Xavers liebste Kinderbücher (ab Viereinhalb)

21. March 2018 | in Familie | Medien

Nach Quinn müssen natürlich jetzt auch noch Xavers liebste Kinderbücher verraten werden! Er wird nächste Woche fünf Jahre alt und ich muss sagen, dass er im letzten halben Jahr einen wahnsinnig großen Entwicklungssprung gemacht hat – was man auch beim Lesen merkt. Es wird viel gefragt und erzählt, weniger gebockt, mehr verstanden, er ist unheimlich interessiert.

Entsprechend lesen wir jetzt immer öfter “richtige” Bücher, lange Geschichten mit vielen Kapiteln und kaum Bildern. Ich traue mich sogar langsam an Erich Kästner und Co. ran, was mir so viel Freude macht, denn genau wie Katharina liebe ich es heimlich, die Bücher aus meiner Kindheit mit meinen Kindern zusammen noch mal wiederzuentdecken. Die Auswahl, die ich heute vorstelle, spiegelt aber auch wider, wie divers Xavers Leseverhalten gerade ist. Denn er mag auch immer noch kurze Bilderbücher unheimlich gerne, kann sich aber eben mittlerweile genau so gut bei langen Geschichten konzentrieren. Ein tolles Alter, dieses fast fünf!

Los geht’s also:

Wazn Teez?

Wollte ich eigentlich gar nicht mehr mit reinnehmen, weil ich es ja schon ausführlich auf Instagram vorgestellt hatte. Das wäre aber irgendwie seltsam gewesen, denn es ist und bleibt Xavers absolutes Lieblingsbuch! Wir hatten es eben auch im Urlaub dabei und es wurde mehrmals täglich gelesen, auch Quinn ist schon Fan. Wazn teez? ist aber auch wirklich ein besonderes Buch, nicht nur wegen der “Fantasiesprache”, sondern vor allem dank der niedlichen Geschichte, der vielen Details und wunderschönen Zeichnungen. Wir entdecken immer wieder neue Detials und irgendwie geht es wirklich “um die großen Fragen des Lebens”, wie es auf dem Buchrücken steht. Ich weiß nicht, ob das Buch allen von euch gefällt, dass kein richtiges Deutsch gesprochen wird, ist schon gewöhnungsbedürftig, aber in unserer Familie sind alle Mitglieder die größten Fans!

Jetzt bestimme ich, ich, ich!

Ich habe dieses Buch spontan gekauft, als “JETZT WILL ICH ENDLICH MAL BESTIMMEN” hier auf der Tagesordnung stand. Ich habe hier ja einen kleinen, zauberhaften Autokraten zuhause. “Passt ja,” dachte ich – und auch: “Juli Zeh, so falsch kann es nicht sein.” Ein Volltreffer! Im Buch geht es darum, was passiert, wenn wirklich mal jeder für sich bestimmen darf in der Familie. Nebenbei wird das Grundprinzip “Demokratie” erklärt und am Ende: werden die Eltern doch immer wieder als Bestimmer wiedergewählt, weil sie ihren Job gar nicht so schlecht machen. Xaver ist dann auch wirklich in den letzten Monaten viel einsichtiger geworden, er versteht jetzt, dass es eben nicht immer funktioniert, wenn die Kinder bestimmen. Diese große Entwicklung lag sicher nicht nur an dem Buch, aber geschadet hat’s ganz bestimmt auch nicht. Ein toller Tipp also für alle mit keinen Kommando-Kids.

Superkauz: Meister der Verkleidung

Den Superkauz LIEBT Xaver, dabei ist er eigentlich schon fast ein bisschen zu groß dafür. Es ist interessant illustriert, hat viele Reime (mein Sohn ist ein Reime-Fan, er kann das ganze Buch und auch alle Songtexte etc., die sich reimen sofort auswendig), und eine lustige, listige Geschichte. Ich mag, dass der Kauz sich nicht ärgert, wenn etwas nicht klappt, sondern einfach weiter macht. Außerdem isst er am Ende keine armen Tiere, sondern ein Menschen-Gericht. Ein etwas anderes Buch, das hier supergut ankommt und mich auch erfreut, weil es schön und eben ein bisschen ab vom Mainstream und etwas anders als andere Kinderbücher ist.

Der Bärbeiß

Ach, der Bärbeiß! Wir haben mittlerweile schon ein zweites Bärbeiß-Buch gekauft, weil die Geschichten einfach so süß sind. Das war das erste richtige”Vorlese-Buch”, das wir gelesen haben und hier stimmt einfach alles: niedliche Protagonisten, schöne Dialoge, der kauzige Bärbeiß, das freundliche Tingeli, die Welt in “Timbuktu”, die man sich so gut vorstellen kann. Dazu die dezenten aber sehr geschmackvollen Illustrationen und die Message stimmt auch immer. Sie ist aber so subtil, dass man sich als Eltern beim Lesen nicht doof vorkommt, im Gegenteil. Ein ganz tolles Buch für Kinder die gerade ins “richtige” Vorlese-Alter kommen. Auch die Hörbücher, gelesen von Katharina Thalbach, sind übrigens zu empfehlen!

Die Kinder aus der Krachmacherstraße

Zuletzt noch ein Klassiker von Astrid Lindgren, den ich als Kind auch schon geliebt habe. Xaver verehrt Lotta richtig, und sie ist ja auch wirklich zum Schießen. Wir sagen oft: Wie Quinn! Manche Eltern meinen, die Kinder würden durch die Krachmacher-Bande erst so richtig auf doofe Gedanken kommen (was die alles anstellen!), aber ich bin sicher, den Schabernack haben meine auch ohne Lotta im Kopf. Mich freut es auch irgendwie immer, wenn die rebellischen, wilden, eigensinnigen Kinder die Helden sind, im schönen Kontrast zu Conni und Co. Eine Sache jedoch: Es gibt ein Kapitel, in dem Lotta sich als “Sklave”verkleidet und mit Kohle anmalt. (In der früheren Version war es wohl sogar ein “Negersklave”, das wurde zum Glück wenigstens gestrichen). Das finde ich schwierig, lese es ungern vor und habe Xaver auch erklärt, warum. Es ist nicht lustig und auch nicht niedlich, “Sklave” zu spielen, spätestens nachdem wir auf Guadeloupe viel über Sklaverei gesprochen haben, hat er das auch verstanden. “Warum fürchtet sich der Junge vor Lotta?” hat Xaver auch gefragt. Ich sagte: “Manche Menschen fürchten sich vor Menschen, die anders aussehen, als sie selbst, weil sie es nicht kennen. Uns kann das nicht passieren, weil unsere Freunde alle verschieden aussehen.” Keine Ahnung, ob das die beste Antwort war, mir erschien es schlüssig.

Eine Leserin frage letztens unter Katharinas Post zu Kinderbuch-Klassikern, wie sie dazu steht, dass “kritische Begriffe” darin vorkommen. Ich kann für meinen Teil sagen, dass ich das nicht unproblematisch finde, aber dass ich auch nicht denke, dass man sich einen Gefallen tut, wenn man jetzt nur noch 100% politisch korrekte Kinderbücher kauft (da bleibt auch nicht mehr viel übrig!!). Die Kinder lernen so ja auch, dass manche Begriffe heute tabu sind, dass Geschichten und Klischees manche Menschen verletzen können und so weiter. Ich finde es also okay, so etwas zu lesen, solange man den Kindern erklärt, was es damit auf sich hat. Wir lesen zum Beispiel auch gerade Aklak, der kleine Eskimo und ich habe mich dann gleich mal schlau gemacht, ob man “Eskimo” überhaupt noch sagen darf (darf man anscheinend, und Inuit wäre sogar nicht korrekt). Dennoch habe ich auch hier ein bisschen erklärt, dass es diese ursprüngliche Art zu leben leider nicht mehr so richtig gibt und welche Probleme die Modernisierung für viele Ureinwohner mit sich brachte. So haben wir das hier gelöst mit Political Correctness im Kinderbuch, mich interessiert aber natürlich auch, wie ihr das seht?

 

Und auch welche Bücher ihr so lest gerade, vor allem welche Vorlese-Bücher!

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