Yvonne Busch mit Theo

marie |

Auf meinem Trip in die Traumstadt L.A. lernte ich die sympathische Yvonne kennen und wir verstanden uns auf Anhieb. Die PR-und Marketing-Frau, die ursprünglich aus Halle kommt, und jetzt Co-Geschäftsführerin bei BOLD LA ist, hat viel zu erzählen: Über PR-Managerin bei L’Oréal, dann Pressearbeit für Hermès Paris in München ging es vor einigen Jahren, dank ihres Mannes Daniel, über den großen Teich nach L.A. Die beiden verbindet aber nicht nur 20 Jahre Beziehung, sondern auch ihr kleiner Sohn Theodor Zuma.

Liebe Yvonne – zuerst muss ich gleich mal fragen: Was hat Dich nach L.A. verschlagen?

Wenn ich jetzt ganz cheesy antworten soll, dann sage ich: der Liebe wegen ☺

Ich hatte schon einmal meinen Job in Düsseldorf aufgegeben, um für meinen Liebsten nach München zu gehen und dann hieß es ein weiteres Mal kündigen und ab nach Kalifornien. Daniel, mein Mann, arbeitet als Designer bei BMW und wir sind als Expats nach LA gegangen, ohne vorher jemals da gewesen zu sein.

Theo ist jetzt fast 2,5 Jahre alt, seit wann arbeitest du wieder?

Nun ja, ich habe nie wirklich aufgehört. Nach der Ankunft in LA habe frei weitergearbeitet. Und als Freie in den USA (wie auch sicher in Deutschland) greifen nun mal nicht die Regelungen, wie bei einer Festanstellung: Mutterschutz und Elternzeit. Theo war da und aus dem Krankenhaus heraus gingen weiter meine Emails in die Welt. Aber alles erstmal viel reduzierter und bewusst in den neuen Rhythmus integriert.

In L.A. muss man um von A nach B zu kommen oft lange im Auto sitzen. Auch du bist morgens bestimmt eine Stunde von Malibu nach Downtown unterwegs. Wie hoch ist das Stresslevel und wo holt ihr euch Unterstützung?

Wer nicht gern Auto fährt, hat in LA ein Problem. Die Stadt ist berühmt berüchtigt für ihre vollen Highways und Dauerstaus.

Theo wurde von Anfang an ans Auto fahren gewöhnt. Er liebt es, chillt in seinem Sitz und schläft eigentlich auch immer ein. Das BOLD LA Office ist über 60 km entfernt und man muss alle Fahrten sehr gut planen, um nicht stundenlang im Stau zu stehen. Ich fahre aber nur 2-3mal pro Woche ins Office und weiß mittlerweile ganz genau, wann ich wo losfahren muss, um effektiv durch den Verkehr zu kommen. Am Abend bleibe ich dann mit meiner Geschäftspartnerin und BOLD Gründerin Svenja Altan immer recht lange im Büro. Ab 6 pm bekommen wir oft nochmal richtig viel geschafft, da die Tage sehr voll mit Meetings und Networking sind. Vor 9 pm bin dann selten wieder zu Hause. Das Stresslevel variiert – mal easy und beschwingt, mal mit Kopfzerbrechen und Druck. Aber ich bezeichne alles als positiven Stress, denn ich tue, was ich liebe und dafür bin ich sehr dankbar.

Ohne Unterstützung geht das aber nicht und mit meiner & Daniels Familie so weit weg, müssen wir auf bezahlten Support zurückgreifen. Theo geht jeden Tag in einen wunderbaren Malibu Kindergarten bis ca. 16 Uhr und wird dann (an den Tagen, wo ich im Office bin) von einer Babysitterin abgeholt, die mit ihm spielt, Dinner bereitet und ihn bettfertig macht, bis Daniel oder ich nach Hause kommen. Das klappt sehr gut und Theo liebt seine „Mädels“.

Was machst du in deiner Me-Time am Liebsten?

Nun, mein Job als PR-Frau ist meine Leidenschaft und anders herum, daher liebe ich es draußen am Pool mit einer Tasse Kaffee zu sitzen und mich durch deutsche und US-Magazine zu blättern. Ansonsten habe ich sehr gern viele tolle Leute um mich rum und wir laden unsere Freunde zum spontanen BBQ bei uns ein.

Ihr habt ein traumhaftes Zuhause in einer traumhaften Stadt. Dazu noch ein tolles Kind. Geht es eigentlich noch besser?

Haha, eigentlich nicht. Uns geht es sehr gut und das wissen wir und wissen es sehr zu schätzen. Damals in Deutschland hatte ich eine innere Unruhe, brauchte immer Neues/ Interessantes/ Action um mich herum. Fernweh war allgegegenwärtig. In LA bzw. Malibu fühle ich, dass wir angekommen sind. Aber wenn ich mir noch etwas wünschen könnte, wäre es die Erfindung einer ‘Beam-Machine”, um Family und Friends schnell zu uns rüber zu beamen und andersrum. Unsere Lieben zu Hause bzw. in Europa vermissen wir doch sehr. Und so manche Spezialität und süße Leckerei auch. Aber da stellt meine Mama und Daniels Eltern sicher, dass regelmässig Care-Pakete bei uns ankommen.

Was braucht es um Yvonne zu sein? Wie viel Mommy, wie viel Business-Woman und wie viel Wife stecken in dir?

Das lässt sich so pauschal gar nicht einteilen. Ich bin weder nur das eine noch nur das andere. Ich mixe alles, wie es gerade fällt, passt und Spaß macht und da kommen noch etliche Facetten „Yvonne“ dazu. Grundsätzlich ist aber immer viel Energie, ein planerischer Blick und eine Einstellung zum „JUST DO IT“ im Spiel.

Deine drei Tipps für L.A. mit Kind?

Venice/ Santa Monica und auch Ventura haben wundervolle Radstrecken direkt am Strand. Eine Radtour mit Picknick und Sprung in den Pazifik ist daher ein Muss. Räder kann man sich leicht leihen.

Auf Entdeckertour lässt sich in Noah’s Ark im Skirball Center gehen: http://www.skirball.org/noahs-ark

Und im Malibu Café können Kids toben und spielen und die Eltern sind happy bei sehr leckeren Drinks und Live-Musik. http://www.themalibucafe.com/

Kommt ihr irgendwann nach Deutschland zurück? Mit noch einem Kind mehr vielleicht sogar?

Im Moment sind wir erst mal hier, sicher auch noch die nächsten Jahre. Was dann kommt: Who knows… Ein zweites Kind ist aber nicht angedacht.

Was ist das Nervigste am Mama-Sein?

Nun, das ist wohl die eingeschränkte Flexibilität. Einfach mal nach Lust und Laune auf einen Kurztrip aufbrechen – ohne viel Orga. Oder spontan und als Paar am Abend ins Lieblingsrestaurant gehen. Aber mir wurde gesagt, dass das bald wieder möglich ist, von daher alles gut. Ich kann gern noch warten.

Und was das Schönste?

Uiii, hier musste ich etwas länger über die Antwort nachdenken. Es gibt nicht das EINE Schönste. Ich glaube, es ist die Kombination der vielen Kleinigkeiten: Theo’s Unbedarftheit und Neugier, seine Energie, das Zusammen-Blödsinn-Machen, für ihn Neues – für uns Bekanntes wiederzuentdecken, kuscheln und littles kisses. Die Liste kann noch lang fortgeführt werden.

Aber eigentlich kann man’s auch ganz kurz halten: Just LOVE.

Danke dir, Yvonne!

Schaut euch BOLD LA an oder die spannenden Arbeiten ihren Mannes Daniel.

Yvonne Busch mit Theo (2,5), März 2016

Interview: Marie Zeisler

Fotos: Marc Gabor