Wir brauchen einen Plan! Hier sind ein paar Inspirationen

20. March 2020 | in Alltag | Rezept

Wie läuft es denn so bei euch. Jetzt mal ehrlich. Seid ihr schon am Limit? Ist es gar nicht so schlimm, wie erwartet?
Auch wir sind seit einer Woche zuhause mit den Kindern. Es ist verrückt. Aber irgendwie auch sehr schön. Wir haben keine Regeln aufgestellt, außer dass wir uns alle morgens anziehen. Aber alle sind bisher friedlich, nehmen aufeinander Rücksicht. Ich bin wirklich überrascht davon, wie gut es klappt.

Dazu muss ich sagen, dass wir keine ängstlichen Menschen sind. Wir sehen diese Pandemie jetzt nicht durch und durch mit Angst. Wir sind postitiv, dass die Kurve flacher wird durch unser Verhalten und dass dieser Zustand in einigen Wochen nicht mehr nötig ist. Die Zahlen aus China machen Hoffnung. Ich kann mir vorstellen, wie schwer es denen jetzt fällt, die ihre eigenen Ängste aushalten müssen und den ganzen Tag mit den Kindern dealen… Und denen, die Alleinerziehend sind. Und denen mit Arbeitgebern, die erwarten, dass alles weiterläuft.

Viel sprechen, immer wieder erklären.

Wir sprechen viel mit den Kindern. Der 6-Jährige versteht alles unheimlich gut. Er sieht die Logo-Nachrichten, wir haben gemeinsam ein Bild gemalt, wie sich der Virus ausbreitet, wenn wir nichts machen. Er versteht das alles. Er schaut Angela Merkel andächtig zu. Er wäre lieber in der Schule, er vermisst seine Freunde. Aber er ist nicht traurig. Sein Geburtstag ist Ende des Monats. Er weiß, dass er ihn ohne Freunde feiern wird. Wir werden in der Wohnung eine Schnitzeljagd machen, werden es ihm dennoch so schön wie möglich machen. Und dann im Sommer ganz groß nachfeiern. Ach, es ist nicht leicht. Auch mit der Dreijährigen nicht, die es natürlich noch nicht so ganz versteht… Aber es geht irgendwie…

Was uns auch hilft: Struktur. Ich weiß, da gibt es schon die ersten Insta-Posts: Die Kinder brauchen das nicht, stresst die nicht so. Ich halte davon nichts. Ich glaube, wir brauchen das, ja – aber die Kinder auch. Und man hat innerhalb der Strukturen ja trotzdem viel Freiheit. Ihr müsst es dennoch nicht machen, ist ja klar.

Bei uns hat unser Kind aber auch so viele Schulaufgaben, dass wir keine Wahl haben. Das ist bei jeder Schule anders, unsere Lehrer haben Nachtschichten eingelegt und individuell für jedes Kind einen Plan erstellt, der ganz schön knackig ist. Am ersten Tag dachte ich: das packen wir nicht. Aber jetzt läuft es gut und ich bin sogar sehr froh darüber. Denn so haben wir einen festen Punkt, jeden Tag. Auch die Arbeitszeiten der Eltern haben wir ungefähr eingeplant. Wir kommen gerade mit etwa 3-4 Stunden gut hin, versuchen extrem konzentriert zu sein. Johanna Pinkepank empfiehlt die Promodoro-Methode, finde ich sehr interessant! Noice Cancelling Kopfhörer sind übrigens eine gute Idee für das Home Office…

Trotzdem steht manchmal alles Kopf

Zwischendurch steht hier die Welt Kopf, die Kinder nehmen alles auseinander. Aber irgendwie sind wir bislang ganz cool geblieben. Wir erwarten nicht viel von uns. Die Kinder hängen locker 1-2 Stunden am Tag vor dem Fernseher. Seitdem so viele gute Sachen im Fernsehen kommen, habe ich da noch weniger schlechtes Gewissen. Quinn schaut morgens oft eine digitale Musikstunde an, die sie liebt. Auch sind wir in einer privaten Vorlesegruppe mit Zoom. Manchmal liest die Oma per Face Time vor. Wir räumen nur abends kurz auf. Haushalt passiert nebenbei. Morgens macht einer von uns immer Sport. Unser Plan sieht ungefähr so aus:

Was uns natürlich auch wahnsinnig macht: dieses ständige Kochen. Und das ganze Geschirr! Wir hatten bisher keinen Essensplan, sondern haben gegessen, was wir da hatten. Und versucht, einigermaßen abwechslungsreich zu bleiben. Drei Mal am Tag. Snacks gibt es kaum, außer mal einen Apfel oder einen Cracker für das Schulkind. Oder Rohkost, also meist Karotten, Gurken, Tomaten. Für die nächste Woche wollen wir einen Plan machen.

Essenspläne!

Wir stellen euch hier jetzt immer wieder Essenspläne vor. Mit familiengeprüften Rezepten und Ideen. Ihr könnt immer alles vereinfachen, und so weiter. Beispielsweise ist jeden Morgen Müsli oder Marmeladenbrot wunderbar, oder abends immer Brotzeit. Wer gerne kocht, der kann ja mehr machen. Der erste Essensplan ist von Hannah, die ihr ja auch hier schon kennengelernt habt. Hannah hat fünf Kinder und ist das ständige Kochen gewöhnt. Nur muss sie jetzt natürlich viel größere Portionen machen, weil mittags alle mitessen, inklusive Home Office Mann. Ihre Rezepte sind simpel, aber lecker. Fast alles ist vegetarisch, oder sogar vegan. Wenn ein Kind nicht mitessen möchte, bekommt es eine Variante oder Brot. Auch bei Hannah hat ein Kind Geburtstag diese Woche… Auch bei ihr wird in der Kernfamilie gefeiert. Dafür, so sagt sie, wird irgendwann gleich drei Mal nachgefeiert: Mit Freunden, der größeren Familie und im Kindergarten… Wie ich, hofft sie, dass es tröstet.

Warmes Müsli ist in Hannahs Familie Porridge. Und hier noch einige Rezepte: Hirse, veganes Naan Brot, Apfelscones, Kaiserschmarrn, vegane SpätzleBrot für die Suppe

Der zweite Essensplan ist ausgedacht, aber mit ganz vielen Rezepten von Tiny Spoon, die einfach mit Brot- und Reste-Mahlzeiten aufgefüllt wurden. Viele Rezepte sind mit Fleisch, man kann es immer auch einfach weglassen. Hier kann man auch ein bisschen Meal-Prep üben. Der Plan ist recht aufwendig, alleine die Frühstücke. Man kann hier einfach variieren.

Montag: Morgens einen BERG Eierkuchen machen.

Rezepte: Eierkuchen mit Apfel; Eierkuchenröllchen mit Spinat

Dienstag: Morgens schon einen Berg Reis vorkochen.

Rezepte: Apfel-Hafer-BreiMango-Chicken-CurryErbsensuppe mit Prosciutto

Mittwoch: eine große Portion Bircher Müsli vorbereiten

Chili con Carne (hier den Rest Reis dazu)

Donnerstag: Einen großen Berg Nudeln vorkochen

Avocado-Hüttenkäse-Brot; Basilikum-Pesto

Freitag: Linseneintopf

Abends das Bananenbrot backen.

Sonntag:

French Toast

Gebackener Blumenkohl

Die Vorlage für die Pläne kommen von unserer lieben Leserin Timna. Danke! Nächste Woche kommen noch mehr Pläne!

Und wenn euch mal gar nicht nach Kochen ist und der Geldbeutel es her gibt: Unterstützt die Restaurants in eurer Umgebung. Viele bieten jetzt sogar Lieferservice an. Und Take Away geht ja eh immer… Sie haben es jetzt so nötig, wie nie!

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