Julia Strathmann mit Tilda und Anton

Vollkommen. Und einfach zufrieden!
isabel |

Vor beiden Schwangerschaften gab es in meinem Freundes- und Bekanntenkreis Mütter, die mir als Vorbild dienten. Die ich immer mal wieder sah und den Eindruck hatte: die bekommt das hin, das schaffe ich auch! Eine von ihnen war Julia, denn wir teilen mit Julia ein Büro. Sie schafft, gemeinsam mit ihrer Partnerin Marie als JACOB I REISCHEL Design- und Foto-Projekte. Entsprechend sah ich sie oft im Office – erst schwanger, dann mit Baby im MaxiCosi, heute wieder alleine. Und immer noch macht sie jeden Tag einen herrlich entspannten Eindruck, immer noch denke ich: die bekommt das echt voll gut hin, mit dem Arbeiten und den Kindern und so. Höchste Zeit, sie mal zuhause in Prenzlauer Berg zu besuchen und ihr ein paar Fragen zu stellen!

isabel

Liebe Julia, du hast die gleiche Kombination wie ich: einen Jungen und ein Mädchen. Wie weit sind die beiden auseinander und wie kommen sie miteinander klar?

Die beiden sind relativ dicht beieinander, zwei Jahre und drei Monate. Wir hatten am Anfang ein bisschen Angst, dass Eifersucht eine Rolle spielen könnte, aber damit gab es gar keine Probleme – wahrscheinlich gerade weil sie nicht so weit auseinander sind. Anton hat von Anfang an Tilda in sein Herz geschlossen und ist sehr gern der große Bruder, der ihr mal mehr oder weniger hilft und die Welt erklärt.

isabel

Was war für dich anders mit Tilda, als mit Anton?

Bei Anton hat es mich ziemlich überrumpelt, dass ich schwanger bin, ich musste mich erst mal mit dem Gedanken anfreunden, Mutter zu werden. Man weiß zwar, dass man schwanger werden kann, aber dann ist es plötzlich nach vier Wochen so endgültig. Ich war noch gar nicht so weit und schon war ich schwanger. Das war zwar alles total spannend, aber plötzlich könnte ich nicht mehr selbst bestimmen und ich wusste nicht, was auf mich zukommt. Außerdem war ich gerade mit Marie in ein neues Büro gezogen und wollte beruflich durchstarten. Privat sind wir auch noch umgezogen und einen Monat vor der Geburt haben wir noch schnell geheiratet. Das war ein krasses Programm – ohne Pause und dann kam Anton.

Beide Schwangerschaften und Geburten waren sehr unkompliziert. Mit Anton musste ich mich nur sehr viel mehr daran gewöhnen, nicht mehr alleine zu sein. Als er im Krankenhaus neben mir lag, hab ich mich nur gefragt, wann ich ich wohl wieder schlafen kann und wann er eigentlich auszieht!

Bei Tilda wusste ich genau, worauf ich mich einlasse, welche Wehwehchen wann kommen. Ich kam auch mit meinen Stimmungsschwankungen besser klar.

Beim zweiten Mal lief es viel mehr neben her, was ich angenehm fand. Ich selbst war gelassener. Andere Dinge dafür waren sehr viel schwieriger. Den Ratschlag z.B. nichts mehr tragen zu dürfen in der Schwangerschaft, den beherzigt man dann eben nicht mehr, wenn man einen schreienden Zweijährigen auf dem Arm in den vierten Stock tragen muss, mit Schwangerschaftsbauch und Einkauf.