Doreen Schumacher mit Dillon

Es fühlt sich alles sehr organisch an
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Doreen Schumacher ist in Leipzig aufgewachsen, hat aber schon früh die Welt erobert. Während ihres Studiums und dank vieler Model-Jobs tingelte sie durch die Weltgeschichte, seit fünf Jahren ist sie jetzt jedoch fest in Berlin verwurzelt – in Neukölln, um genau zu sein. Und wer denkt: Model, aha. Der irrt sich, denn Doreen hat noch viele andere Talente. Interior ist nur eines davon! Seit knapp vier Monaten ist Doreen jetzt auch Mutter, Sohn Dillon kam im Juli auf die Welt und stellt seitdem das Leben der Kleinfamilie auf den Kopf. Was alles neu ist, wie die Wohnung sich verändert hat und warum die neue Woods Collection von BabyBjörn auch eine Rolle spielt – all das erzählt uns Doreen im Interview!

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Liebe Doreen, du modelst seit vielen Jahren, hast aber nebenher immer mit Architektur und Interior zu tun gehabt, oder? Erzähl mal, wie das kam.

Meine Eltern waren sehr konservativ, was meinen Bildungsweg angeht – nach dem Abitur sollte ich also direkt studieren, das war unumgänglich. Ich war superjung und hatte überhaupt keinen Plan! Ich wusste nur, was ich nicht wollte, ganz klassische und trockene Studiengänge wie BWL oder Physik kamen nicht in Frage, es sollte etwas Kreatives sein. Um dem Unmut meiner Eltern aus dem Weg zu gehen, habe ich schließlich eine Freundin zum Eignungstest für Architektur begleitet und siehe da: ich bekam prompt eine Zusage. Dann ging alles etwas chaotisch los, aber nach zwei Jahren, einer Auszeit in Barcelona und einem Austausch-Semester in China war ich Feuer und Flamme für das Studium. Parallel habe ich immer gemodelt, nach dem Studium zog ich dann direkt nach Berlin und begann vermehrt im Bereich Innenarchitektur zu arbeiten. Ich habe in vielen kleinen Agenturen gearbeitet, selbst Projekte realisiert und seit vorletztem Jahr arbeite ich bei Westwing.

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Wie ist der Plan jetzt mit Kind, kannst du noch als Model arbeiten, wann steigst du wieder in deinen anderen Job ein? 

Aktuell gehe ich schon wieder zu Werbe-Castings, aber mit den Katalog-Jobs muss ich noch etwas Geduld haben, bis mein Körper wieder so ist wie vorher und vor allem bis ich abgestillt habe, um wieder flexibel Reisen zu können.

Ansonsten betreue ich aktuell aber auch schon wieder zwei Interior-Projekte, und bei Westwing werde ich voraussichtlich ab Sommer 2017 wieder das Styling der Kampagnen übernehmen. Ich habe mich bewusst dafür entschieden, ein ganzes Jahr lang kürzer zu treten. Die Zeit kommt nie wieder und ich genieße die Elternzeit sehr. So entspannt „ NICHTS“ tun ohne schlechtes Gewissen, wann kann man das schon mal machen? So kann ich mich voll und ganz auf den kleinen Sprössling konzentrieren und jede Sekunde seine Daseins aufsaugen. Das ist unbezahlbar!

Die Zeit kommt nie wieder und ich genieße es sehr!
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Wie willst du dich mit deinem Partner aufteilen?

Also wenn wir ehrlich sind, kümmere ich mich momentan zu 90% um den Kleinen, aber wenn er dann in die Kita geht, werden wir es tageweise aufteilen, so ist zumindest der Plan! Mein Mann arbeitet im Event-Bereich und kann recht flexibel arbeiten, Ausreden hat er also eigentlich nicht und er ist sehr gerne Papa, insofern sollte das klappen.

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Wolltest du immer Kinder haben?

Ohhhhh ja, schon immer. Wenn es nur nach mit gegangen wäre, hätte es auch ruhig schon ein bisschen früher losgehen können. Ich wollte eigentlich schon vor dreißig mit dem Thema durch sein. Meine Mutter hat mich schon mit 20 bekommen und ich wollte auch immer eine junge Mama sein. Jetzt haben wir uns ein kleines bisschen länger Zeit gelassen, aber das ist auch okay so. Der Zeitpunkt ist ja irgendwie nie richtig und doch perfekt.

Der Zeitpunkt ist ja irgendwie nie richtig und doch perfekt.
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Wie lief die Schwangerschaft für dich?

Ziemlich gut: keine Übelkeit, keine Wassereinlagerungen. Eigentlich wirklich ohne Beschwerden, außer dass ich am Ende sehr schlecht geschlafen habe. Dem Klischee nach eine klassische Jungs-Schwangerschaft!

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Und die Geburt?

Ich hatte mich auf das Schlimmste vorbereitet, deshalb war es überraschend okay. Auch wenn ich zwischendrin schon den Gedanke hatte: „ Sie sollen mich einfach aufschneiden!“ Prinzipiell hatte ich es mir aber doch anders vorgestellt, andere Schmerzen und eine andere Selbstwahrnehmung. Was mich durch die 24 Stunden gebracht hat, war das Wissen, dass dieser Schmerz endlich ist und dass das ja auch schon so viele vor mir geschafft haben.

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Und jetzt ist Dillon da, wie fügt er sich denn so ins Familienleben ein?

Er ist definitiv der Bestimmer, unser Leben richtet sich schon voll nach ihm, man muss jedoch dazu sagen das er recht unkompliziert ist. Er schläft noch viel und überall und meckert eigentlich selten lange, lässt sich immer schnell beruhigen.

Für mich fühlt sich das alles sehr organisch an, irgendwie fügt es sich so, als sei es nie anders gewesen. Dennoch wurde ich kürzlich gefragt, ob ich mir ein Leben ohne Kind noch vorstellen könnte: Na klar kann ich das! Ich meine, die Freiheit und Spontanität ohne Kind ist schon nicht zu verachten. Mit Kind ist man eben im nächsten Level des Lebens angelangt, Prioritäten verschieben sich und die Uhr tickt anders.

Mit Kind ist man eben im nächsten Level des Lebens angelangt
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Wie sieht ein typischer Tag bei euch aus?

Gegen acht ist Dillon wach, wir kuscheln dann aber noch und stehen so um 9:00 auf. Dann gibt’s Frühstück und vor allem Kaffeeeeeee. Den Vormittag verbringt Dillon gerade viel in der BabyBjörn Babywippe, während ich dusche, Frühstück mache, etc. Von 11:00-12:00 schläft er momentan meist, danach habe ich oft ein Lunch Date, oder ich gehe zur Rückbildung oder ins Yoga. Nachmittags treffen wir auch oft andere Babies, abends sind wir meistens zuhause, Papa kommt heim uns es ist Spielzeit. Gegen 20 Uhr bringe ich Dillon ins Bett, danach ist Papa-Mama-Zeit, einer von uns geht aus, oder ich arbeite. Um elf plumpse ich meistens ins Bett! Ich war aber auch schon ein paar Mal aus, abpumpen und Flasche geben klappt ganz gut und der Papa nimmt mir auch manchmal die Nacht ab.

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Klingt alles ziemlich entspannt! Hast du auch irgendetwas Negatives zu berichten?

Durch die Elternzeit ist es wirklich toll. Müsste ich nebenbei sehr viel tun, könnte ich es nicht so leicht angehen lassen! Und… naja, der Klassiker halt: Der Schlafmangel! Dillon schläft okay, aber zwischendurch auch mal richtig schlecht, wie die meisten Babies eben. Und ich bin eher so der Typ Mensch, der easy 10 Stunden am Stück schlafen könnte. Dass das nicht mehr geht, nimmt mich schon ziemlich mit, außerdem machen mir die Still-Hormone mehr zu schaffen, als die Hormone in der Schwangerschaft.  Ich habe im Moment so trockenen Augen, dass ich kaum noch Kontaktlinsen tragen kann, extrem kurzsichtig bin ich in der Schwangerschaft auch noch geworden! Also ein paar körperliche Wehwechen habe ich schon. Die vielen Extra-Pfunde, die Rückenschmerzen…

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Trägst du Dillon viel?

Eher nicht so! Er hat es gehasst, wenn ich mit ihm in der Trage zum Kinderarzt bin, weil es einfach praktischer ist. Oder er schreit die Yoga-Klasse zusammen, weil ich ihn in der Trage die fünf Stockwerke nach oben getragen habe. Seit wir aber die BabyBjörn Babytrage One haben, findet er es total gut in der Trage. Für mich hat sich ein neue Lebensgefühl aufgetan: endlich mal spontan ohne Wagen aus dem Haus gehen und beide Hände frei haben. Ich finde das lustig, ich habe schon ein paar Mal gehört, dass Babies, die eigentlich nicht so auf Tragen stehen, die BabyBjörn Babytrage One dann akzeptieren.

Endlich mal spontan ohne Wagen aus dem Haus gehen und beide Hände frei haben!
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Ihr habt die BabyBjörn Babywippe und BabyBjörn Babytrage One aus der neuen Woods Collection, hat dir die Kollektion auf Anhieb gefallen?

Ja, total. Die Farben wirken edel und noch dazu passen sie wirklich gut bei uns rein. Außerdem sind sie perfekt für den Herbst! Man denkt gleich an Waldspaziergänge, gemeinsame Stunden, gemütliches Tee-trinken und Nachmittage mit der Familie, finde ich. Mir gefallen auch wirklich alle Farben, das tannengrün, das birkenholzbeige, das frostgrün und das nebelblau. Am Ende haben wir uns aber für die zwei Rot-Töne entschieden: Pflaumenrot für die Babywippe und Brombeerrot für die Trage. Und die Trage passt wirklich perfekt zu meiner Herbst-Garderobe. Sie ist fast ein Fashion-Accessoire, ha!

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Und wie hat sich die Wohnung durch Dillon verändert?

Ich war sehr dankbar für den Tipp, nicht zu viel Babyzeug zu besorgen, bevor das Kind da ist, weil man ja gar nicht weiß, wie es tickt und man sonst lauter Riesen-Möbel umsonst rumstehen hat. Eine Freundin von mit besitzt drei Stubenwägen und ein Beistellbett und das Kind schläft nur auf ihr drauf, auch nachts! Die ganzen schönen Dinger hat sie jetzt wieder verkauft. Nur auf die BabyBjörn Babywippe werden sich ja irgendwie fast alle einig. Ich hatte eine hübsche vintage Rattan-Wiege gekauft die wir auch nachts benutzt haben. Seit ein paar Wochen haben wir noch die Hängewiege Marke Eigenbau by Oma, die liebt er! Und ich habe mich lange gegen ein Gitterbettchen gewehrt, die klassischen Beistellbettchen fand ich besonders schlimm. Jetzt haben wir das alte Bett vom Papa, ein wunderschönes Holz Vintage Teil, bei dem man eine Seite abmontieren konnte. Da wird Dillon erstmal schlafen. Ach ja, eine klassische Wickelkommode fand ich auch nicht so attraktiv, Dillon wird in unserer ehemaligen Schreibtisch-Ecke gewickelt, ich habe einfach ein bisschen improvisiert.

Ich war sehr dankbar für den Tipp, nicht zu viel Babyzeug zu besorgen
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Du hast ein sehr gutes Händchen für Interior, klar – ist ja dein Job. Hast du trotzdem Tipps, wie sich Normalsterbliche auch ein bisschen hübscher einrichten können?

Wenn man sich für eine Farbe und ein zwei bestimmte Materialen entscheidet, kann es in Kombination schon gar nicht doof aussehen. Bei uns z.B. ist es hellgrau mit Holz und Stahl, aufgelockert durch traditionelle Einzelstücke und ein paar Farbtupfer wie z.B der gelbe Pouf oder die pflaumenrote Babywippe.

Was auch immer hilft, ist unschöne Dinge wie Akten oder Kochutensilien in verschlossenen Schränken zu verstauen und nur die dekorativen Dinge offen zu präsentieren.

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Und ist es immer so aufgeräumt bei euch?

Früher ja, heute nein. Mit Kind bleibt dann doch einiges liegen. Vor allem die Tätigkeiten, die zwei freie Arme verlangen. Für das Shooting habe ich aber natürlich aufgeräumt!!

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Was ist der Nervigste am Mama-Sein?

Die Wäscheberge. Wahnsinn, wieviel mehr das jetzt schon ist, dabei sind Dillons Sachen noch so klein! Dass man weniger spontan ist, nervt auch, meistens plane ich eine Woche vorher, wenn ich jemanden treffe. Und dass man nicht mehr in Ruhe essen kann, das finde ich auch anstrengend, der Kleine hat ständig genau dann Hunger, wenn gerade das Essen fertig ist!

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Und was ist das Schönste?

Der ganze Rest. Diese bedingungslose Liebe und diese tollen Momente, bei denen man nie weiß wie sie ausgehen werden. Es ist ein großes Abenteuer mit so einem Kind: man wacht morgens auf und dann grinst einen dieses kleine Wesen aus seinem Bettchen an und auf geht’s in einen neuen Tag, an dem immer etwas Neues passiert.

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Danke, Doreen!

Doreen Schumacher mit Dillon (4 Monate), Oktober 2016

Fotos: Lina Grün

Interview: Isabel Robles Salgado

In Kooperation mit BabyBjörn, mehr über die Woods Collection gibt es hier