Susan Steinmetz mit Aurora

Wir haben das Beste daraus gemacht!
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Susan hat einen dieser Instagram-Accounts, die so detailverliebt und schön gemacht sind, dass man immer wieder rein schauen mag. Hinter dem Profil steckt auch tatsächlich eine unfassbar sympathische Familie, die Einiges zu erzählen hat! Susan und Dominik sind nämlich sehr reise- und abenteuerlustig. So waren sie auch gerade unterwegs, als die Pandemie begann. Eigentlich waren noch viele weitere Trips geplant, aber natürlich siegte die Vernunft und das Paar zog mit Tochter Aurora zurück nach Berlin. Dort warteten aber nur ein paar Kartons auf sie – alles andere, von der Matratze bis zum Sofa, mussten die drei kurzerhand neu kaufen. Und das im Lockdown! Zum Glück konnte alles unkompliziert online bestellt werden. Wie sie sich eingelebt haben, ob es nun Berlin für immer sein soll und wie die Familie generell durch die Pandemie gekommen ist, all das erzählt uns Susan im Interview!

isabel

Liebe Susan! Erzähl mal, was machst du beruflich und wo kommst du ursprünglich her?

Ich bin Pädagogin und vor 15 Jahren (krass!) aus Thüringen zum Studieren nach Berlin gekommen. Ich bin sehr behütet in der Nähe von Erfurt aufgewachsen und dann mit 20 Jahren ins kalte Hauptstadt-Wasser gesprungen. Nach meinem Abschluss in Erziehungswissenschaft und Psychologie habe ich in verschiedenen Positionen im Kindertagestättenbereich gearbeitet. Bis zur Geburt unserer Tochter zuletzt als Kita-Leitung. Nach meiner Elternzeit bin ich dann wieder als „normale Erzieherin“ in den Job zurückgekehrt und baue zeitgleich ein Ernährungs-Wiki für den Träger unserer Kita auf.
Obwohl das ein ungeplanter „Karriereeinbruch“ war, habe ich persönlich nur davon profitiert. Das letzte Jahr war beruflich eines der entspanntesten überhaupt für mich und ich konnte mich völlig frei machen von der Verantwortung und dem mentalen Ballast in einer Führungsposition.

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Wann ist Aurora geboren und habt ihr eine lange Elternzeit nehmen können?

Aurora kam im Mai 2018 zur Welt und wird somit schon bald drei! Die Schwangerschaft war nicht einfach und sie wurde letztendlich zwei Monate zu früh geboren. Nach der holprigen Anfangszeit war für Dominik und mich schnell klar, dass wir die Elternzeit umso mehr genießen wollten.
Wir entschieden uns für zwei Jahre Auszeit mit der Option auf Verlängerung und begannen kurz nach Auroras erstem Geburtstag damit, fast unser komplettes Hab und Gut zu verkaufen.
Im Herbst 2019 kündigten wir dann unsere traumhafte Altbauwohnung und verließen Berlin mit 30 Umzugskartons in einem Lager – und in einem alten Wohnmobil, welches wir (mit familiärer Unterstützung) über Wochen komplett modernisiert und ausgebaut hatten.
So Viele träumen aktuell von der Freiheit im Van, doch für uns funktionierte diese Illusion mit Kleinkind leider nicht so wirklich – wobei man auch ehrlicherweise sagen muss, dass wir unter erschwerten Bedingungen gestartet sind. Im Winter bei Schnee und Kälte und 12 Stunden Dunkelheit am Tag auf 6 qm zu reisen, war vor allem für Aurora, damals 18 Monate alt, mehr Qual als Zugewinn.
Da wir aber seit jeher recht selbstreflektiert und vor allem spontan sind, haben wir das Wohnmobil nach einigen Wochen kurzerhand eingewintert und sind im Januar 2020 mit unserer nun 20 Monate alten Tochter in den Flieger nach Bangkok gestiegen. Südostasien ist seit vielen Jahren unsere zweite Heimat und zum ersten Mal als Familie konnte es nur gut werden… Wurde es auch!

So Viele träumen aktuell von der Freiheit im Van, doch für uns funktionierte diese Illusion mit Kleinkind leider nicht so wirklich…
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Bis Corona kam, oder? Hat euch das einen Strich durch die Reisepläne gemacht?

Ja absolut, zu 100 Prozent. Und trotzdem hatten wir im ersten Jahr der Pandemie noch unglaublich viel Glück und Privileg. Wir konnten zwei fantastische Monate unter der thailändischen Sonne verbringen und waren alle drei komplett entspannt. Schnell zeichnete sich allerdings ab, dass unsere weiteren Reisepläne – wir wollten nach unserer Rückkehr nach Deutschland mit dem Wohnmobil Richtung Portugal dem Frühling entgegenfahren – dank Corona völlig unrealistisch wurden.
Vor Ort in Thailand überlegten wir noch lange, ob wir nicht kurzerhand nach Sri Lanka reisen sollten, um dort den Lockdown in der Heimat abzuwarten, aber wir haben uns letzten Endes dagegen entschieden und kamen mit einem der letzten Linienflüge nach Deutschland zurück.
Wir konnten dann erstmal bei Dominiks Mama in einer kleinen Einliegerwohnung in Bayern unterkommen und so verbrachten wir die letzten drei Monate unserer Elternzeit auf dem bayerischen Land.
Nun machte auch eine Verlängerung der Elternzeit keinen Sinn mehr und so suchten wir im Sommer 2020 über eine Distanz von mehr als 600 km wieder eine Wohnung in Berlin. Mitten in einer Pandemie auf dem heiß umkämpften Berliner Wohnungsmarkt ein schier unmögliches Unterfangen, doch Dominik verlagerte kurzerhand seinen Lebensmittelpunkt auf die Autobahn und schaffte es mit so einigen nächtlichen Besichtigungstouren von Bayern nach Berlin unsere aktuelle Wohnung zu ergattern.
Unser Wohnmobil haben wir übrigens einige Wochen später mit einem lachenden und einem weinenden Auge wieder verkauft – ich will behaupten, es war im Corona-Sommer 2020 nicht das schlechteste Geschäft für uns.

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Das kann ich mir denken! Und dann habt ihr also alles neu gekauft. Das stelle ich mir stressig vor. Vor allem, wo ja alles dicht war!

Ja, es war verrückt. Wir kamen nur mit dem Inhalt eines Kleintransporters in unserer 75 qm Wohnung an, wobei wir da schon meiner Schwiegermama ein gebrauchtes Kinderbett für Aurora und den alten Buffetschrank aus Familienbesitz abgeluchst hatten. Die ersten Anschaffungen waren zwei Matratzen vom Schweden und ein Campingkocher – da wir noch einige Monate ohne Küche auskommen mussten.

Vieles konnten wir in Berlin gebraucht über Ebay Kleinanzeigen ergattern und der Rest wurde fast ausschließlich online geordert. Ein Riesen-Vorteil in unserer heutigen Zeit und unglaublich unkompliziert – wenn auch das Angebot im Netz schier unendlich ist. Ein Klick und das neue Möbelstück war bestellt, allerdings gestalteten sich durch die Pandemie die Lieferzeiten teilweise zu einer Farce und letztendlich dauerte es unglaubliche acht Monate, bis wir wieder eine komplett eingerichtete Wohnung besaßen.

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Es ist sehr bunt und liebevoll dekoriert bei euch. War das schon immer dein Stil?

Vielen Dank! Tatsächlich sah unsere vorherige Wohnung komplett anders aus und war eher rustikal und monochrom eingerichtet. Das Gestalten von Räumen und Stimmungen war aber schon immer eine Leidenschaft von mir und wird natürlich durch all die Social Media Kanäle mittlerweile täglich gefüttert. Meine Instagram-Bubble hat sich über das Vanlife-Thema damals sehr vom Mami-Content zu Interior-Accounts verschoben und ich liebe natürlich Pinterest und Roomtouren auf YouTube als Inspirationsquelle.

Mein Kopf ist voller Ideen und ich könnte mich mit sovielen verschiedenen Stilen identifizieren. Zum Beispiel liebe ich auch den völlig farblosen Boho-Style, doch Dominik und ich haben bei unserem Neustart in Berlin entschieden: Wenn schon, denn schon! Jetzt wird es bunt und unkonventionell!
Zum Glück lässt er mir bei der Gestaltung unserer Wohnung komplett freie Hand und unterstützt mich in meiner Liebe zu all den Rot- und Rosatönen. Das ist wahrscheinlich echt nicht selbstverständlich.

isabel

Denke ich auch!! Worauf legst du in Sachen Interior wert?

Auf ein gutes Gleichgewicht aus Alt und Neu, Zart und Kantig, Dezent und Knallig.
Bei uns ist alles ein Mix aus Materialien, Farben, Designs und verschiedensten Budgets. Mehr als die Hälfte unserer Wohnung ist secondhand und hat uns teilweise nur einen Apfel und ein Ei gekostet. Der Rest ist selbst gemacht oder aber aus recht hochpreisigen Concept-Stores. Ich besitze tatsächlich Tassen und Vasen, die einzeln mehr gekostet haben, als unsere drei Kleiderschränke zusammen.
Diese Mischung lässt es hoffentlich nie langweilig werden und führt dazu, dass eine Wohnung nie final fertig ist. Sie entwickelt und wandelt sich mit uns und unserem Leben.
Geduld fällt mir beim Einrichten immer noch schwer, aber es lohnt sich, manchmal einem Projekt oder Raum auch Zeit zur Entfaltung zu gewähren.

Diese Mischung lässt es hoffentlich nie langweilig werden!
isabel

Seid ihr jetzt angekommen in Berlin oder zieht es euch wieder weiter?

Ich wollte mir gern lange Zeit einreden, dass wir die coole Berliner Familie sind, die den Trubel und die Möglichkeiten hier liebt – aber so ist es nicht. Mein Mann und ich sind beide dörflich aufgewachsen und sind unglaublich gern allein – und so sehr wir teilweise auch das Nachtleben hier genossen haben, aber überfüllte Parks und Spielplätze geben uns rein gar nichts (mehr) und so wurde uns mit Kind noch deutlicher, dass sich das Kapitel Berlin in näherer Zukunft für uns endgültig schließen wird.

Aktuell sehen wir uns nach mehr Platz, Natur und Stille um – ein altes Häuschen samt Garten auf dem Land wäre genau nach unserem Geschmack. Außerdem haben wir die vergangenen 13 Jahre als Paar hier komplett ohne familiäre Unterstützung gerockt – auch deshalb zieht es uns wieder näher zu unseren Wurzeln hin, da Aurora ihre Omas, Opas und Tanten über alles liebt und deutlich häufiger sehen möchte.

isabel

Verständlich. Wie würdest du Aurora beschreiben?

Aurora ist ein wilder, temperamentvoller Lockenkopf, mit einem Herz aus Gold.
Für uns ist sie einfach perfekt: selbstbewusst, aber immer höflich; witzig, aber nie verletzend; laut, aber immer rücksichtsvoll.
Nur an der abendlichen Bettruhe könnten wir noch arbeiten…

Ich wollte mir gern lange Zeit einreden, dass wir die coole Berliner Familie sind, die den Trubel und die Möglichkeiten hier liebt – aber so ist es nicht.
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Wie teilt ihr Care-Arbeit und Haushalt auf?

Da müssen wir jetzt fairerweise vermutlich beide Partein befragen…
Ich kann aber ganz klar sagen, dass Dominik überdurchschnittlich viel übernimmt. Er ist bei uns der tägliche Kindergartenservice und hat auch die Eingewohnung mit Aurora übernommen. Kochen und Einkaufen erledigt er (seit jeher) größtenteils komplett für uns und auch unsere Finanzen habe ich glücklicherweise erfolgreich an ihn abtreten können.

Was aber die Sauberkeit im Haushalt angeht, da haben wir einfach sehr differenzierte Ansprüche und ich putze und sauge in der Regel „gern“ nochmal hinterher – selbst schuld könnte man sagen! Trotz seiner großen Unterstützung hab ich oft das Gefühl, das Gehirn der Familie zu sein. Ich plane, hab Termine auf dem Schirm, tätige Anrufe oder weiß aus dem Kopf, wann die letzte Rolle Klopapier in Benutzung ist. Von daher würde ich behaupten, dass ich den größeren Batzen Mental Load mit mir herum trage, wenn auch er häufiger das Kind auf seinen Schultern sitzen hat.

isabel

Sehr schön formuliert! Wie seid ihr denn als Paar durch die Krise gekommen?

Recht gut muss ich ehrlicherweise sagen. Wir hatten freilich ganz andere Pläne, waren aber schon immer sehr pragmatisch und anpassungsfähig. Und so haben wir also das Beste daraus Pandemie gemacht, statt verpassten Möglichkeiten hinterherzutrauern. Viele fanden die Aktion mit dem Wohnmobil damals unglaublich mutig (oder wahnsinnig), wir empfanden es eher als zweckmäßig. Wenn man etwas verändern möchte, muss man auch akzeptieren, dass man gegebenenfalls etwas anderes dafür opfern muss.
Glücklicherweise mussten wir allerdings bisher nie parallel im Homeoffice arbeiten – das wäre wohl unser Untergang gewesen, denn wir können uns beide perfekt von der Arbeit abhalten und meisterlich prokrastinieren.
Außerdem benötigen wir beide auch unsere Freiräume, ständig aufeinander rumzuhängen, ist nicht unser Ding – vor der Pandemie sind wir abends gern mal getrennt ausgegangen, während der Pandemie haben wir das beispielsweise durch separate Familienbesuche gelöst. Dominik hat dann einfach hin und wieder Aurora gepackt und ist eine Woche zu seinen oder meinen Eltern gefahren.

Ich würde behaupten, dass ich den größeren Batzen Mental Load mit mir herum trage, wenn auch er häufiger das Kind auf seinen Schultern sitzen hat.
isabel

Was ist das Nervigste am Eltern Sein?

Eigentlich gar nichts. Wir haben absichtlich „lange genug“ gewartet, bis wir uns für Aurora entschieden haben; waren viele Male mit dem Rucksack rund um den Globus unterwegs, Freunde, Clubs, Hobbies, lange Ausschlafen – wir haben diese Phase des Lebens wirklich intensiv ausgelebt. Von daher gibt es da nichts, dem einer von uns nun ernsthaft nachtrauern würde. Selbstverständlich sehnt man sich hin und wieder nach der alten Ungebundenheit, aber wir gönnen uns, wie gesagt, oft genug gegenseitig unsere Freiräume und haben auch jetzt als Eltern abwechselend einfach mal einen Abend frei, können ausschlafen oder unseren Hobbies nachgehen.

isabel

Und was ist das Schönste?

Die Einfachheit der Dinge durch Kinderaugen wieder zu entdecken. Gerade Kleinkinder können von etwas völlig Banalem grenzenlos fasziniert sein und messen (zumindest hier) den Wert einer Sache noch überhaupt nicht an seinem wahren Preis.
Aber das Allerschönste ist die bedingungslose Liebe, die einem als Mama und Papa engegen gebracht wird. Urvertrauen und Zuneigung, die noch an keinerlei Gegenleistung außer Liebe geknüpft ist – für diese kleinen Menschen ist man als Elternteil der Nabel der Welt und so darf es gern noch ein paar Jahre bleiben.

isabel

Danke!! Und alles Liebe auf eurer weiteren Reise!

Susan Steinmetz mit Aurora (3 Jahre), Berlin, Mai 2021
Fotos: Katja Hentschel
Film: Roddy Ziebell
Interview: Isabel Robles Salgado

Hier findet ihr einige Produkte, die Susan und Dominik in ihrer Wohnung haben:

 

Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit American Express®.

Susan und Dominik haben einen Großteil ihrer Einrichtung mit der American Express Gold Card bezahlt. In allen Shops, die wir verlinkt haben, könnt ihr problemlos mit dieser bezahlen. Und es gibt sie schon für einen niedrigen monatlichen Grundbetrag!

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