Nina Bungers mit Friedrich und Greta

Man sieht alles mit neuen Augen!
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Nina ist so eine Frau: die strahlt gefühlt ständig. Sie liebt die schönen Dinge, sieht immer das Gute. So geht sie auch ans Kinderhaben ran: mit Spaß, mit Feingefühl und viel positiver Energie! Nach Friedrich und Greta ist Nina jetzt schwanger mit Kind Nummer drei – eine “Herzensentscheidung”, wie sie selbst sagt. Auf Pinspiration teilt sie regelmäßig Eindrücke aus dem Familienalltag. Und sonst so? Ihr Medium ist nicht Instagram, sondern Pinterest! Dort erreicht sie jeden Monat Millionen und sie hat die Plattform als “Pinnerin” der ersten Stunde, sogar zu ihrem Beruf gemacht, berät nun Firmen in Sachen Pinterest. Wie sie drumherum Kinder und so weiter schaukelt, was sie weglächeln kann und was sie nervt, all das erzählt uns Nina im Interview!

isabel

Liebe Nina, erzähl uns doch mal ein bisschen was von dir!

Ich bin in Marburg geboren und im wunderschönen Wiesbaden aufgewachsen, zum Studieren dann nach Köln und Verona gegangen. Danach habe ich beim großen, schwedischen Möbelhaus gearbeitet! Ich bin Pinterest-Nutzerin von der ersten Stunde an und tatsächlich süchtig nach all den Ideen und Lieblingsprodukten, die ich dort jeden Tag entdecke.
Ich wurde oft von Freunden oder meiner Familie gefragt, woher ich die Inspirationen und hilfreichen Ideen habe und dachte mir irgendwann, dass ich einfach über meine Leidenschaft schreiben sollte. Seit Ende 2013 schreibe ich jetzt also auf Pinspiration.de über meine Pinterest Inspirationen: Interior, unsere Kinderzimmer Makeovers, Familienreisen, Bücher, DIY-Ideen und Lieblingsprodukte, die ich ohne Ende immer wieder auf Pinterest entdecke. Und Pinterest ist mittlerweile auch die Basis für meine Freiberuflichkeit. Ich berate seit 2015 Influencer sowie E-Commerce-Unternehmen in Sachen Pinterest.

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Du bist also eine Pinterest-Queen!

Haha, ich würde mich niemals als “Pinterest-Queen” bezeichnen. Pinterest nutzt die Termini Creator oder Pinfluencer, das ist treffender. Aber ja, je erfahrener ich selbst auf Pinterest wurde, desto faszinierter war ich von den strategischen Power-Marketingmöglichkeiten und Funktionen für Unternehmensprofile. Auf Pinterest lässt sich guter, hilfreicher Content mit spannendem Story-Telling immer wieder finden und ist als Evergreen Content DIE Alternative zu anderen Social Media Kanälen, die viel schnelllebiger und übersättigter sind. Und was ich auch total schön finde: Selbstinszenierung wie bei Instagram spielt bei Pinterest überhaupt keine Rolle.

Selbstinszenierung spielt bei Pinterest überhaupt keine Rolle.
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Was macht dein Mann beruflich und wie teilt ihr euch auf?

Simon ist promovierter Bio-Chemiker und Geschäftsführer eines Unternehmens, das Softwarelösungen für Labore in Pharma, Chemie und Medizin anbietet. Er unterstützt mich in allem, beruflich wie auch mit den Kindern. Ich kann jetzt aber keine Formel 50:50 oder 60:40 sagen. Wenn ich ihn brauche, ist er immer da. Unsere wichtigste Zeit ist das Frühstück, der gemeinsame Start in den Tag.

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Selbst und ständig – das ist ja bei dir sicher auch so. Wie schaffst du dir zwischendurch Freiräume?

Wir haben Babysitter und sporadisch Haushaltshilfen. Das ist auch nötig, denn die Familie wohnt leider weiter weg, außer meine Drillingsschwester, die aber auch zwei Kleinkinder hat.

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Du bist ein Drilling! Das ist ja interessant. Hast du diese besondere Bindung zu deinen Geschwistern?

Ja, wir haben eine sehr enge Herzensbasis, aber keine Telepathie oder ähnliches. Wir sind uns aber schon ähnlich, haben oft den gleichen Geschmack und sind auch beste Beraterinnen, wenn‘s um unsere Kinder geht.

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Du wirkst wahnsinnig organisiert, ist das so?

Wir haben uns ganz gut organisiert, stimmt. Klappt aber nicht jeden Tag. Auch bei mir gibt’s kraftlose Momente. Mit all den Anforderungen ist das doch in jeder Familie heutzutage normal. Ich meckere einfach nicht gerne öffentlich darüber.

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Ich fand die erste Zeit mit zwei Kindern extrem fordernd, wie war das für dich?

Bei mir war es genau andersrum, die ersten zwei Jahre waren einfacher und unkomplizierter als die “Terrible Two” Phase zwischen zwei und vier Jahren. Im Kleinkindalter sind Kinder fordernder, wissbegieriger und brauchen viel Aufmerksamkeit. Aber all diese Wesenszüge sind gut so. Mit lebendigen, mutigen und neugierigen Kindern wird es nie langweilig, man sieht alles mit neuen Augen!

Und beim ersten Kind ist ja alles neu und man muss sich neu sortieren. Man ist noch vorsichtig und muss erst seine eigenen Erfahrungen als Eltern machen. Ich habe noch nie viele Ratgeber gelesen, sondern eher auf mein Bauchgefühl und den Austausch mit meiner Familie vertraut. Meine Mama ist als Drillingsmama ja Profi! Bei Kind 2 war ich so selbstsicher, dass das keine große Umstellung mehr war. Die zweite Schwangerschaft lief so mit, auch wenn Körper und Launen immer auf Hochtouren fahren. Freiberuflich hat man zum Glück mehr Zeit zum Durchatmen. Anstrengend waren vor allem die letzten Monate.

Mit lebendigen, mutigen und neugierigen Kindern wird es nie langweilig
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Und jetzt traut ihr euch noch mal, wolltest du immer viele Kinder haben?

Ich bin ja selbst ein Drilling, hatte aber nie eine Zahl im Kopf wie viele Kinder ich mir wünsche. Wir sind mit zwei Kindern eingespielt, ein drittes Kind war eine Herzensentscheidung.
Wir freuen uns alle aufs sehr auf das neue Baby. Ich wurde zwar in dieser Schwangerschaft am Anfang körperlich sehr herausgefordert und habe schon auch Respekt davor, wie wir neu zusammen gewirbelt werden. Friedrich wird dann aber auch schon sechs und Greta drei Jahre alt sein. Sie können viel mehr mithelfen und verstehen, dass wir ein neues Geschwisterlichen am Besten zusammen in diese Welt begleiten können. Das hoffe ich zumindest!

Ich habe schon auch Respekt davor, wie wir neu zusammen gewirbelt werden
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Man sieht an eurer Wohnung ja durchaus deine Pinterest-Leidenschaft, finde ich. Dekorierst du viel um? Wie findet dein Mann das?

Mein Mann hat grosses Interesse an Innen-Architektur. Er ist ein super räumlicher Planer und hat auch viele gute Ideen und einen guten Geschmack. Da der Tausch der Kinderzimmer mit unserem Schlafzimmer in der aktuellen Wohnung schon wie ein Mini-Umzug war, bin ich kein großer Fan davon, viel umzudekorieren, Wände ständig anders zu streichen oder Möbel auszutauschen. Ich mag zeitloses Interior, gerne auch mit alten Erbstücken zu kombinieren, wie Friedrichs Kinderbett, das Babybett meines Vaters. Und es gibt immer frische Blumen und saisonal dekoriere ich vor allem für die Weihnachtszeit gerne.

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Greta und Friedrich teilen sich ein Zimmer. Meinst du, das wird noch lange gut gehen?

Gretas und Friedrich Kinderzimmer ist unser Lieblingszimmer, ein Wohlfühlort für alle. Bis jetzt lieben es beide, sich ein Zimmer zu teilen und im Hochbett oft auch gemeinsam in einem Bett zu kichern, zu spielen, zu kuscheln und einzuschlafen. Dieser Wunsch wird bestimmt noch schnell genug vorbei sein, wenn Friedrich nächstes Jahr in die Schule kommt und spätestens ab der zweiten Klasse mehr Freiraum und Ruhe braucht, aber im Moment klappt es noch wunderbar.

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Was ist das Nervigste am Mama-sein?

Ach, ich sehe Kinder nicht als Störfaktor, sie bereichern unser Leben so sehr und wir können so unendlich viel von ihnen lernen. Was ich aber oft anstrengend finde: Man hat mit Kleinkindern viel weniger Ich-Momente. Das kann man zwar mit weiterer Hilfe organisieren, aber eben auch nur, wenn man das Geld ausgeben möchte und kann und wenn alle mitspielen. Vieles, was wir unternehmen, planen wir, weil es auch mir und Simon gut tut: segeln, wandern in der Natur, Museen, Theater, Essen gehen. Simon hat Friedrich das Schwimmen mit Seepferdchen-Abzeichen Belohnung beigebracht, das war ein fester Papa-Sohn Tag, den ich mit Greta alleine genutzt und sehr genossen habe.

Das Einzige, was mich wirklich nervt, ist die Einstellung zu Kindern in der Gesellschaft. Viele im Großstadtdschungel Berlin sind gehetzt, es fehlt oft an Freundlichkeit, Toleranz und Empathie für Mütter, die mit Kindern unterwegs sind. Kinderwagenplätze in der Bahn werden nur mürrisch geräumt, Hilfe oft spät angeboten, zu schnell über Andere geurteilt. Im Winter fällt mir besonders auf, das ein Meckern schneller am Start ist als zuvorkommende Gesten, die ja auch immer gespiegelt werden.
Viele vergessen, dass sie selbst Kinder waren oder mal Kleinkinder hatten und erdreisten sich über Situationen voreilig zu urteilten.

Mir ist es schon passiert, dass ich eine andere Mutter verteidigt habe, als diese mit Baby von einem älteren Paar anmaßend angemeckert wurde, sie “versperre” den Gehweg Platz und das Baby habe ja Hunger, weil es anfing zu weinen. Es gab genügend Luft für alle und einen Meter weiter setzte sich die Mutter zum Stillen auf eine Parkbank. Sie verriet mir, dass sie alleinerziehend sei, ihr Baby mit einem Magen-Darm Virus kämpfe, sie am Ende ihrer Kräfte sei, selbst nicht krank werden könne, da sie noch ein Kleinkind habe. Das ist keine Lapalie, das ist der kräftezehrende Alltag für Mütter! Ich habe davor den größten Respekt und bin dann zum Glück schlagfertig und empathisch genug, das fehlt manchen Menschen leider.
Eine Mutter hat sooo intensive Arbeitstage, vor allem wenn sie parallel “betriebswirtschaftlich anerkannt“ arbeitet und sich auch noch um Kindererziehung und Familienmanagement kümmert.

Eine Mutter hat sooo intensive Arbeitstage
isabel

Und was das Schönste?

Die Liebe, die Kinder zurück schenken. Die Phantasie und euphorischen Erlebnisse, die sie mit uns teilen und sie daran wachsen zu sehen.

isabel

Danke, Nina!

Nina Bungers mit Friedrich (5) und Greta (3), Oktober 2019

Interview: Isabel Robles Salgado
Fotos: Leni Moretti