Julia Romeiss mit Justus und Ella

Ich mag dieses bunte und kreative Leben.
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Die Kreativität hat Julia einfach im Blut! Die Kommunikationsdesignerin hat mehrere DIY-Bücher veröffentlicht, führt ein Papeterie-Label, bloggt und realisiert Projekte mit ihrem Mann, einem Produktdesigner. Überall in der Wohnung stehen Möbel, die in Eigenkreation entstanden sind, die Wände sind voll mit bunten Kunstwerken – denn wenn Julia sich nicht gerade beruflich auslebt, dann bastelt sie sehr gerne mit ihren Kindern – und fühlt sich dabei überhaupt nicht als altbackene Bastel-Mama. Wir haben Julia und ihre kleine Familie außerhalb von München besucht. Die vier leben im Mehrgenerationenhaus mit Garten, Werkstatt und Baumhaus. Außerdem mit dabei: die farbenfrohen und frei gestaltbaren LEGO® DOTS™. Die hat Julia schon vor einer Weile lieben gelernt, denn damit kann man sich perfekt austoben!

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Liebe Julia, erzähl uns ein bisschen von dir!

Ich komme aus dem beschaulichen Neckartal aus einer Kleinstadt zwischen Heilbronn und Heidelberg und bin studierte Diplom-Kommunikations-Designerin. Studiert habe ich in Mannheim, mein Praxissemester habe ich bei einem großen Designbüro in München gemacht und die haben nach dem Studium dann gefragt, ob ich nicht bei ihnen arbeiten möchte. Das habe ich anschließend fast fünf Jahre lang getan – und dort für imposante Kunden gearbeitet. War alles ziemlich aufregend und genau so, wie man sich das in einer Agentur vorstellt. Wir haben viele Preise gewonnen, hatten große Budgets, mit denen man verrückte Sachen anstellen konnte und waren ständig unterwegs.
Irgendwann zwischendurch hatte ich ein mittelständisches Unternehmen als Kunde, das ich das erste Mal fast alleine betreuen konnte. Da hab ich gemerkt: Das mag ich viel mehr. Nicht ein kleines Rädchen von einem großen Ganzen zu sein, sondern die Sachen selbst in die Hand nehmen zu können, bei einem Projekt von Anfang bis zum Ende Einfluß haben zu können. Ich mag das Bodenständige.

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… und dann?

Dann habe ich gekündigt! Mich hat es erst sehr eingeschüchtert, dass man bei eigener Kündigung drei Monate für Gründerzuschuss oder Arbeitslosengeld gesperrt ist, und dass ich diese Zeit finanziell irgendwie überbrücken musste. Als junge Designerin verdient man nicht wahnsinnig viel und in einer Stadt wie München ist das Ersparte spätestens am Ende des Monats aufgebraucht. Aber nach einem halben Jahr Hin- und Herüberlegen hab ich mich getraut und bin ins kalte Wasser gesprungen. Das war übrigens auch das erste und einzige wirklich gute Gespräch mit meinem damaligen Chef. Völlig absurd, davor hab ich mich oft unsichtbar gefühlt und am Ende hat er mir lange zugehört und mich verstanden.
Die erste Zeit der Selbstständigkeit lief dann überraschenderweise – trotz damaliger Wirtschaftskrise – wirklich gut an. Die Agenturen haben viel mit Freien gearbeitet, da sie kein Risiko mit Festangestellten eingehen wollten, ich wurde als Freelancer gebucht, hab mir aber nach und nach auch einen eigenen Kundenstamm aufgebaut. Dazu kamen Aufträge für Hochzeitsausstattungen – da gab es vor zehn Jahren noch sehr wenige, die das professionell angeboten haben. Und ich hatte zudem noch mein Blog, über den sich nach und nach auch Kooperationen und Aufträge generiert haben. Dadurch haben sich zum Beispiel mehrere DIY Bücher ergeben.
Ich liebe es multidisziplinär. Mal arbeite ich klassisch als Grafik-Designerin, durch meinen Mann Gregor bekomme ich immer mehr von Produkt- und Möbeldesign mit, außerdem schreibe ich DIY Bücher und inzwischen fotografiere ich auch beruflich immer mehr. Ich habe keine wahnsinnig große Reichweite und oft komme ich in letzter Zeit viel zu selten zum Bloggen, aber ich hab der Idee, schon 2009 mit einem Blog zu starten, viel zu verdanken. Daraus ist auch ein tolles Netzwerk geworden, mit Freunden und Kunden – auch im „Offline-Leben“.

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Wie lebst du deine Kreativität im Alltag mit Kids aus, bastelt ihr viel?

Ja, tatsächlich bin ich eine Mama, die wirklich gerne bastelt. Ich weiß, das wird hie und da belächelt wird und mich regt das total auf, wenn Basteln und kreativ sein als “hausmütterlich” abgetan wird. Ich bin einfach ein Mensch, der schon immer gerne gebastelt hat – und das auch mit seinen Kindern gerne tut. Wenn wir ehrlich sind, kommen da selten perfekte Bastelprojekte heraus. Mein fünfjähriger hat ganz eigene Vorstellungen, was gebastelt werden soll und da bin ich auch super stolz auf ihn, er hat gute Ideen! Er weiß genau, welche Materialien er braucht und wie das ganze aussehen soll. Wenn ich da mit meinen Vorstellungen komme, funktioniert das meistens nicht. Was dagegen gut funktioniert: Wir basteln parallel, er seine Sachen, ich meine und ich helfe im zwischendurch. Für viele leben wir wohl im Bastelparadies: Wir haben Unmengen an Material von vergangenen Projekten, die übrig geblieben sind. Da können sich unsere Kinder bei den meisten Dingen auch frei bedienen. Ich mag dieses bunte und kreative Leben!
Und auch mein Mann Gregor werkelt viel mit den Kindern. Manche Menschen bekommen vielleicht Schnappatmung, wenn sie sehen, wie ein 5-jähriger mit Säge und Bohrmaschine hantiert. Aber Justus macht das super und Spiel-Werkzeug ist ihm einfach zu langweilig.

Neulich ist er ganz stolz mit seinem selbstgestalteten Armband in den Kindergarten geschwebt!
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Und ihr habt ja auch LEGO DOTS für euch entdeckt, was mögt ihr daran?

Oh ja, die lieben wir sehr. Gregor und ich sind LEGO Kinder, wir haben früher auch viel mit unseren Geschwistern mit LEGO gespielt. Bei meiner Mama gibt es nach wie vor eine riesige LEGO-Schublade und die ist bei jedem Oma-Besuch für Justus und Ella ein absolutes Highlight. Unsere Kinder spielen eigentlich täglich damit, sie bauen die verrücktesten Dinge und wenn die beiden meist gegen Abend an der LEGO-Kiste sitzen kehrt oft konzentrierte Stille ein – bis auf die üblichen kleinen Geschwister-Streitereien, die bleiben natürlich nicht aus. Zu Ostern hab ich DOTS als schönes Ostergeschenk entdeckt und mag als Designerin natürlich besonders die grafische Bildsprache, die man damit erzeugen kann. Ob kreative Muster oder farbenfrohe Formen – da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Justus liebt – wie wohl die meisten Kinder in dem Alter – Glitzer über alles. Besonders gut kamen bei uns die Armbänder an, die man auch mit „DOTS Diamant Steinchen“ besetzten kann. Da ist er neulich ganz stolz mit seinem selbstgestalteten Armband in den Kindergarten geschwebt. Aber wir haben auch schon Bilderrahmen und Stiftehalter designt. Und neuerdings verzieren wir viel mit Buchstaben, die man mit DOTS kreieren kann.

Die Sets bieten Kindern eine intuitive kreative Spielfläche, mit der sie ihre Ideen und ihre Persönlichkeit ausdrücken können. Das individuelle Designen und kreative Gestalten der Armbänder und Raumdekorationen fördert dabei kreatives Selbstvertrauen. Die Sets sind deshalb natürlich auch perfekte Geschenke zur Weihnachtszeit – egal ob ein einzelnes Armband im DIY-Adventskalender oder ein Stiftehalter im Nikolausstiefel!

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Mittlerweile wohnt ihr in Dachau, also im Speckgürtel von München, und mit vier Generationen unter einem Dach. Wie ist das so?

Als ich 2015 mit Justus schwanger war, kam im Mai die Nachricht, dass in Gregors Elternhaus die Dachgeschoss-Wohnung frei wird. Wir waren mittlerweile schon recht verzweifelt auf Wohnungssuche, denn auch vor fünf Jahren waren die Preise in München saftig. Zudem waren wir beide selbstständig mit unregelmäßigen Einkommen, da hatten wir gegen die Unternehmensberater-Fraktion eher weniger Chancen bei den Vermietern. Wir wussten, dass es in der kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung als Familie sehr eng werden würde, wollten jedoch unbedingt in München bleiben. Dachau war für uns erstmal gar keine Option. Aber die Gelegenheit mit der Wohnung mussten wir wahrnehmen. Es sprach einfach zu viel dafür.
Gerade in der ersten Zeit mit Baby hab ich mich im beschaulichen Wohngebiet dann schon sehr abgeschottet gefühlt. Unsere Freunde waren hauptsächlich in München, mal schnell für einen halbstündigen Mama-Spaziergang mit Neugeborenem war das zu weit. Es gab viele Tränen und ich hielt konsequent an dem Wunsch fest, wieder zurück in die Stadt zu ziehen. Um jeden Preis. Doch nach und nach wussten wir die Vorteile unserer neuen und alten Heimat dann doch zu schätzen. Der Garten, die eigene Werkstatt, Räume, die man selbst gestalten kann.
Und nicht zu vergessen der Familienanschluss. Auch daran mussten wir uns erstmal wieder gewöhnen. Ein Stück Selbstbestimmtheit gibt man natürlich auf. Doch unser Zusammenleben mit Uri und Opa klappt wirklich gut. Klar, es gibt es die üblichen Querelen, wie in jeder anderen Familie auch. Aber jeder lässt den anderen im großen und ganzen das Leben leben, welches er sich wünscht. Und es ist eben auch ganz ganz viel Support da.

Nach und nach wussten wir die Vorteile unserer neuen und alten Heimat dann doch zu schätzen
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Ich kann mir vorstellen, dass man als Kreativkopf die Stadt dennoch immer noch vermisst, oder?

Ja! Wir haben mitten in München gewohnt. Gregor ist zu mir in meine kleine Single-Wohnung in München-Neuhausen am Rotkreuzplatz gezogen. Und wir haben es so geliebt: Alles mit dem Rad oder mit den Öffentlichen erreichen zu können. Die vielen schönen, kleinen Lädchen, abends noch kurz bei „unserer“ Italienerin im Nebenhaus die weltbeste Pasta essen zu können. In unser Ladenbüro im Münchner Museumsviertel zu radeln und dort mit inspirierenden, befreundeten Menschen zu arbeiten, mit denen wir eine Bürogemeinschaft in der Theresienstraße hatten. Das war genau so, wie ich mir mein kreatives Leben vorgestellt hatte. Eine Stadt birgt so viel Inspiration, die man in der Vorstadt schon sehr suchen oder sich selbst schaffen muss. Aber umso älter die Kinder geworden sind, um so mehr hab ich mich auch wieder getraut, meine Fühler auszustrecken. Wir sind viel mit unseren Kindern unterwegs, nehmen sie ab und an auch zu Kundenterminen oder auf Trips mit, die andere vielleicht mit kleinen Kindern eher als stressig empfinden würden. Und anstrengend ist das natürlich, aber was bleibt, ist neuer Input, Inspiration und ganz viele Eindrücke, aus denen man neue Ideen spinnen kann – und das ist es wert. Deshalb gehen wir diese Situationen immer wieder ein.

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Ich liebe eure Werkstatt! Verbringt ihr da viel Zeit?

Die Werkstatt ist genauso alt wie Justus – als ich hochschwanger war, haben sich Gregor und sein Papa einen langersehnten Traum erfüllt und das Haus bauen lassen. Dort befindet sich unter anderem eine CNC-Fräse und auch eine kleine Kinderwerkstatt.
Wir sind beide Menschen, die die Arbeit mit den Händen brauchen und die Werkstatt ist der ideale Ort dafür. Dort baut Gregor Prototypen und entwickelt neue Möbel- und Lichtkonzepte. Wir haben auch einen 3-D-Drucker mit dem man schnell Modelle für Kunden visualisieren kann, was bei der Beratung zu neuen Projekten unheimlich weiterhilft.
Auch Gregors Papa ist täglich in der Werkstatt. Er hat das Bauen von Modelbooten wahrlich perfektioniert und lackiert, schleift und fräst täglich, seit er in Rente ist. Oft werkelt hier jeder so vor sich hin, das ist auch auf unseren Kinder übergegangen. Justus ist der Weltmeister in riesige Raketen oder Teleskope aus Pappröhren bauen, Ella liebt es gerade sehr, Dinge zu sortieren oder Nägel in ihre Korkplatte zu klopfen. 
In der Werkstatt befindet sich auch mein recht großer Bastelschrank, wo ich verschiedenste Materialien horte und regelmäßig neue Dinge hinzukommen. Ich bin niemand, der sich einer Technik verschrien hat, sondern probiere gerne viele verschiedene Sachen aus.

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Dein Mann ist ja genau wie du ein sehr vielseitiger und kreativer Mensch, wie habt ihr euch kennengelernt?

Unsere Kennenlerngeschichte ist ein bisschen wie aus einem Kitschroman, aber es war wirklich so! Ich saß in dem besagten Ladenbüro in München in der Theresienstraße, in dieser Zeit waren wir vier Kreative – drei Kommunikationsdesignerinnen und ein Fotograf – und wir hatten regelmäßig unsere Arbeiten im Schaufenster liegen. Zu der Zeit hatte meine Freundin Teresa ihre Siebdruck-Plakate zum Thema „Space“ ausgelegt und die auch zum Verkauf angeboten. Gregor kam zufällig in der Straße vorbei und ihm fiel ein Weltraum-Print ins Auge, so ist er mit Teresa ins Gespräch gekommen. Sie hat mir total von diesem Produktdesigner vorgeschwärmt – nach und nach entstand eine Freundschaft und Gregor hat seine tollen Mercury Leuchten bei uns in den Laden gehängt. So haben wir uns kennengelernt. Ich bin Teresa nach wie vor sehr dankbar, dass sie meinem Schicksal ein bisschen auf die Sprünge geholfen hat.

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Wie sieht ein normaler Tag bei euch aus?

Justus geht ins Kinderhaus, so heißt der Kindergarten hier. Meistens fährt Gregor ihn dort mit dem Auto hin und ich passe derweil auf Ella auf und mache sie fertig… was ja bei einer 2-jährigen ab und an etwas länger dauert! Bei gutem Wetter fahre ich gerne mit dem Rad zum Kindergarten und anschließend in unser Büro in der Dachauer Altstadt.
Einer übernimmt dann die Ella-Betreuung und einer arbeitet. Wenn es Termine oder Besprechungen zulassen, nehmen wir sie mit. Geht gerade nicht anders und wenn das Gespräch nicht länger als eine halbe Stunde dauert, klappt es meistens auch ganz gut.
Oft kocht uns Gregors Oma etwas zu Mittag, was eine unheimliche Entlastung ist und zudem beste bayerische Hausmannskost. Vegetarier darf man allerdings nicht sein!
Gerade macht Ella noch relativ oft einen langen Mittagsschlaf, das ist dann die Zeit, in der wir beide arbeiten können.
Nachmittags wird Justus abgeholt. Dann findet man uns in der Werkstatt, in unserem Garten oder in der Wohnung. Alles ist ziemlich fließend und für jemanden, der einen streng getakteten Alltag mit starren Strukturen gewohnt ist, für den ist das sicherlich nix. Wir müssen oft sehr flexibel sein und den Tag so nehmen, wie er kommt. Manchmal hat man mal spontan eine Stunde, weil die Kinder bei Opa oder Uri sind und dann muss man ganz schnell umswitchen und die Zeit so gut es geht für Projekte nutzen. Das kann an manchen Tagen ganz schön kräftezerrend sein und birgt auch einiges an Konflikt-Potential. Gerade hatten wir eine sehr gute Woche, jeder kam zum Arbeiten und hat viel geschafft, es kamen neue Projekte rein und das Highlight war, dass Gregor und ich mal einen Mittag hatten, wo nur wir beide ganz in Ruhe am Küchentisch saßen und gemeinsam Mittag gegessen und geredet haben. Das war wirklich großartig. Mehr solche Päarchen- Momente wünsche ich mir ab und an schon. Aber das geht wohl allen Paaren mit kleinen Kindern so…

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Ella ist noch nicht in der Betreuung und du meintest letztens, dass das ganz schön gemischte Gefühle mit sich bringt….

Ja, das tut es. Anfang des Jahres hatten wir bei Ella mit der Krippen-Eingewöhnung angefangen, das hat etwas gedauert, lief aber im Prinzip ganz gut. Sie war allerdings ziemlich auf eine Bezugsperson fixiert, genau diese Erzieherin kündigte – und dann kam der Lockdown. Mir war klar, dass nach dieser Pause wieder alles von vorne beginnen würde und ich konnte mir das in Kombination mit Corona einfach nicht vorstellen. Wir haben lange überlegt – und dann den Platz schweren Herzens im Mai gekündigt. Jetzt genieße ich das auch sehr, Ella so viel um mich zu haben. Zwei Jahre ist so ein anstrengendes, aber gleichzeitig so ein großartiges Alter. Zu arbeiten funktioniert nur, weil wir uns alles gleichberechtigt aufteilen. Ich möchte mich nicht entscheiden, ob ich arbeite oder Mama bin. Und wir sind auf dem richtigen Weg, das habe ich im Gefühl. Ich fände es schön, wenn das für alle möglich wäre. Für Selbstständige, für Angestellte, für Mamas, für Papas. Ohne schlechtes Gewissen. Einfach selbstverständlich.

Es funktioniert nur, weil wir uns alles gleichberechtigt aufteilen.
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Was vermisst du am meisten aus deinem alten Leben?

Das spontane und das soziale. Wir waren vor den Kindern viel mit Freunden unterwegs, abends auf Konzerte und am Wochenende in den Bergen. Jetzt, wo viele Kinder haben, ist das immer eine ewige Planerei, bis man mal einen Termin findet und wenn man dann einen hat, wird meistens ein Kind krank oder was anders kommt dazwischen. Oft entscheiden Gregor und ich dann einen Ausflug alleine mit den Kindern zu machen, ohne sich mit anderen zu verabreden, weil das einfach um einiges unkomplizierter ist.

Bei Verabredungen ist es am Abend schon eine größere Hürde noch mit der S-Bahn oder dem Auto nach München rein zu fahren, als früher kurz vor die Haustüre zu gehen und vielleicht noch für 5 Minuten in die U-Bahn zu steigen. Inzwischen habe ich auch in Dachau Freundinnen gefunden, mit denen ich mich abends mal auf ein Bier treffen könnte, aber ganz ehrlich, oft bin ich einfach nach so einem vollen Tag zu platt dafür und schlafe im Zweifel mit den Kindern beim Zubettbringen mit ein. Corona hat diese Situation natürlich nicht einfacher gemacht. Freunde zu sehen ist gerade etwas ganz Besonderes geworden. Da hoffe ich sehr drauf, dass das nächstes Jahr wieder besser und entspannter wird.

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Wie sind Ella und Justus miteinander, eher friedlich oder eher Geschwisterstreit?

Die machen das super. Sie spielen trotz des Altersunterschiedes oft miteinander, momentan haben wir nur ein Kinderzimmer – und da wurschtelt jeder gerne vor sich hin. Ella bewundert ihren großen Bruder sehr, auch wenn sie zwischendurch ordentlich austeilt. Da bin ich sehr stolz auf Justus, der macht das ganz toll und lässt so einiges über sich ergehen, er liebt seine kleine Schwester schon sehr. Ich bin ziemlich zuversichtlich, dass das noch besser wird, wenn Ella ihre 2-jährige Zerstörungsphase durch hat.

isabel

Wie war die Corona-Zeit im Frühjahr für euch?

Wir leben ja durch unsere Selbstständigkeit und unserem Mehrgenerationenhaus schon recht in einem autarken, eigenen System. Deshalb hat das in den Wochen des Lockdowns mit der Vereinbarkeit – den Umständen entsprechend – gut geklappt. Wir haben uns nach außen hin recht abgeschottet, haben sehr wenig Leute getroffen und waren sehr vorsichtig. So konnten die Kinder nach wie vor zu Uri und Opa Kontakt halten. Was für uns eine enorme Entlastung war.

Während des Lockdowns hat es mit der Vereinbarkeit – den Umständen entsprechend – gut geklappt.
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Was ist für dich die größte Herausforderung beim Kinderhaben?

Mit dem Kopf ständig wo anders zu sein. Das konzentriert bei einer Sache bleiben, fällt oft komplett weg. Es herrscht ständige Zerstreuung. Man hüpft von einem zum nächsten, nichts ist wirklich fertig. Da Struktur und Ruhe im Kopf zu behalten, wenn man das schafft ist das wie ein Sechser im Lotto.

isabel

Und was macht am meisten Freude?

Eine Familie sein. Zusammen sein. Möglichst oft. Viele Dinge gemeinsam erleben. Die Liebe zwischen den Geschwistern. Zu sehen, wie jedes Kind seine eigene Persönlichkeit entwickelt. Einer meiner schönsten Glücksmomente ist es, wenn ich die beiden Kinder ins Bett bringe und jedes in einem meiner Arme friedlich schlummert. Auch wenn der Tag davor anstrengend und nervenaufreibend war. Diesen Moment möchte ich keinesfalls missen.

isabel

Danke, Julia!

Julia Romeiss mit Justus (5) und Ella (2).
Fotos: Franziska Freiwald
Interview: Isabel Robles Salgado

Dieses Porträt entstand in Zusammenarbeit mit LEGO® DOTS™. Die Sets bieten Kindern eine kreative, intuitive Spielfläche, mit der Kinder ihre Ideen und ihre Persönlichkeit ausdrücken können. Perfekte Geschenke, oder?