Start-up-Mums: Verena Pausder von Fox and Sheep

03. September 2015 | in Gesellschaft | Karriere | Vereinbarkeit

Im ersten Teil unserer Start-up-Mums Serie haben wir euch Lena von Descape vorgestellt. Nun geht es weiter mit Verena Pausder, einer richtigen Power-Frau! Schon in ihren frühen Zwanzigern gründete sie ihr erstes Unternehmen. 2012 startete sie dann mit einem Co-Founder Fox and Sheep. Das Unternehmen entwickelt tolle Kinderapps (Junio ist Fan!) und wurde vor Kurzem vom großen Spielzeughersteller Haba übernommen. Verena hat zudem zwei Jungs – Grund genug für uns mal nachzufragen, wie sie das alles so macht.

Liebe Verena. Du bist Gründerin von Fox and Sheep und hast zwei Kinder. Würdest du dich als Working Mum beschreiben? Was hältst du von diesem Begriff?

Ja, ich bin sicherlich eine working mum, da mir Beides sehr wichtig ist: Eine gute Mutter zu sein und Erfolg im Job zu haben. Und seit dem Moment, als meine Kinder auf die Welt kamen, schweben sie immer über allem was ich tue, egal ob ich im Büro oder zu Hause bin. Daher trifft es der Begriff ganz gut.

Wie involviert ist dein Mann? 

Er ist morgens und am Wochenende sehr involviert. Er bringt die Kinder an den meisten Tagen in die Schule und Kita und am Wochenende übernimmt er die Initiative. Da plant er gemeinsame Ausflüge, macht Sport mit den Kindern oder spricht mit ihnen stundenlang über Fußball, Ritter und Piraten. Wir tauschen uns viel über die Kinder aus, diskutieren Verhaltensweisen oder Missstände und sind sehr gleichberechtigt in der Erziehung der Kinder. Während der Woche ab 18 Uhr bin ich für die Kinder da, da sich das mit meinem Job besser vereinbaren lässt und mir diese Zeit mit den Kindern einfach heilig ist.

War die Aufteilung von Anfang an klar?

Mein Mann und ich haben uns kennengelernt als die Jungs 1,5 und 3 Jahre alt waren. Da war noch alles neu für uns als Familie und wir haben unsere Rollen nach und nach definiert. Es war aber von Anfang an klar, dass mein Mann ein sehr aktiver Vater sein wollte, der wenn er da ist, den Kindern viel Aufmerksamkeit schenkt und sie prägt. Und es war für uns von Anfang an klar, dass wir Beide unsere beruflichen Ziele mit Zeit und Herzblut verfolgen wollten. Das stand nie zur Debatte.

Anfang des Jahres hat der große Spielzeughersteller Haba Fox and Sheep gekauft. Was bedeutet das für euch?

Es ist eine tolle Bestätigung für unsere bisherige Arbeit und motiviert ungemein jetzt gemeinsam zu neuen Ufern aufzubrechen. Ein Familienunternehmen wie HABA mit einer langfristigen Ausrichtung und viel unternehmerischer Leidenschaft ist für uns der ideale Partner, Themen wie digitale Bildung für Kinder und die Zukunft des Spielens zu definieren und voranzutreiben. Wir sind sehr stolz auf diesen Zusammenschluss.

Auf welche Hindernisse bist du innerhalb deiner Karriere gestoßen? 

Um ehrlich zu sein sehr wenige. Und das sage ich nicht, weil mir Dinge geschenkt wurden oder ich besonders Glück hatte. Ich habe mir Vieles was ich erreicht habe sehr hart erarbeitet und es gab viele Momente und Phasen in meinem Leben in denen die Arbeit viel Raum eingenommen hat. Natürlich gab es auch Rückschläge oder Misserfolge, aber ich hatte nie das Gefühl, dass mich jemand aktiv ausbremsen wollte, es mir schwer gemacht hat oder gar meine Karriere verhindern wollte. Ich hatte tolle Mentoren auf meinem beruflichen Weg, die mich bis heute begleiten und viele positive Weichen in meinem Leben gestellt haben.

Was muss sich ändern, damit wir mehr Frauen (und Mütter) in der Tech/Start-up Szene sehen?

Ich denke die Startup-Szene bietet tolle Voraussetzungen für Frauen, Beruf und Familie zu vereinbaren. Natürlich ist die Phase der Gründung hart, wenn alles im Feuer steht, Nichts sicher ist und man sehr viel arbeiten muss, um sein Unternehmen auf sichere Beine zu stellen. Aber wenn diese Phase überwunden ist, dann bietet die Startup-Szene viele Freiheiten was Arbeitszeit und –ort betrifft. Dann arbeitet man mit einem hohen Maß an Selbstbestimmung und der Output entscheidet über den Erfolg. Daher denke ich, dass es nur eine Frage der Zeit ist, dass es viel mehr Frauen in dieser Branche geben wird. Denn es gibt schon jetzt immer mehr weibliche Vorbilder, die zeigen, dass es geht und junge Frauen inspirieren es ihnen gleich zu tun.

Was ist dein Tipp für junge Gründerinnen?

Einfach machen! Es gibt kein spannenderes Leben als das einer Startup-Gründerin in der Tech-Industrie. Man ist extrem nah dran am Puls der Zeit und der Entwicklung neuer Technologien, hat die Freiheit die Zukunft mit zugestalten und hat die Möglichkeit, Familie und Beruf besser zu vereinbaren, als in jeder anderen Führungsposition, die ich kenne. Und mein zweiter Tipp ist: keine Scheu vor Tech! Ich bin selber BWLerin und kein Techie und trotzdem finde ich mich sehr gut in dieser Welt zurecht, denn sie besteht ja nicht nur aus IT, sondern auch aus Produktideen, Marketing, PR und Datenanalyse und man wächst mit seinen Aufgaben.

Vielen Dank Verena!

Fox and Sheep findet ihr hier. Und mehr über Verena erfahrt ihr auf ihrem Blog.

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