Ein gesunder Kuchen (fast ohne Zucker) zum ersten Geburtstag

09. October 2019 | in Food & Beauty | Rezept

Der geht aber auch zum zweiten, vierten oder Omas Geburtstag! Denn Kuchen für Babys und Kleinkinder sehen viel zu oft langweilig aus und schmecken nach nichts. Weil ich das schade fand, habe ich lange herum probiert und jetzt ein Rezept für euch, das gesund UND lecker ist! Zusätzlich zum Grundrezept für den Kuchen habe ich noch drei Frostings und ein paar Deko-Ideen aufgeschrieben und fotografiert… sieht vielleicht etwas kompliziert aus, geht aber schnell und einfach, versprochen!

Ganz ohne Zucker gibt’s fast gar nicht

Meine Lieben, das ist ein großer Post für mich. Nicht wie das Gegenteil von klein, eher bedeutsam. Für euch hoffentlich hilfreich. Denn die Suche nach einem zuckerfreien Geburtstagskuchen begann für mich schon vor zwei Jahren, ein paar Wochen vor dem ersten Geburtstag meiner Tochter. Bis dahin hatten mein Mann und ich die Ernährung unserer Tochter mit Samthandschuhen angefasst, das ganze zuckerfrei-im-ersten-Jahr-Ding voll durchgezogen. Nun wünschte ich mir die zauberhafteste Torte für mein zauberhaftes Kind, doch eine klassische Zuckerbombe erschien mir kaum folgerichtig. Als ausgesprochene Ausnahmen-Befürworterin hätte ich meine gesundheitlichen Bedenken wohl kurz beiseite schieben können. Doch ich bezweifelte auch, dass einem Kind ohne jegliche Zucker-Erfahrung ein Kuchen mit klassischem Zucker-Anteil überhaupt schmecken würde. Also begann ich zu googeln – nicht gründlich genug, denn ich habe Isabels Rezept übersehen – konnte aber kein geeignetes Rezept finden. Geeignet hieß dabei für mich: Eben ohne Zucker/ Sirup/ Süßstoff, aber auch aus vollwertigen Zutaten und einfach zuzubereiten.

Früchte statt Raffinadezucker

An ihrem großen Tag gab es dann unseren liebsten Carrot Cake, abgewandelt mit pürierten Datteln statt Ahornsirup. War okay, dem Kind hat’s geschmeckt. Mir schmeckte er… naja, eben gesund. Klar, gesunde Zutaten sind super; aber wenn ich Kuchen esse, will ich die nicht rausschmecken. Doch zumindest wurde mir klar, dass das Konzept eines gänzlich mit Früchten gesüßten Kuchens funktionieren kann. Und so backe ich seitdem ständig – wirklich viel zu viel – meist ohne Zucker und bin auch tatsächlich besser geworden. So gut zumindest, dass ich meine selbst gestellte Geburtstagskuchen-Challenge geknackt habe und jetzt hier mein Rezept mit euch teilen kann.

Ein Rezept – verschiedenste Kreationen

Der Kuchen an sich wurde hier vielfach gebacken, getestet und von Klein wie Groß für köstlich befunden. Außerdem – und das ist mir sehr wichtig – lässt er sich abwandeln. Ich ärgere mich immer, wenn ich ein tolles Rezept entdecke, mir dann aber genau eine Zutat fehlt oder einer der Gäste gar allergisch ist. Deswegen habe ich im Grundrezept für den Teig gleich ein paar Alternativen aufgeschrieben. Für die Creme bzw. das Frosting könnt ihr zwischen drei ganz unterschiedlichen Varianten wählen. Dabei ist der Kuchen sehr saftig, würde also auch ohne Frosting funktionieren. Wer es ein bisschen feierlicher mag und (wie ich) eine 18-cm-Form benutzt, backt ein hohen Kuchen, die sich locker in zwei oder drei Schichten schneiden lässt. Mit einer der Frosting-Varianten und wahlweise Obst wird der Kuchen zur einzigartigen Geburtstagstorte, die sicher der ganzen Familie schmeckt.

Zur Deko…

Bei uns gab es in den letzten Jahren auch schon Kerzen und gekaufte Cake-Topper. Kann zugegebenermaßen spektakulär aussehen, landete bei uns aber nach einmaliger Benutzung Kuchen-verschmiert im Müll. Deswegen machen wir, zumindest in den ersten Jahren, die Deko einfach selbst. Sieht vielleicht nicht ganz so spannend aus, geht dafür aber super schnell und ist außerdem nachhaltig und günstig, weil ihr zum Basteln nur das benutzt, was ihr schon zuhause habt. Das heißt Schaschlikspieße (oder Zahnstocher/ Strohhalme/ dünne Sushistäbchen) UND altes Geschenkpapier (oder Zeitschrift/ Zeitung/ Sticker). Das war’s. Na gut, Schere und Kleber braucht ihr auch. Dann einfach ausschneiden, zusammenkleben, in den Kuchen stecken und tadaaa! fertig.

Und jetzt kommt das Rezept für den Kuchen!

Trockene Zutaten:

225 g Mehl (Dinkel-/Weizenmehl; anteilig geht Vollkorn, dann ggf. etw. mehr Flüssigkeit)
2 gestr. TL Natron
1,5 TL Backpulver
opt. 1 Prise Salz
opt. 1/2 TL Zimt
gestr. TL Vanille

Flüssige Zutaten:

380 g pürierte oder zerdrückte Banane/ zuckerfreies Apfelmark
70 g weiche Datteln (das sind ca. 4 Medjool Datteln; 80 g bei Verwendung von Apfelmark)
20 g Mandelmus/ anderes Nussmus/ Joghurt
70 g Sonnenblumenöl/ mild schmeckendes Öl
2 EL Apfelessig/ Zitronensaft

Zubereitung:

– Ofen auf 175 Grad vorheizen. Eine 18 cm Springform mit Backpapier auslegen oder sehr gut fetten und mehlen. Bei einer Silikonform reicht es, zu fetten. Wer eine größere Backform verwendet, muss die Backzeit anpassen (d.h. verkürzen).

– In einer großen Schüssel die trockenen Zutaten gründlich verrühren.

– In einer mittleren Schüssel oder, wenn vorhanden, im Standmixer die flüssigen Zutaten möglichst gleichmäßig verquirlen.

– Die flüssigen zu den trockenen Zutaten geben und alles nur so lange mit großem Löffel/Spachtel verrühren, bis keine größeren Mehlklumpen mehr sichtbar sind (zu intensives Rühren = trockener Kuchen).

– Masse gleich in die vorbereitete Form geben, möglichst gleichmäßig verteilen und im unteren Drittel des Ofens ca. 30-38 min backen. Ab 30 min immer wieder Stäbchenprobe machen (wenn ein oder zwei kleine Krümel am Stab hängen bleiben, kann der Kuchen raus).

Rezept für das Creamcheese-Frosting

Zutaten:

300 g Frischkäse, bei Zimmertemperatur
65 g Butter, weich (wichtig!)
1/2 TL Vanille
opt. 1/4 TL Zimt
3 große, weiche Datteln (z.B. Medjool) + etwas kochendes Wasser

Zubereitung:

– Im Standmixer, mit Handmixer oder notfalls mit Schneebesen weiche Butter cremig rühren.

– Dann restliche Zutaten bis auf Datteln hinzugeben und so lange rühren, bis homogene Masse entsteht.

– Die Datteln in kleine Schale/ große Tasse geben und mit so viel kochendem Wasser übergießen, dass sie gerade bedeckt sind. Kurz ziehen lassen; dann gründlich zerdrücken oder pürieren, bis Dattelmus möglichst homogen ist.

– Dattelmus in kleines Sieb geben und mithilfe eines Löffels zu Creamcheese-Masse sieben. Dann noch einmal kurz verrühren.

– Abschmecken! Wem das Frostig nicht süß genug ist, der kann noch mehr Dattelmus zubereiten und hinzufügen. Ich gebe immer noch eine Prise Salz hinzu.

Anmerkung:

– Frosting reicht für einen dreistöckigen Kuchen, wenn die einzelnen Schichten dünn bestrichen werden.

– Ich habe den Kuchen zusätzlich mit selbstgemachtem Himbeermus garniert. Dafür habe ich Himbeeren mit etwas Zitronensaft, Stärke und ein paar zerdrückten Datteln eigekocht.

Rezept für das Schoko-Frosting

155 g Datteln
125 g Mandelmus (oder andres Nussmus)
ca. 15 g Kakaopulver / Carob
115-125 ml Milch (ich benutze Mandel- oder Hafermilch) Opt. 1 Prise Salz
Opt. 1 Prise Vanille

– 115 ml Milch und alle restlichen Zutaten im Mixer so lange pürieren, bis eine komplett homogene, cremige Masse entstanden ist. Wenn nötig, etwas mehr Milch hinzufügen.

– Vorm Servieren mind. 1 Stunde kalt stellen.

Anmerkung:

– Frosting reicht für einfachen, oder zweistöckigen (dünn bestrichenen) Kuchen.

– Ich habe den Kuchen zusätzlich mit fein geschnittenen Bananenscheiben und Kakao-Nibs garniert.

Rezept für Buttercreme-Frosting

300 ml Milch (ich benutze Hafer- oder Mandelmilch)
2 EL Vanille-Puddingpulver (zuckerfrei)/ Speisestärke
150 g Butter, warm (wichtig!)
ca. 75 g Datteln + etwas kochendes Wasser
1 TL Vanille

– Aus Milch und Puddingpulver/Stärke einen Pudding kochen; dazu beides verquirlen und in kleinem Topf auf mittlerer Hitze und unter ständigem Rühren zum Kochen bringen. Sobald die Mischung kocht und leicht andickt, vom Herd nehmen und in eine Schüssel füllen. Schüssel abdecken, damit sich keine Haut bildet.

Datteln in kleine Schüssel/ große Tasse geben und nur so viel kochend heißes Wasser darüber gießen, dass sie gerade bedeckt sind. Kurz ziehen lassen. Dann mit kleinem Sieb und Löffel zum erkalteten Pudding sieben.

Butter und Vanille zu Pudding und Dattelmus geben und alles (am besten im Standmixer) mit Schneebesen so lange verrühren, bis eine komplett homogene, cremig-feste Masse entsteht.

Anmerkung: 

– Frosting reicht für einen dreistöckigen Kuchen, wenn die einzelnen Lagen recht dünn bestrichen werden. Wer einen dreistöckigen Kuchen mit viel Frosting will (wie abgebildet), muss die Menge verdoppeln.

– Zusätzlich zum Creamcheese-Frosting habe ich den Kuchen mit grob gestückelten, gedünsteten Äpfeln (mit etwas Zimt) garniert.

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