist für Sex. Ich mag das sehr, die Sonne, die Ruhe, weil alle auf Arbeit sind. Jetzt mit Corona ist das natürlich weggefallen, was uns auch ganz schön nervt. Wir streiten viel öfter und ich denke, das hat auch damit zu tun.

Ghazal, dreifache Mutter:

Wir haben überhaupt gar keinen Sex mehr seit der Geburt des dritten Kindes. Ihm fehlt es, mir nicht. Ich bin immer nur mit einem der Kinder, meinem Job, dem Haushalt, irgendeiner Organsisations-Thematik oder sonstwas beschäftigt. Und wenn ich mal eine Minute habe, stehen andere Dinge weiter oben bei mir: Bücher lesen, Friseur, mit Freundinnen telefonieren. Irgendwie schockt mich das selbst. Aber ich habe noch Hoffnung, dass es irgendwann wieder besser wird. Früher hatten wir eigentlich viel Sex! Es wurde von Kind zu Kind weniger…

Lara, Mutter eines zweijährigen Kindes:

Wir haben immer im Bett Sex. Ich werde nie verstehen, warum andere Orte so gehyped werden!! “So richtig nett ist’s nur im Bett” sage ich immer. Und wann? Abends wenn sie schläft. Manchmal auch neben ihr, dann ganz leise. Sonst wenn sie Mittagsschlaf macht, oder in der Kita ist. Ganz selten, wenn sie alleine spielt (passiert fast nie). Irgendwie bekommen wir es immer ein bis zwei Mal pro Woche hin! Darüber bin ich sehr froh!

Romina, eine Tochter:

Meine Tochter hat wohl schon mal in der Kita erzählt: Wenn Mama und Papa kuscheln, darf ich immer Maus schauen. UPS!

Melissa, zweifache Mutter:

Meine Kinder sind sechs und acht Jahre alt und als beide klein war, sah es in Sachen Körperlichkeit echt mager aus, bei uns. Seit ein paar Jahren machen wir uns einen Spaß daraus, schnelle Nummern in den Alltag zu schieben. Am Lustigsten: Manchmal machen wir zusammen schnell “die Wäsche”, wir haben nämlich einen Wäscheraum. Das klappt auch während Corona ganz gut! Mir fehlen allerdings ausgiebige Stunden im Bett, so wie wir das ganz früher hatten. Ich weiß auch nicht, ob es dazu jemals wieder kommen wird. 

Nora, ein Sohn:

Ich bin getrennt und mein Sohn lebt im Wechselmodell eine Woche bei mir und meinem neuen Freund, eine Woche beim Papa. In der Woche ohne Kind holen wir das mit dem Sex immer richtiggehend nach! In der Woche mit Kind habe ich dafür überhaupt keinen Kopf. Mein Freund hat sich zum Glück schon daran gewöhnt! 

Viola, Mutter eines fünfjährigen Kindes:

Wenn wir kinderfrei haben, planen wir das richtig ein. Mit allem drum und dran. Passiert jetzt zu Corona-Zeiten nicht, aber sonst ist uns das sehr wichtig. Wir sind da ansonsten sehr kreativ: Die Kinder sind ruhig und wir beide im Bad? Schnell Tür zu und zack! Die Kinder schauen morgens KIKA? Schnell! Die Kinder sind im Garten? Schnell hoch und Tür zu! Ich finde, man muss als Eltern Fan von Quickies werden. Sonst wird das gar nichts mehr. Oder man verabredet sich. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man noch Sex hat, wenn man das beides nicht mag. Dass man mal spontan und ausgiebig im Bett landet: das passiert einfach nicht! Selbst wenn die Kinder abends früh schlafen. Man hat ja immer so viel zu tun, und ist abends so müde…

Und bei euch so? 🙂

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