Frida mit Oskar, Tilda und Karla

marie |

Frida, unter fleißigen Mode-Blog-Leserinnen besser bekannt als Frida Fashion Fox, ist dreifache Mama, Galerie-Managerin und erfolgreiche Bloggerin. In ihrer Wahlheimat Hamburg lebt sie mit ihrem Mann Claude, ihrem Sohn Oskar und den Zwillingen Tilda und Karla. Die 28-Jährige hat ein tolles Gespür für Mode und Ästhetik. Klar, dass man ihr Talent auch im Kinderzimmer sieht. Wir durften Frida zu Hause besuchen und ein paar Fragen stellen.

 

Hallo Frida. Was uns eigentlich am meisten interessiert: Wann machst du diese ganzen tollen Fotos auf deinem Blog? Wenn die Kinder schlafen?

Ach, so zeitaufwendig ist das alles gar nicht. Wie bei allen Dingen mit Kindern hat es vor allem viel mit Koordination und gutem Timing zu tun. Ich treffe mich alle vier bis sechs Wochen mit meinem Fotografen. Wir sind ziemlich schnell beim Fotografieren. Daher schaffen wir es dann bis zu acht Outfits. Da ja auch alle drei Kinder den halben Tag in der Kita verbringen, klappt diese Herangehensweise hervorragend. Anders wäre es natürlich, wenn ich jede Woche up to date sein müsste und jeden Trend sofort umsetzen würde. Aber darum geht es in meinem Personal Style Blog eher weniger.

Und wer fotografiert dich?

Lustigerweise hat die Tatsache, dass ich einen eigenen Fashion Blog betreibe auch etwas mit meinem Fotografen Steffen Stilpirat Böttcher zu tun. Angefangen hat nämlich alles mit seinen Hochzeitsfotografenworkshops und Masterclasses. Er brauchte regelmäßig Pärchen, die er während eines Workshops ablichten konnte. Mein Mann und ich waren also öfter mal Hochzeitspaarobjekt seiner Teilnehmer. So trafen wir uns schon aufgrund dessen regelmäßig zum Bilder schießen. Wir hatten dann schnell Lust außerhalb des Hochzeitsfotografenkontextes gemeinsame Sachen umzusetzen, die er für sein Portfolio nutzen konnte und ich für meinen Blog.

Du sprichst in deinem Blog das Muttersein eher selten an, es geht wirklich vor allem um Mode und Lifestyle. Gelingt es dir wirklich, so eine coole Nebenbei-Mama zu sein?

 Oh, das finde ich wirklich interessant, dass das so rüber kommt. Denn ehrlich gesagt hab ich mir schon öfter mal den Kopf darüber zerbrochen, wie ich mein Mami-Sein auch auf meinem Blog platzieren kann. Denn das ist ja wirklich der wichtigste und umfassendste Teil in meinem Leben. Aber ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass es bei einem Personal Style Blog eher nicht passt. Das Modethema ist mir bei meinen Kindern (noch) nicht so wichtig. Da geht es eher um bequeme Kita-Kleidung und das Auftragen von Second Hand Kleidern aus der eigenen Familie oder aufgestöbert in schönen Vintage-Shops wie der Hamburger Fux Vintage.

Auch empfinde ich es als schwer, das richtige Maß zu finden, wie viel man von seinen Kindern im Internet preisgeben sollte. Daher reduziert sich mein Familien-Dasein nur auf ein paar schöne Schnappschüsse auf Instagram. Eine Nebenbei-Mami bin ich also nur im Internet. Aber geht das überhaupt: cool zu sein als Nebenbei-Mami? Ich finde eine coole Fulltime-Mami viel erstrebenswerter!

Neben dem Bloggen arbeitest du auch als Galerie Managerin. Wie macht ihr das mit dem Zeitmanagement? Wie eingebunden ist dein Partner?

Ich habe wirklich einen großartigen Papi als Mann, der sich in jeder seiner freien Minute rührend um seine Kinder kümmert. Aber er hat den Vollzeitjob von uns beiden und kann eben immer erst ab 18 Uhr zuhause sein. Ich bin ab dem frühen Nachmittag für unsere Kinder da. Bis jetzt klappt es daher mit unserem Zeitmanagement ganz gut.

Du bist eine verhältnismäßig junge Mutter. Wie kam das? Willst du noch mehr Kinder?

Unser Sohn war absolut nicht geplant und kam zum Ende meines Studiums zur Welt. Im Nachhinein war das ein wirklich gelungener Zeitpunkt, falls es den richtigen für Kinder überhaupt je geben sollte. Bei mir war es so, dass ich gerade einen langjährigen und intensiven Lebensabschnitt hinter mich gelassen habe und mich dadurch völlig entspannt auf meine neue Aufgabe als Mami einlassen konnte. Es gab keine Job-Deadline im Kopf. Das war wirklich schön.

Natürlich gab es dafür ganz andere Ängste und Sorgen: Wie und wann ich wohl den Erst-Einstieg ins Arbeitsleben schaffen werde. Aber das konnte ich damals getrost noch ein wenig aufschieben, da mit unserem ersten Kind sofort auch unbewusst/indirekt der Startschuss für ein Geschwisterchen gefallen war. Mir war es nämlich ganz wichtig, dass die Geburten unserer Kinder ganz eng beieinander liegen. Einfach aus eigenen Erfahrungen mit meiner fünf Jahre älteren Schwester.

Ohne große Einflussnahme oder gestresster Nachwuchsplanung ist es dann auch etwas früher als gedacht nach noch nicht ganz zwei Jahren passiert. Dass es dann auch noch ein Doppelpack wurde, war natürlich nicht zu erwarten. Vorerst ist aber kein weiteres Kind mehr geplant. Drei kleine Racker reichen uns voll und ganz. Obwohl mein Mann und ich uns gegenseitig schon dabei erwischt haben, dass seit dem schleichenden Ende unserer Zwillings-Babyzeit immer öfter wehmütige Gedanken überkommen: “Jetzt haben wir ja gar keine Babys mehr.” Vielleicht gibt es dann ja doch noch einen kleinen Nachzügler. In zehn Jahren dann. Oder so 😉

Ganz ehrlich: Was dachtest du, als du erfahren hast, dass es zwei sind? 

Bei meiner zweiten Schwangerschaft konnte ich wahrlich am eigenen Leib erfahren, was es bedeutet, eine weibliche Intuition zu besitzen. Ich wusste nämlich schon zu einem so frühen Zeitpunkt, dass ich wieder schwanger bin, dass der Test noch negativ ausfiel. Dieses Ergebnis konnte ich so nicht stehen lassen – der Zweite war dann positiv. Tja, und in der Woche vor dem ersten Arzttermin überkam mich so ein Bauchgefühl, dass es diesmal zwei sein könnten. Ich rief meine Schwester an und erzählte ihr davon. Sie kam mit zum Arzttermin und meinte noch witzelnd zum Arzt, dass ich diese Befürchtung hätte, es könnten zwei sein. (Ich hatte gar keine Befürchtungen. Ich wusste es einfach). Was soll ich sagen. Nach dem Ultraschall meinte der Arzt etwas verblüfft nur: „Oh. Mit Ansage hatte ich aber auch noch nie.“ Hehe, das ist wirklich meine beste Anekdote aus dieser Schwangerschaft. Aber so ganz ausgeschlossen war die Möglichkeit einer Zwillingsschwangerschaft auch nicht, denn meine Mama hat ja auch einen Zwilling.

Für meinen Mann kam die Botschaft direkt nach dem Arzttermin etwas unverhoffter am Telefon. Aber unsere Freude überwog ganz klar vom ersten Tag an.

Wie ist die erste Babyzeit mit den Zwillingen gewesen? War auch mal Krisenstimmung?

Puh. Also. Hätte ich beim ersten Mal direkt Zwillinge bekommen, wüsste ich jetzt bestimmt, was ein Nervenzusammenbruch genau bedeutet. Aber es heißt ja immer: Beim zweiten Kind ist man viel gelassener und entspannter als beim Ersten. So war es tatsächlich. Bei meinem Sohn Oskar war ich durch meine Unsicherheit auch ja nichts falsch zu machen, oft völlig hilflos.

Das ist mir nach zwei Jahren Erfahrungen mit Oskar bei den Zwillingen nicht mehr passiert. Alles hat viel besser geklappt. Am Anfang haben sie als Frühchen natürlich viel geschlafen. Ein großer Vorteil war allerdings, dass sie sich beim Schreien nicht gegenseitig geweckt haben. Das ist immer noch so. Aber sonst macht man einfach alles doppelt bis dreifach. Stillen, Wickeln, Kuscheln, Beruhigen, Spielen. Man darf nur nicht anfangen drüber nach zu denken. Denn natürlich gibt es auch Krisentage.
Wenn ich heute daran denke, wie ich mir später rückblickend die Frage stellen könnte “Wie hast du das bloß damals alles hinbekommen”? schmunzel ich.

Was ist das Nervigste am Mama-Sein?

Die tagtäglichen Kämpfe um die selbstverständlichsten Dinge wie Anziehen, Ausziehen, Aufräumen und in den dritten Stock schleppen. Grrrr…

Und was ist das Schönste?

Da gibt es so, so Vieles. Es sind vor allem die kleinen, fast nebensächlichen Dinge, die mir jetzt natürlich auch nicht einfallen wollen. Aber die Tatsache, dass ich durch meine Kinder erst wirklich versuche jeden Moment zu genießen und das Leben mit seiner Vergänglichkeit wirklich wahrzunehmen und aufzusaugen, ist für mich ein so großes Geschenk.

Aber das Allergrößte: Bilder von den eigenen Kindern angucken, während sie nebenan friedlich schlummern. Und dabei völlig verliebt und verzückt sein. Das ist doch echt eine Elternkrankheit, oder?! 😉

Danke liebe Frida!

Schaut euch Fridas schönen Blog an. Oder ihren Instagram-Account.

Frida Mindt mit Oskar (3) und Tilda und Karla (beide 18 Monate), Februar 2015
Photography: Sarah Winborn
Interview: Isabel Robles Salgado & Marie Zeisler