Celia Muñoz mit Flavia, Lucas, Siena, Bosco und Hugo

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Celias Familienleben ist so beneidenswert wie überwältigend. Wie funktioniert der Alltag nur mit fünf Kindern? Der Traum einer richtigen Großfamilie ist für Celia und ihren Mann glückliche Realität geworden. Celia hat aber nicht nur eine kleine Kita-Gruppe an Kindern in die Welt gesetzt: Die ehemalige Psychologin betreibt den wunderhübschen Online-Shop und Laden LaCoqueta. Wie geht das alles eigentlich und wer ist diese tolle Frau?

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Hallo Celia! Du hast fünf kleine Kinder, das ist heutzutage eher ungewöhnlich. Wusstest du schon immer, dass du eine große Familie willst?

Ja, genauso war es und ich hatte Glück, dass mein Mann das Gleiche wollte. Ich komme selbst aus einer Familie mit vier Kindern. Jedes Mal wenn ich in den Ferien bei meinen Großeltern war, gab es diese Sommertage mit meinen 26 Cousinen und Cousins, alle im ähnlichen Alter wie wir. Ich habe sehr schöne Erinnerungen daran und hatte eine tolle Kindheit. Unterbewusst wollte ich das wohl mit meiner eigenen Familie wiederholen. Ich finde große Familien toll und die eigene Großfamilie zu haben war ein großer Traum meines Ehemanns und mir.

Wie involviert ist dein Mann im Familienleben?

Mein Mann hat einen sehr zeitintensiven Job und reist unter der Woche viel. Wenn er Zuhause ist, versucht er das aufzuholen. Er super involviert mit den Kindern, und von uns beiden sicherlich der Geduldigere. Ab dem Moment, in dem er nach Hause kommt, verbringt er seine Zeit nur mit den Kindern. Er hilft bei den Mathe-Hausaufgaben und ist der Einzige der kocht (bei uns gibt es nur hausgemachtes Essen, das mein Mann kocht!). Er ist auch toll darin, die Logistik zu organisieren, wenn wir reisen. Er übernimmt die ganze Planung und stellt sicher, dass alles bis ins kleinste Detail funktioniert. Ich liebe es, wenn er uns durch den Flughafen führt und wir wie kleine Entlein hinterher laufen. Er ist der beste Papa und unsere Kinder lieben ihn.

Hast du Jemanden angestellt, der dir mit den Kindern hilft?

Am Anfang nicht, aber als ich selbstständig wurde, war es klar, dass ich Hilfe brauche. Ich habe eine niederländische Nanny für meine Kids (mein Mann ist Niederländer), sie spricht nur niederländisch mit ihnen, was uns sehr wichtig ist. Wir haben die perfekte Balance gefunden: Sie kümmert sich um die Kinder, wenn ich nicht zu Hause bin und wenn ich da bin hilft sie beim Organisatorischen. Wir haben eine schöne Beziehung miteinander, aber passen gut auf, dass wir uns nicht auf die Füße treten. Für uns als Eltern ist es sehr wichtig, dass wir alleine mit unseren Kindern sind, wenn wir zu Hause sind. Unsere Nanny ist von Montag bis Freitag bei uns, wenn wir arbeiten und am Wochenende gibt es nur uns und die Kinder.

Wie hat dich das Mutter-Sein verändert?

Das Mutter-Sein hat mich unglaublich verändert. Als ich mein erstes Kind hatte, lernte ich mich ganz anders kennen. Der Lernprozess war extrem, auf sehr instinktive Art und Weise. Wie geht man mit Schreien um, ohne verrückt zu werden und ohne, dass es die Beziehungen zu anderen Menschen beeinflusst? Oder auch das extreme Multi-Tasking… Ich habe für mich selbst so viel mehr Anerkennung und mir ist viel bewusster, wer ich bin und für was ich stehe. Ich habe meine Grenzen genauso wie meine Stärken kennengelernt und war in Situationen, von denen ich nie geträumt hätte. Das Mutter-Sein hat mir ermöglicht, meine Familie mehr zu lieben als mich.

Bevor du deinen Laden aufgemacht hast, warst du Psychologin. Warum bist du nicht zurück in deinen Beruf?

Ich hatte das Gefühl, dass klinische Psychologie und fünf kleine Kinder nicht so gut miteinander funktionieren. Ich brauchte etwas Spaßigeres und Kommerzielleres… Die perfekte Balance habe ich jetzt mit La Coqueta gefunden.

Vermisst du manchmal dein „altes Leben“, vor den Kindern?

Ich erinnere mich gern daran zurück, aber vermissen tue ich es nicht. Ich fühle mich so viel mehr komplett mit meinen Kindern und mit meinem Mann, viel glücklicher und erfüllter. Seitdem ich Kinder habe, genieße ich die Zeit ohne sie noch viel mehr, viel mehr als noch vor zehn Jahren, als das einfach selbstverständlich war.

Erzähl uns ein wenig von deinem Laden. Was war da die Motivation für dich?

La Coqueta’s ist ein süßer Laden inmitten meines Kiezes, Hampstead. Er wurde im März 2013 eröffnet und wir kümmern uns um ihn, wie um einen kostbaren Edelstein. Der Boden des Ladens ist so schön und wir sind sehr vorsichtig mit allem, was wir verkaufen. Wir versuchen, ständig etwas Neues zu haben, um es für uns und unsere Kunden spannend zu machen. Die Idee war, dass der Laden wir ein Süßigkeitengeschäft aussehen soll. Die Wände sind eher neutral und die dynamischen Farben der Kleidung stechen hervor. Was ich schön finde: Meine Mutter und sogar meine Großmutter sind involviert. Wir suchen Dinge zusammen heraus, meine Mutter fand die schöne Tapete und meine Großmutter hat den Vintage-Counter ausgesucht. Es war ein richtiges Familienprojekt und das Spannende war, dass keiner von uns Erfahrung darin hatte, deshalb entstand alles aus der Perspektive eines Konsumenten… und ich glaube, wir haben das gut hinbekommen! Die meiste Arbeit passiert hier im Laden und auch die Online-Verkäufe werden im Laden vorbereitet. Für mich ist es sehr wichtig, dass alles unter Kontrolle ist und unseren Online-Kunden den gleichen tollen Service zu bieten, wie wenn sie im Laden einkaufen würden.

Du verkaufst viel spanische Mode. Was ist so besonders an spanischen Labels?

Ich finde traditionelle, spanische Mode ist besonders, weil sie nicht vom Mainstream beeinflusst ist: Die Farben und die Stoffe erinnern an die Vergangenheit. Diese Nostalgie passt irgendwie zum Markt für Kinderkleidung: Es ist besser als etwas, das man gleich wegwirft und der „Vintage-Look“ ist angesagt. Kunden mögen es, wenn sie etwas Besonderes und Traditionelles haben, das sie einfach stylen können. Passende Accessoires dazu zu finden ist einfach und die Farben und Drucke aus Spanien sind definitiv etwas Besonderes. Die Qualität und Verarbeitung haben einen hohen Standard, was man selten findet. Genau das mögen unsere Kunden.

Was ist das Nervigste am Mama-Sein?

Ich würde sagen, dass ich nur sehr selten Zeit für mich selbst habe, besonders, wenn man viele Kinder hat. Aber das ist es alles wert.

Und was ist das Beste?

Die bedingungslose Liebe zu fühlen und die Erfahrung der Verantwortung, sich um jemanden zu kümmern, der dich braucht und nichts im Gegenzug zu erwarten.

Danke liebe Celia!

Schaut euch gern Celias Shop La Coqueta an.

Celia Muñoz mit Flavia (7), Lucas (6), Siena (5), Bosco (3.5), Hugo (2.5), June 2015

Photography: Sarah Winborn
Interview: Marie Zeisler

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Celia’s family life is as enviable as it is spectacular. How does everyday life work with five kids? The dream of having a real big family became the happy reality of Celia and her husband. Celia didn’t only have enough kids to fill a small day care facility: The former psychologist runs the wonderfully pretty online-shop and store LaCoqueta. How does that actually work and who is this great woman?

Hello Celia. You have five little kids, which is pretty uncommon nowadays. Did you always know you wanted a big family?

Yes I did and I was lucky that my husband wanted the same thing too. I come from a family of four children but every time I went to my grandparents’ on holiday, I spent endless summer days surrounded by my 26 first cousins, all of a very similar age to us. I have very fond memories of those times and had a very happy childhood; I think subconsciously I wanted to recreate that with my own family. I find big families fun and having my own big family is a big dream for my husband and me.

How involved is your husband in family life?

My husband has a very busy job and travels a lot during the week so he tries to make the most of it when he is at home. He is extremely involved with our children and I would say, of the two of us, he is the patient one… From the moment he gets home he spends his time exclusively with our children…He helps a lot with Math homework and does all the cooking for our family (we only eat homemade food and it is all prepared by my husband). He is also great at organizing logistics, particularly when we travel…He does all the planning for it and ensures that everything is taken care off to the detail. I love seeing him leading us all in the airport and we just follow like little ducklings. I think he’s the best dad and our children adore him.

Have you hired someone to help you with the kids?

I didn’t at the beginning, but when I started my own business it became evident that I needed help if I wanted to make it happen. I have a Dutch nanny who joined us from The Netherlands (my husband is Dutch) and she only speaks Dutch to them, which is very important to us. We have found the perfect balance, where she looks after our children if I am not around and if I am, she does all the organizing for anything relating to our children in the house. We have a wonderful relationship but we ensure we do not step on each other’s toes. For us as parents it is incredibly important to only be with our children when we are home and not anyone else. Our nanny is with us from Monday to Friday when we are at work and the weekends are exclusively for us.

How did motherhood change you?

Motherhood has changed me in an incredible way. When I had my first child I literally got to know myself in a way I never did before. My learning curve has all been about extremes in a very instinctive way… How to deal with extreme crying and not go nuts or let it affect your relationship with others, extreme multitasking (getting to do so many things at the same time)… I appreciate myself more than I did before and I am a lot more aware of who I am and what I stand for. I learned to know my limitations as well as my strengths and have been exposed to situations I would have never dreamed of. Motherhood has allowed me to love my family more than I would ever love myself.

You were a psychologist before you decided to open a store. Why didn’t you get back into your old profession? 

Because I felt doing clinical Psychology and having five young children at home was not balancing enough. I needed to so something more commercial and fun… I have found that perfect balance through La Coqueta.

Do you ever miss „your old life“ before the kids?

I do remember it with great joy but I do not miss it at all. I feel a lot more complete with my husband and children, a lot happier and fulfilled. Having children has made me appreciate a lot more the time I get to have without them, a value it a lot more than 10 years ago when I just took it for granted.

Tell us a little bit about your store. What was your motivation opening it?

La Coqueta’s store is a very cute store based in the heart of my neighborhood in Hampstead. It opened in March 2013 and we take care of it as if it were a precious, delicate jewel. The shop floor is beautiful and we take a lot of care of the merchandising…we try to change things constantly so that we make it interesting for our customers and for us. The original idea was for it to look like a candy store but with clothes and I think we managed to achieve that as the walls are quite neutral and the clothes vibrant colours really stand out. What I like about our store is that my mother and grandmother were involved…We chose things together, my mum found the beautiful wallpaper, my grandmother had the final say on our vintage counter. The day it opened was a very special time for our family…It was a big family project and what made it incredibly exciting was the fact that none of us had retail experience so we built it from a consumer’s eye…and I think we did a good job!

We run a very big part of the operations from our store and we prepare every single order that comes from our online sales here. For me it is very important to keep it all under our control and be able to convey to our online customer, the same lovely customer service we project in our store.

You sell a lot of Spanish Fashion. What makes it so special?

I think traditional Spanish fashion is special because it hasn’t been influenced by mainstream fashion; the shapes and fabrics are reminiscent of the past. This feeling of nostalgia really suits the childrenswear market, it’s more wholesome than throwaway, fast-fashion and that ‘vintage look’ is certainly in fashion. People love that they can take something very traditional and distinct and style it their own way, it is a very easy look to accessorise and the colour and print is certainly unique to Spain. The quality of fabric and finish is of a very high standard, which is extremely hard to find and highly sought after, this is certainly what customers love about the pieces at La Coqueta.

What is the most annoying part about being a mum?

I would say to very rarely have time for yourself, particularly if you have lots of children but I think it is all worth it.

And what’s the best part?

To feel unconditional love and experience a great sense of responsibility, to take care of someone who desperately needs you and to not expect anything in return.

Thank you Celia!

Have a look at Celias Shop La Coqueta.

Celia Muñoz with Flavia (7), Lucas (6), Siena (5), Bosco (3.5), Hugo (2.5), June 2015

Photography: Sarah Winborn
Interview: Marie Zeisler