Simplify your life – endlich Ordnung und Übersicht im Kleiderschrank

27. September 2017 | in Interior | Lifestyle

Wie schon letzte Woche angedeutet: bei uns in der Wohnung wurden in den letzten Wochen einige Chaos-Ecken eliminiert. Die Kammer haben wir ausgeräumt und sortiert, die Kinderecke neu gestaltet und mit dem Schrank ist jetzt auch die letzte Chaos-Bastion gefallen.

Doch von vorne: vor ein paar Monaten habe ich auf Instagram ein Foto von unserem Schrank gepostet. Wir haben einen Pax, damals noch einen ohne Türen (fanden wir schick und nicht so Ikea-mäßig) und, naja, meistens sah der dann aber richtig unschick aus. Vollgestopft und unsortiert und so weiter. “Wir müssen Schranktüren kaufen” schrieb ich deshalb unter das Foto.

So sah es an einem aufgeräumten Tag aus (links ist der Mann, rechts bin ich. Habt ihr euch wahrscheinlich schon gedacht):

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Daraufhin meldete sich Maren bei mir. “Ich bin die Tür für deinen Schrank!” versprach sie. Die Gute macht das nämlich beruflich: sie ist Stylistin aber hilft auch sehr gerne Frauen dabei, ihren Schrank zu verkleinern und zu perfektionieren. Vor allem wenn diese Mutter geworden sind, denn – da seid ihr vermutlich bei mir – bei vielen ändert sich nach der Geburt ja nicht nur der Körper, sondern auch der Stil.

Ha! Wie gut! Dachte ich. Denn tatsächlich horte ich gefühlt Klamotten seit ich 20 bin. Ich sortiere immer wieder aus, aber komme nicht hinterher. Ich liebe shoppen, aber kaufe relativ ohne System, sondern immer aus dem Bauch heraus. Oft fehlen mir Kombinationsmöglichkeiten, oder ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht. Ein Grund dafür sind natürlich auch die zwei Schwangerschaften in den letzten fünf Jahren, dazu zwei Stillzeiten und ein Hoch- und Runter beim Gewicht. Von Normalgewicht zu Hochschwanger, zur Stillzeit, zu extrem schlank, zu etwas mehr, zu wieder hochschwanger, wieder Stillen, dann irgendwie mehr denn je, aber auch anders. Mein Körper hat sich mit jeder Schwangerschaft verändert und mein (Lebens-) Stil auch. Mittlerweile gehe ich maximal noch ein Mal im Monat aus, brauche also keine 10 Paar Pumps und  Clutches. Hab ich aber trotzdem! Mittlerweile passe ich in viele skinny Jeans von vor drei Jahren nicht mehr rein, habe sie aber immer noch. Und so weiter.

Maren, also! Sie kam vorbei und brachte Licht ins dunkel. Und sie war ganz schön streng. Ich hatte vorher eh schon aussortiert, fand meinen Schrank also schon total klein und dann kam Maren. “Niemand kann das alles anziehen”, sagte sie. Und sagte, ich solle mal ehrlich sein. Auf dem Bett verteilte sie Zettel. “Saison” (denn Wintersachen im Sommer und umgekehrt – sollte man nicht im Schrank haben), “Archiv” (Dinge von denen ich mich nicht trennen kann,  die aber eigentlich nicht mehr getragen werden), “Kombi” (Mir fehlen Kombinationsmöglichkeiten), “Reinigung, Änderung” (ist eigentlich dreckig, zu kurz, eng, weit, fehlt ein Knopf….), “Behalten” (Lieblingsteile), “Weg damit” und “Vielleicht”.

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Ich war erst ziemlich zaghaft, wurde dann aber, nachdem Maren mehrmals ehrlich mit mir war (“das ziehst du doch nicht an!”), immer mutiger. So sortierten wir also fleißig aus. Ich kam richtig in Fahrt. “Das ist mir eigentlich zu kurz”, “das kratzt”, “da stört mich der Kragen”, und so weiter. Halleluja!

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Dabei war Maren aber nicht nur auf der “Weg damit”-Seite, sie sah ziemlich realistisch, was ich wirklich trage und was Sinn macht. Am Anfang belächelte sie zum Beispiel noch meine gefühlt 20 weißen Oberteile, nachdem ich ihr glaubwürdig versicherte, dass ich die wirklich alle trage, durften sie bleiben. Während die Berge auf dem Bett wuchsen, stellten wir Einiges fest. Mir fehlt es an Basics, zum Beispiel. Ich kaufe auch wirklich nicht gerne Basics, macht mir einfach weniger Spaß, als besondere Teile zu jagen. Aber wenn dann nichts zum Kombinieren da ist, hängen die ganzen bestickten Blusen und bunten Kleider eben im Schrank! Ich kaufe außerdem gerne weiße Teile, wie gesagt. Dabei passt das gar nicht zu meinem Leben! Und graue Sweater. Und und und.

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Maren schrieb mit, machte sich Notizen. Und begann dann, mit mir durchzuprobieren. Dabei fiel wieder viel auf: dass viele Hosen mir zu lang sind, zum Beispiel. Dass mir einige Kleider nicht stehen, weil die Ärmel stauchen. Dass mir High Waist Jeans am besten stehen, Bundfalten dafür nicht. Dass ich eine Marlene-Hose brauche und einen längeren Cardigan und einen guten Lederrock. Dass meine Leidenschaft für besondere Materialien bleiben darf, weil mir das schon gut steht. Dass ein bisschen Absatz besser ist, als ganz flach.

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Wir fanden viele Kombinationen, die ich vorher noch gar nicht ausprobiert hatte. Außerdem wurden auch einige Teile wieder entdeckt, die ich imaginär eigentlich schon aussortiert hatte. Dabei musste ich sie nur mal anders kombinieren, oder einfach mal in die Hose stecken, oder einen Gürtel drum machen, etc. Mit dem Kombinieren hätte ich ewig weitermachen können, leider hatten wir nicht unendlich Zeit. Maren machte von jedem Outfit ein Foto, die habe ich mir in den Schrank gehängt, das sind dann “Geht immer” Outfits, sagt Maren. Am Ende gab sie mir noch Aufräum-Tipps, die ich tatsächlich fast alle beherzigt habe. Und eine Shopping-Liste, sowie ein paar Empfehlungen. Eine davon war: Abends schon das Outfit raussuchen und rauslegen, inklusive Unterwäsche und Socken! Und: die Tasche abends schon packen!

Das schaffe ich nicht immer, aber wenn… Ein Life Changer!

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Was bleibt? Maren hat mich nachhaltig beeindruckt. Ich bin viel sicherer geworden, greife öfter zum Basic, habe schon viele ihrer Shopping-Tipps umgesetzt. Ich habe radikal ausgemistet, war beim Flohmarkt, auch auf tictail ist noch Einiges drin. Ich habe eine Riesentüte zum Schneider gebracht. Ich bin noch weit weg vom End-Ziel, einem Kleiderschrank voller Lieblingsteile und guten Kombis, nämlich. Aber ich komme dem Ziel näher! Und in der Zwischenzeit sind irgendwie auch ein paar Pfunde gepurzelt, ich passe wieder in die ein oder andere Jeans, was das Kombinieren auch wieder vereinfacht. Ach ja, und ich habe die Ordnung gehalten. Mein Schrank sieht jetzt so aus:

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Ja, ich weiß: immer noch voll, Maren mahnt auch: Nach Farben und Längen sortieren! Dann wird es deine eigene Boutique! Das bekomme ich noch nicht so ganz hin, aber ich habe viel mehr Durchblick als vorher. Besondern stolz bin ich auf die Schubladen! Die sind SO übersichtlich jetzt:

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Das Faltsystem benutze ich jetzt auch für Xaver, richtig gut. Und wir haben endlich und trotzdem Schranktüren gekauft. Mit Muuto Dots gepimpt sieht der Pax doch ganz ansehlich aus, oder? Es herrscht jetzt eine neue Ruhe im Schlafzimmer, man glaubt es kaum, was das für einen Unterschied macht.

Ich kann ein solches Rundum-Ausmisten also wärmstens empfehlen. Ich fühle mich viel sortierter und freier, seit ich mehr Überblick und WENIGER habe. Danke also für den Impuls, liebe Maren!

Wenn ihr auch Lust auf einen neuen Kleiderschrank habt, dann fragt Maren an. Sie kann in Berlin zu euch nach hause kommen, es ist weniger teuer, als ihr denkt und lohnt sich so sehr!

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