Ein paar Dinge, die ich über Babykleidung gelernt habe

08. November 2016 | in Alltag | Familie

Ich muss ehrlich gestehen, dass Mini-Klamotten kaufen eines der Dinge ist, das mir am Kinderhaben am meisten Spaß macht. Ich liebe es, kleine Outfits zusammen zu stellen, zu shoppen, zu stöbern und nach Schnäppchen in Second-Hand-Shops oder auf Flohmärkten zu suchen.

Denn für Baby- und Kinderkleidung kann man ein Vermögen ausgeben! Und es gibt so viele Fallen, in die man treten kann. Einige Dinge habe ich jetzt mit dem zweiten Kind erneut gelernt, und auch wenn Fehler und Fehlkäufe völlig in Ordnung sind, dachte ich, ich fasse mal meine Erfahrungen zusammen. Wie immer bei solchen persönlichen Erfahrungsberichten gilt: Es kann für euch ganz anders sein! Dinge die ich quatschig fand, können für euch wunderbar funktionieren und umgekehrt. 

Die richtige Größe finden 

Vor allem bei der Zusammenstellung der Erstlingsgarderobe beim ersten Kind ist man da oft unsicher. Die Erstlingssachen sind Größe 50/56, dabei ist 50 oft mini und 56 oft riesig. Französische und spanische Marken fallen eher klein aus, deutsche und skandinavische eher groß. Vor allem Hosen dürfen gerne kleiner sein, denn Babybeine sind in der Regel kurz und knautschig. Ich halte nichts davon, gleich viel in 62 zu kaufen. Meine Babies trugen beide erst mit drei Monaten 62 und wären am Anfang darin untergegangen! Für Quinn hatte ich bewusst einiges in 50 besorgt, um am Anfang nicht 100 x krempeln zu müssen, so wie beim Bruder. Die Rechnung ging auf, sie war winzige 49 cm klein bei der Geburt (wie ihr Bruder), trug am Anfang fast nur Petit Bateau, das fällt extra klein aus. Eine Freundin dagegen hat einen Sohn, der mit 56 cm und vier Kilo kam und wirklich gleich bei 56/62 eingestiegen ist. So unterschiedlich sind die Babies! Und es gibt auch kein Geheimrezept, um hier sicher richtig zu liegen. Fakt ist aber:

Fragt eure Eltern, wie groß oder klein ihr wart bei der Geburt. Ein Stück weit vererbt sich das!

Die Erstausstattung 

Tja und was kauft man dann? Alles, was man über den Kopf ziehen muss, ist am Anfang eher nervig, denn die kleinen Köpfchen sind ja noch so wackelig! Praktisch sind Wickelbodies, außerdem Leggings oder Strampler mit Druckknöpfen. Ich mochte bei zwei Frühlingsbabies alles ohne Fuß lieber (die Beinchen sind eh angezogen und bleiben nicht im Fuß!). Das ist aber Geschmackssache und ein paar Socken hält den Fuß da, wo er hingehört. Für Winterbabies würde ich immer auf Wolle setzen und empfehle Schlüttis, oder andere Oberteile, die man seitlich knöpfen kann. Und auch bei Sommerbabies sind am Anfang lange Ärmel und Beine ein Muss, Neugeborene brauchen Wärme – kurze Bloomer müssen warten.  Mehrere Paar Wollsöckchen machen für Sommer- und Winterbabies Sinn. Genauso wie Mützen mit Band. Auf Naturfasern achten ist bei Babykleidung außerdem auch ein Muss. Wolle wärmt die zarten Wesen am besten, mein Favorit sind hier die Baumwoll-Wolle-Mischungen von Petit Bateau. Die meisten schwören auf Wolle-Seide (zum Beispiel von Hess Natur, Cosilana oder Engel), die sind auch toll, aber kompliziert zu waschen, was bei den vielen Kacka-Katastrophen, die man anfangs so hat, ganz schön nerven kann.

Kauft lieber weniger, dafür Gutes und Sinnvolles! Babies schwitzen nicht und riechen wunderbar, wenn sie sich nicht gerade vollkotzen oder vollkacken, können sie ein Teil auch mal mehrere Tage am Stück tragen.

Und wieviel macht Sinn?

Meine Erfahrung: Diese Liste von Jule!

Meine tolle Hebamme Sissi vertreibt übrigens seit kurzem eine großartige Babybox, mit garantiert nur nützlichen und hochwertigen Stücken!

Was macht keinen Sinn?

  • Kleine T-Shirts (hängen nur unter den Armen)
  • Kleine Kleider (hängen noch mehr unter den Armen)
  • Kleine Bloomer (zu kalt!)
  • Kurzärmliges (zu kalt!)
  • Alles, was über den Kopf muss (zu unpraktisch)
  • Alles, was man unten nicht aufknöpfen kann (zu unpraktisch)

Das heißt nicht, dass man solche Sachen nicht auch kaufen darf, es muss ja nicht immer praktisch sein. Auch ich habe wieder einige unpraktische und zuckersüße Kleidchen und Quatschdinge gehabt für Quinn, die ich selten und für Fotos angezogen habe. Vielleicht ärgert man sich aber weniger, wenn man weiß, dass das nicht die Teile sein werden, die man täglich anzieht.

Warm durch den Winter

Babies werden in der Regel im Kinderwagen oder in der Trage transportiert, ein warmer Kinderwagensack oder ein Fell machen fast immer Sinn. Fellsäcke sind recht pricey, man bekommt sie aber auch gut bei Ebay Kleinanzeigen!

Für Tragebabies machen dicke Fellschuhe Sinn, um die Füßchen warm zu halten. Unverzichtbar außerdem: eine gute Mütze aus Wolle (hier unbedingt auf die Materialzusammensetzung achten).

Ich habe beide Babies den ganzen Winter in Wollwalk gepackt, Xaver hatte einen Anzug von Disana, Quinn wärmt sich jetzt in Hess Natur, ihr neuer Anzug hat einen Reißverschluss, das ist gar noch praktischer! Und für Mama einen großen Regen- und Winterparka, man verbringt ja doch recht viel Zeit draußen…

Was macht keinen Sinn?

  • Kleine Schneeanzüge, Daunenjacken und Regenjacken… Solange das Kind nicht selbst läuft oder zumindest krabbelt, wird es kaum selbstständig draußen unterwegs sein und braucht das nicht wirklich. Im Kinderwagen schwitzt es darin unnötig und in der Trage erst recht. 

Übrigens sind es auch oft die Schneeanzüge, Regenjacken und Bloomer in Größe 56/62, die im Sale landen… Lasst euch nicht verführen 😉

Was steht meinem Baby

Es klingt komisch aber ich habe bei beiden Kindern Lieblingsteile gehabt und andere Sachen, die ihnen überhaupt nicht standen. Man sollte denken: ist doch ein Baby! Aber ich bin oft auf die Schnauze gefallen mit Klamöttchen, die ich schwanger gekauft und dann doch nie angezogen habe, weil sie einfach nicht zu dem Baby passen wollten. Das gilt natürlich eher für spezielle Teile, als für Basics, für mich ist es aber ein wichtiger Grund, nicht zu viel vorzukaufen! Lasst euch also – mal wieder – nicht zu sehr verführen, auch wenn es noch so viel Spaß macht!

Auf Vorrat kaufen 

Apropos. Auf Vorrat kaufen ist oft eine schlechte Idee. Man muss extrem gut auf die Jahreszeiten achten (ich saß bei Xaver auf vielen Sommersachen in Größe 74, es war gerade Weihnachten, als er diese Größe trug…) Wenn ihr das also tut: denkt lieber drei Mal zu viel nach und rechnet durch und ärgert euch nicht, wenn es dann doch nicht hinkommt.

Und: Schuhe vorkaufen macht überhaupt keinen Sinn. Babies können nicht laufen und brauchen keine Schuhe! Nicht nur das, man bekommt sie ihnen auch schwer angezogen, weil Babyfüße sich immer in Balletstellung pointen. Ausnahmen sind Fellstiefelchen und Krabbel-Lederschuhe, aber auch hier würde ich sie immer erst besorgen, wenn sie gebraucht werden. Richtige Schuhe vorkaufen geht insofern meist in die Hose, als dass man ja nicht weiß, wann das Kind laufen wird und welche Schuhgröße es dann haben wird. Außerdem: die ersten Lauflernschuhe sollten einfach im Geschäft anprobiert werden… Siehe dieser Artikel hier.

Und für Krabbelbabies?

Davor kommt noch die Krabbelzeit, auch hier sind wieder manche Sachen praktisch, andere nicht. Ich fand Leggings und bequeme Hosen am besten, gerne mit verstärktem Knie! Auch diese Krabbelstrumpfhosen waren bei uns sehr beliebt. Kleine Lederschühchen sind am besten für die Mäuse zum krabbeln lernen, zum Beispiel von Lieblinge.

Was macht keinen Sinn?

  • Kleider!
  • Enge Jeans! (Machen eh keinen Sinn für Babies)
  • Feste Schuhe

 

Was sagen die erfahrenen Mamas unter euch? Womit habt ihr gute Erfahrungen gemacht, was war Quatsch?

 

PS: In eigener Sache: Wir verkaufen in unserem Tictail Shop gerade viele Erstlings- (und andere) Sachen, auch ein paar Klamotten aus meiner Schwangerschaft sind dabei.

Illustration: Kera Till

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