Let’s talk about: Geheimratsecken

13. December 2016 | in Familie | Gesellschaft | Letstalkabout

Mitten in die Vorweihnachtszeit platze ich hier einfach mal rein mit einer Beschwerde an Mutter Natur. Ich finde es eine bodenlose Unverschämtheit, dass wir Frauen die Babys erst austragen müssen, dann auf die Welt bringen, dann stillen und betudeln.

Dass wir bluten müssen und mit Rückenschmerzen zu kämpfen haben. Dass wir nachts nicht schlafen dürfen, während wir tagsüber versuchen, unseren Beckenboden und auch den Rest des Körpers wieder in Form zu bringen. Und was ist der Dank? Nach einigen Monaten fallen uns auch noch die Haare aus. Büschelweise. Es ist wirklich nicht fair!

Ich wusste dieses Mal ja, was auf mich zukommt. Ich kannte es von Xaver. Bei ihm hatte es mich ziemlich spät und erst nach dem Abstillen erwischt, etwa sieben Monate nach der Geburt ging es los und dann gleich ruckizucki. Innerhalb von wenigen Wochen war ich ein gerupftes Huhn. Parallel magerte ich ab, sah grau und fahl aus. Wenn ich mir Bilder aus der Zeit anssehe, wird mir ganz mulmig, ich war wirklich nicht fit!

Same old, same old…

Dieses Mal habe ich Plazenta-Kapseln geschluckt, Mineralstoffe ohne Ende, Silicea und vor allem habe ich wesentlich länger voll gestillt – und es erwischte mich trotzdem wieder kalt. Schon nach etwa vier Monaten ging es los, der Peak war wohl so nach fünf Monaten erreicht. Langsam wird es besser, aber noch immer sammele ich Haare auf nach jeder Haarwäsche, nach jedem Kämmen. Haare, Haare überall, an meinem Baby, an meinem Mantel, auf dem Boden, es ist zum Verrücktwerden.

Den meisten meiner Mama-Freundinnen geht es ähnlich, die Dunkelhaarigen jammern mehr als die Blonden (logisch, sieht man ja auch mehr) und viele haben richtige Geheimratsecken. Bei mir sind es die “Baby-Haare”, an denen man ganz genau sieht, dass da viel ausgefallen ist, was jetzt langsam wieder nachwächst. Schön sieht das nicht aus! Und es fühlt sich grauenhaft an, wenn man das Gefühl hat, bald keine Haare mehr auf dem Kopf zu haben…

Verflixte Hormone!

Es lohnt sich übrigens schon, mal die Eisenwerte und die Schilddrüse checken zu lassen. habe ich gemacht – alles im Rahmen. Schuld sind die Hormone und gegen die ist kein Kraut gewachsen. Ich habe wirklich viel probiert dieses Mal, es half nichts. Auch ein heißer Tipp von Katharina (den ich noch nicht verraten will, denn ihr Artikel dazu kommt am Freitag), hilft vielleicht bei “normalem” Haarausfall aber bei dem hormonell bedingten: nichts. Alle Haare, die in der Schwangerschaft und direkt nach der Geburt nicht ausgefallen sind, sind jetzt weg und gefühlt noch einige mehr.

So ist das nämlich: Während der Schwangerschaft fallen die Haare dank viel Östrogen deutlich weniger aus. Dafür kommt es, wenn der Hormonhaushalt sich wieder einpendelt, umso dicker. Jede empfindet diesen Haarausfall anders, je nach Haarstruktur und -fülle. Und irgendwann pendelt sich alles wieder ein, und die Haare sind wie vorher. Wobei ich sagen muss, dass es gefühlt sehr lange gedauert hat nach der Haarausfall-Phase nach Xavers Geburt, bis meine Haarpracht wieder einigermaßen vorzeigbar war. Das steht mir also jetzt wieder bevor.

Was tun? Bob? Hut? Drüber stehen? Regaine?

Habt/Hattet ihr das auch? Und wie seid ihr damit umgegangen?

Kommentare