Mein Baby, mein iPhone und ich

05. March 2014 | in Familie | Medien

Erst vor ein paar Wochen habe ich es dann mal schwarz auf weiß gelesen: Eltern, die immer ins iPhone starren machen Kinder depressiv. Sie fühlen sich zurückgewiesen, wenn Mama ständig am Smartphone hängt und sie merken, dass dieses Ding mehr Aufmerksamkeit als sie bekommt.

Oh Gott. Ich bin auch so eine! Ich bin viel viel viel zu viel am Telefon. Hier noch ein Instagram-Bild, schnell Emails gecheckt, die Freundin in München muss noch angerufen werden und FedEx, weil da ein Paket irgendwo liegt. Whatsapp piept, und wo fährt überhaupt der nächste Bus?

Immer wieder wird mir klar: Mein Sohn muss denken, dass dieses schwarze Ding quasi mit mir zusammengewachsen ist. Wenn er selig auf dem Teppich spielt und ich auf dem Sofa liege, sieht er da fast immer eine Mama mit dem Ding in der Hand. Wenn er im Kinderwagen sitzt, schiebt Mama einhändig, in der anderen Hand: das schwarze Ding. Wie sagte Camilla vom Mummy Mag in einem Interview? “Ich mache meine Recherchen via iPhone, während ich meine Tochter im Kinderwagen spazieren fahre, genau wie Marie, die ihre E-Mails auch immer einhändig  während des Kinderwagen-Schiebens abarbeitet. Und ich auch! Schrecklich! Jüngst gefunden, diese Aussage:

 “Genau das ist er doch, der tägliche Selbstbetrug: Man glaubt, Zeit für die Kinder zu haben – und hängt dann am Laptop, iPad oder Smartphone.”

Aber jetzt wird alles anders. Mein einziger Vorsatz für das Jahr 2014 ist: weniger aufs Handy kucken. Klappt bisher so semi, aber der Vorsatz bleibt und ich arbeite hart an mir. Um ihn zu untermauern, habe ich in der ersten Januarwoche gleich mal mein iPhone mit Gesicht nach unten aufs Parkett fallen lassen und im Gegensatz zu den 100 Mal davor, hat es nur sehr schwer verletzt überlebt. Als ich es zum Richten brachte, war ich sechs Stunden ohne. Ich fühlte mich wie amputiert, aber eigentlich tat es so gut. Und: Ich war in diesen Stunden komplett bei Xaver. Wir haben gespielt, zusammen gegessen, zusammen Mittagsschlaf gemacht. Seitdem vesuche ich immer wieder, mindestens zwei Stunden nicht aufs Telefon zu kucken. Im Urlaub fiel mir das leicht, hier muss ich mich wieder andauern daran erinnern. Denn ich will nicht, dass sein Mama-Bild das einer Frau mit ernster Miene ist,  die immer und andauernd auf das schwarze Ding starrt…

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