Die sichere Geburt – wozu Hebammen? Und wir verlosen zwei Karten!

09. October 2018 | in Geburt | Gesellschaft | Schwanger

Die Krise in Deutschlands Kreißsälen ist in aller Munde. Wer auf dem Land lebt muss kilometerweit fahren – denn immer mehr Geburtsstationen schließen. Es gibt zu wenig Kreißsäle, in einigen Städten müssen gebärende Frauen mit Wehen von Krankenhaus zu Krankenhaus fahren. Wenn sie einen Platz bekommen, sieht es aber auch alles andere als rosig aus: Zu wenig Personal, wenige Hebammen müssen zu viele Frauen betreuen, für viele Frauen wird die Geburt am Ende zum traumatischen Erlebnis. Der Film „Die sichere Geburt“ ist deshalb mehr als aktuell – und am Donnerstag ist er auf seiner Deutschlandtournee in Berlin zu Gast.

In der spannenden, fast zweistündigen Dokumentation geht es um die Situation der Geburtshilfe in Deutschland: Was läuft schief? Warum ist das, was Frauen in den durchschnittlichen Krankenhäusern erleben, oft so weit von einer „schönen Geburt“ entfernt? Was richten Routinemaßnahmen an, was stört eine selbstbestimmte, kraftvolle Geburt? Warum ist die Kaiserschnitt- und Dammschnittquote hierzulande viel höher, als es die Empfehlungen der Fachgesellschaften nahe legen?

Was müssen Frauen wissen, um gut gewappnet ihre Geburt als biografisch prägendes, bestärkendes Geschehen zu erleben? Was können sie selbst tun, um sich zu positionieren und ihre Wünsche klar zu formulieren? An welchen Punkten lohnt es sich wirklich, im Krankenhaus den Mund aufzumachen? Oder einen Geburtsplan zu formulieren?

Eine sichere Geburt

Schon der Titel des Filmes ist sensationell gut. Eine sichere Geburt. Das, was wir alle wollen. Nur wird gemeinhin immer noch angenommen, „Kuschelfaktoren“, die eine Geburt „schön“ machen können, seien quasi das Gegenteil von guter medizinischer Betreuung, eben um den Preis von „weniger sicher“. Und das stimmt eben genau nicht.

Sicher gebären bedeutet, dass eine physiologische, gesunde Geburt nicht gestört wird. Das, was hierzulande in den Kliniken flächendeckend passiert, ist eine massive Einmischung und damit Störung des Geburtsgeschehens. Und das ist keine Hebammenromantik, sondern Neurophysiologie. Zum Glück ist das, was eine interventionsarme Geburt auszeichnet, mittlerweile wissenschaftlich nachgewiesen.

Gute und sichere Geburtshilfe zeichnet sich auch durch quantifizierbare Parameter aus: Eine niedrige Kaiserschnittquote, eine niedrige Dammschnittquote, eine niedrige Betäubungsquote per PDA sind Qualitätsmerkmale. Das sagen nicht nur wir Hebammen, das sagt die evidenzbasierte Medizin, das sagen übergeordnete Gremien wie die WHO. Nur ist es leider genau nicht das, was Frauen hierzulande angeboten wird, und zwar in der riesengroßen Mehrheit der deutschen Geburtskliniken.

Diesen großen Widerspruch von dem, was man eigentlich unstreitig weiß und dem, was die klinische Geburtshilfe in weit über 90 % für die gebärenden Frauen bereit hält, arbeitet Carola Hauck in ihrem Film „Die sichere Geburt“ ganz wunderbar heraus. Interviewt werden verschiedene Fachleute der internationalen Geburtshilfe, neben Prof. Rainhild Schäfers, Prof. Sven Hildebrandt, Prof. Frank Louwen und Michel Odent, dem großen alten Mann der Geburtshilfe auch Ina May Gaskin, Godmother of Midwifes und Trägerin des alternativen Nobelpreises.

Am nächsten Donnerstag, den 11.10. wird er um 19.00 im City-Kino in Berlin-Wedding gezeigt. Danach gibt es eine Podiumsdiskussion, unter anderem mit der Filmemacherin Carola Hauck, Teresa Bücker, Chefredakteurin von EditionF, Prof. Dr. Wolfgang Henrich, Direktor der Geburtshilfe an der Berliner Charité, Franziska Kliemt, Vorstandsfrau der Elterninitiative Mother Hood e. V. und mit Kareen Dannhauer, Hebamme und Buchautorin von Guter Hoffnung. Das Ganze wird moderiert von Lisa Martinek, Schauspielerin, Mutter von drei Kindern und Botschafterin von Mother Hood. Begleitet wird die Veranstaltung von einer Ausstellung der Geburtsfotografin Josephine Neubert.

Diese Filmvorführung ist tatsächlich schon ausverkauft. Wir konnten aber noch zwei Karten ergattern und verlosen nun verlosen 1×2 Karten für diese Filmvorführung mit anschließendem Talk.

Jede Frau, die ein Baby bekommt, wird von diesem Film profitieren. Wenn Ihr es diesmal nicht geschafft habt zu kommen, könnt Ihr auch eine DVD oder einen Streaming-Zugang erwerben, den Link zum Film und auch die weiteren deutschlandweiten Vorführdaten gibt es hier:

Wenn Ihr an der Verlosung teilnehmen möchtet, hinterlasst einfach unten in der Kommentarfunktion einen Kommentar und erzählt uns, was Euch für Eure Geburt das Allerwichtigste ist (oder war). Teilnahmeschluss ist Mittwoch, der 10.10.2018 um 24 Uhr. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen!

Passend zum Thema haben wir auch noch einen Podcast für euch aufgenommen! Und zwar mit unserer wunderbaren Kareen.Als Hebamme erlebt sie tagtäglich diese Realitäten der Geburtshilfe in Berlin. Sie gibt engagierte Geburtsvorbereitungskurse, um „ihre“ Frauen auf vielen verschiedenen Ebenen auf das große Abenteuer Geburt vorzubereiten und ihnen ein paar wichtige Briefings mit an die Hand zu geben. Wir sprechen genau darüber: was läuft schief? Aber auch darüber, was wir alle machen können, damit sich die Situation wieder bessert und was jede Schwangere genau jetzt tun kann, um ihre Geburt sicherer und angenehmer zu gestalten,

Den Trailer zum Film könnt ihr übrigens hier sehen:

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