Yay or Nay: Menstruationstassen

07. September 2017 | in Food & Beauty | Letstalkabout

Ein Thema, das vielleicht nicht direkt mit dem Kinderhaben zu tun hat, aber wir haben in der Redaktion in den letzten Wochen so viel darüber gesprochen, dass wir uns ein Yay oder Nay einfach nicht verkneifen konnten! Menstruationstassen: wirklich neu ist das Thema nicht, aber für viele ist es immer noch ein seltsames Konstrukt. Dabei ist die Sache ganz einfach: Anstatt ein Tampon zu benutzen, wird ein weicher Behälter zusammengefaltet und eingeführt, der das Monatsblut aufnimmt. Er nimmt mehr auf, als ein Tampon, hält dicht und kann einfach ausgeschüttet, ausgewaschen und wieder benutzt werden. Eine kostengünstige, umweltfreundliche und hygienische Angelegenheit. Und keinesfalls nur was für “Ökos”. Dennoch gibt es auch Gegenstimmen!

Die Yay-Position übernimmt Katharina, sie schätzt die Tassen seit einer Weile, vor allem der Nachhaltigkeit-Faktor überzeugt sie.

Unsere Leserin Kerstin findet eher: Nay. Sie hat die Tassen auch ausführlich ausprobiert, sich aber aus verschiedenen Gründen dagegen entschieden. Los geht’s:

 

YAY:

Ich gehöre seit jeher nicht zur organisiertesten Fraktion, wenn es darum geht, sich auf die ewige, monatliche Sauerei einzustellen. Ich bewundere eher all jene, denen das verläslich gelingt. Und so trifft mich nahezu jeden Monat aufs Neue der Schlag, wenn meine Periode einsetzt. Gut, nicht dass es hier an Vorzeichen mangeln würde. PMS ist hier ein großes (aber irgendwie auch anderes Thema), seitdem ich ein Kind bekommen habe. Jedenfalls hatte ich aber irgendwie nie (oder zumindest zu selten) Tampons oder Binden auf Vorrat rumfliegen, wenn ich welche gebraucht hätte. Das ist mit der Menstruationstasse nun anders. Die ist immer da, wenn ich sie brauche und wartet verlässlich im Bad auf mich. Sie will auch nicht viel von mir, nur einmal im Monat ausgekocht zu werden. Kein Besuch in der Drogerie, keine ewige Sorge um Nachschub. Ich war aber auch ohnehin nie Fan davon, mir Plastik oder Watte in oder unter mich zu stopfen und mir vorzustellen, dass mein Blut so aufgesogen vor sich hin schimmelt. Irgendwie finde ich es hygienischer, dass mein Blut in eine Tasse fließt und dort gesammelt wird. Zumal: Ja, ich finde durchaus interessant, was da so aus mir raus kommt. Ich habe mir mein Blut aber auch als Jugendliche schon unterm Mikroskop angesehen. Muss man mögen. Vielleicht ist das mit der Tasse ohnehin davon abhängig, wie sehr man sich mit sich selbst auseinander setzen will. Auf öffentlichen Toiletten oder im Büro ist die Tassen-Angelegenheit durchaus nicht unproblematisch – allein wegen der räumlichen Distanz von Toilette und Waschbecken (aber auch nicht unmöglich). Dass es mit der Tasse immer super sauber zugeht, darauf finde ich, ist ohnehin nicht so hundertprozentig Verlass – auch wenn andere meinen, das sei vor allem davon abhängig, wie gut die Tasse arretiert ist. Aber steril ging es bei mir vorher auch nicht mit Tampons zu. Da gilt es vielleicht dann auch eher über spezielle Menstruationswäsche nachzudenken. Und last but not least: Die Nachhaltigkeits-Frage ist hier definitiv ein Motiv. Ich finde ohnehin so unfassbar, wie viel Müll hierzulande allein in einzelnen Haushalten entsteht. Und auch wenn das im Großen nicht zu verhindert ist, ist es im Kleinen eben doch zu lösen.

NAY:

Ich komme damit einfach nicht klar. Die Argumente: Umwelt, kann man länger drin lassen, günstiger, etc. finde ich zwar gut. Auch mal zu sehen, was da alles rauskommt, fand ich eigentlich sehr spannend. Das Einsetzen jedoch: So richtig habe ich es nicht hinbekommen. Wir haben letztes Jahr eine große Reise gemacht, waren drei Monate in verschiedenen Ländern unterwegs. Dort habe ich den Cup benutzt und fand es insofern praktisch, als dass ich keine Probleme hatte, Tampons zu besorgen. Auch fand ich im Ausland (insbesondere in Australien und Neuseeland) doch meist eine Toilette mit Waschbecken. Dafür hielt das Ding oft nicht dicht. Ich habe mehrere Größen probiert und irgendwas mache ich falsch. Das Gefühl “auszulaufen” war schrecklich. Möchte ich wirklich nie wieder erleben und ist mir mit Tampons einfach nie passiert. Ich habe nur ein Kind (und das ist auch schon sechs!), bin zierlich und sehr sportlich, insofern dachte ich Größe S passt. Hielt aber nicht. Größe M hinterließ ein ungutes Gefühl, war immer als Fremdkörper zu spüren und das Einsetzen war unangenehm. Ganz dicht fühlte es sich auch nicht an. Angeblich hält der Cup auch, wenn er voll ist. Nicht bei mir. Mit Tampons hatte ich zum Beispiel nachts (oder direkt morgens nach dem Aufstehen) nie Probleme. Mit dem Cup wachte ich auf und merkte: SOFORT auf die Toilette und wechseln. Eine Freundin sagte: Probier eine andere Marke! Aber erstens habe ich jetzt schon 30 Euro investiert und wenn es wieder nicht klappt, sind es 45. Davon kann man ganz schön viele Tampons kaufen! Außerdem habe ich in meinem “echten” Leben in Deutschland immer wieder das Problem, keine Toilette zu finden, in der ich den Cup gut wechseln kann. Ich bin oft beruflich unterwegs, bei uns im Büro gibt es eine große Toilette, ich müsste also den Cup vor allen auswaschen und zwischendurch die Hose hochziehen. Das gleiche Problem am Flughafen, bei vielen Kunden, und so weiter. Ist mir alles nix. Dazu kommt, dass ich immer zwei Tage sehr starke Blutungen habe, in denen ich oft wechseln muss. Dann legt sich das Ganze aber sehr und für das bisschen Blut reicht mir dann auch eine Slipeinlage und der Aufwand mit dem Cup scheint mir in keiner Relation zu stehen. Also mein Resümee: Gute Idee, aber not for me!

 

Was habt ihr für Erfahrungen gemacht?

(Werbung da Markennennung)

Bild: RubyCup

Kommentare