Let’s talk about: Mama-Migräne

SAMSUNG CAMERA PICTURESLos ging’s in der Schwangerschaft. Eines Morgens wurde erst die Hand taub, dann die Zunge. Ich sah schlecht, es war als würden kleine Funken meine Augen trüben. Darauf folgte eine unglaubliche Erschöpfung. Ich wollte nur noch liegen. Konnte ich zum Glück auch, ich hatte ja noch kein Kind!

Die Hormone in der Schwangerschafts

Mein Freund tat das, was man nicht tun sollte: er googelte. Schlaganfall! Okay, oder Migräne. Ich machte einen Termin beim Neurologen. Der entwarnte: Hormonell bedingte Migräne-Anfälle in der Schwangerschaft seien häufig. Überhaupt sei Migräne meist einfach ein Zeichen des Körpers, dass ihm irgendeine Veränderung zu viel ist. Das kann die monatliche Blutung und der damit verbundene Hormon-Umschwung sein, das kann Stress sein, oder eine örtliche Veränderung, manche reagieren auch schon auf einen Wetter-Umschwung. Aber ich dachte immer, Migräne habe mit Kopfschmerz zu tun? Nicht unbedingt, sagte er. Auf das, was ich hatte, würde oft ein Kopfschmerz folgen, aber ich hatte Glück gehabt.

Ich war erst mal beruhigt. Und fast ein Jahr lang blieb ich auch verschont. Nur leider kamen die Anfälle dann wieder. Und dieses Mal MIT Kopfschmerz! Es passiert gerne kurz vor der Menstruation, manchmal wenn es gerade etwas stressig ist. Manchmal auch einfach so.

Miese Migräne

Ich gebe zu, dass ich Migräne-Patienten früher immer etwas belächelt habe: ein Aspirin und gut isses, stell dich nicht so an! Aber so ist es nicht. Migräne ist mies. Sie lähmt komplett. Sie tut weh, sie macht Angst. Denn es dauert, bis sich die Hände wieder normal anfühlen. Bis die Taubheit nachlässt, bis die Nerven sich beruhigen. Und der Kopfschmerz ist nicht mit einem Aspirin weg, er ist anders als “normaler” Schmerz. In Peak-Phasen schlucke ich 1200 mg Ibuprofen pro Tag und damit wird der Schmerz gerade mal gelindert. Viele Migräne-Patienten leiden zudem auch noch unter Lichtempfindlichkeit und Erbrechen.

Was ist die Lösung? Noch weiß ich das nicht. Aber ich war wieder beim Neurologen. Habe jetzt bessere Schmerzmittel. Vor allem soll ich aber entschleunignen. Mich weniger stressen. Auf mich achten, genug trinken. Beim Orthopäden war ich auch. Ich weiß jetzt, dass das ständige Tragen von Xaver, dazu das Schleppen von Einkäufen, Kinderwagen, etc. das Ganze verschlimmert. Xaver wiegt mittlerweile fast ein Drittel von mir, ich bin klein, zierlich, und er weigert sich, Treppen zu steigen. Überhaupt ist er ein ausgesprochen fauler Läufer.

Tragen minimieren

Obwohl ich regelmäßig ins Yoga gehe sind mein Rücken und mein Nacken nämlich meine großen Schwachstellen. Jetzt habe ich die ärztliche Anweisung, mein Kind nicht mehr so viel heumzuschleppen. Ja, die Attachment-Parents unter euch werden die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, aber ich zwinge ihn jetzt, zu laufen. Rumtragen in der Wohnung geht nicht mehr (oder nur gaaanz selten…). Draußen darf er manchmal auf den Rücken, aber nur wenn ich eine Trage dabei habe.

Ich spiele außerdem ernsthaft mit dem Gedanken, mir Botox in den Nacken zu spritzen zu lassen. Auch zum Ostheopathen möchte ich bald gehen. Und: mir wurden Massagen verschrieben. Hurra!

Warum erzähle ich euch das? Weil ich wissen will, ob ihr das kennt! Denn auffällig viele meiner Freundinnen berichten, dass sie seit sie Mutter sind, unter Migräne leiden. Es scheint etwas mit den Hormonen zu tun zu haben, sicher aber auch mit dem Mama-Stress, dem wir uns alle aussetzen. Ich bin SEHR gespannt auf eure Erfahrungen! Wann habt ihr das, seit wann und was sagen eure Ärzte?

PS: Das Foto entstand in unserem Formentera-Urlaub. Ein mieser mieser Migräne-Tag (und ich fürchte, das sieht man auch…)

 

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