Willkommen, Quinn!

19. May 2016 | in Familie | Geburt | Schwanger

Hurra, sie ist da! Quinn Catalina wurde am 15. Mai um 1:45 geboren. Seitdem steht hier alles Kopf, es ist wunderschön und gleichzeitig unfassbar anstrengend mit zwei Kindern, aber im Großen und Ganzen schaukeln wir es ganz gut, glaube ich.

Wochen des Wartens

Ich rate immer jeder Schwangeren, die auf einen Geburtsstart vor dem errechneten Termin hofft: Tu’s nicht. Denn so kann man sich wochenlang grundlos verrückt machen, außerdem ist der ET eine ausgesprochen vage Angelegenheit, die allerwenigsten Babys halten sich daran.
Und trotzdem habe ich es dieses Mal ein bisschen selbst so gemacht. Die Schwangerschaft war beschwerlich, ich wünschte mir ein Ende herbei, außerdem war Xaver 5 Tage vor Termin gekommen (und die ersten lassen sich in der Regel mehr Zeit), das Baby war 2 Wochen vor Termin auf 2900 Gramm geschätzt worden (Xaver kam mit 3100) und sowohl Hebamme, als auch Ärztin (beide Vollprofis) sagten: Das dauert nicht mehr lange und geht dann ganz schnell.
Wir also in Wartehaltung und das bei allerschönstem Berliner Mai-Wetter. Es gibt Schlimmeres! Jeden Tag hingen wir im Park herum, aßen Eis, trafen Freunde. Es war ein bisschen wie Urlaub, unser Radius war klein, unsere Aufgaben auf ein Minimum heruntergeschraubt. Ich hatte jeden Tag starke Vorwehen, aber keine einzige richtige Wehe, fuhr noch mal zu Ikea, lenkte mich Dingen ab wie: das Gewürzregal und den Arzneischrank aufräumen, nahm bestimmt noch mal zwei oder drei Kilo zu und tankte ordentlich Sonne und Farbe.

Pfingstsonntag – fast pünktlich

Am 16. Mai – Pfingstmontag – war Termin, am 13. Mai hatte ich abends erste starke und regelmäßige Wehen, die aber in der Wanne schnell erledigt waren. Am 14. wusste ich trotzdem: heute geht’s los. Bei uns vor der Tür tobte der Karneval der Kulturen, Xaver war mit Fieber aufgewacht und klagte über Bauchweh – das Timing hätte besser sein können…
Den ganzen Tag über hatte ich immer wieder Wehen, gegen Abend wurden sie stärker, waren aber noch unregelmäßig. Ich hatte erwartet, dass EINE Geburtswehe kommen würde, und dass es dann ganz schnell gehen würde, aber Pustekuchen.
Wir backten noch Bananenbrot, brachten die Wohnung in Ordnung, fuhren Xaver (dem es zum Glück besser ging) zur Oma und dann ging es los. Ich brauchte wohl Abstand von ihm, um richtig Wehen zu bekommen, denn wie soll ein Dreijähriger auch verstehen dass sich Mama krümmt vor Schmerzen, aber trotzdem alles gut ist?

Um 20 Uhr kamen die Wehen alle 8 Minuten und waren unregelmäßig stark, blieben aber, als ich in die Badewanne stieg. Um 23 Uhr trafen wir uns mit der Hebamme im Kreissaal. Die Wehen wurden genau da unerträglich und kamen alle 3 Minuten. Wenn ich sage “unerträglich”, dann meine ich das so, ich war kaum in der Lage, sie zu veratmen, der Schmerz war grauenhaft und ich sagte in einer Wehenpause zu meinem Freund: “das ist anders als letztes Mal, so schlimm war das nicht!”
Warum dem so war, stellte sich nach einem schlechten CTG und darauf folgenden Ultraschall raus: unser Mädchen lag mit dem Kopf auf 12 Uhr: eine Sternenguckerin.
Ich rechnete daraufhin mit allem, aber nicht mit der blitzschnellen Traumgeburt, die folgte. Ja, es ging blitzschnell, das Baby drehte sich in die richtige Position, keine zwei Stunden später war sie da. Es war dank einer großartig gelegten PDA fast schmerzfrei, ich war aber trotzdem total aktiv dabei und direkt danach lag die Kleine erst mal Stunden auf mir, noch ganz verschmiert und nackt, bevor sie zum ersten Check up musste. Es war ruhig, friedlich, geborgen – wunderschön!

Traumgeburt, wirklich!

Ich kann also nur sagen, dass ich wieder froh war im Krankenhaus zu sein, Hebamme, Ärztin und Anästhesist haben ganze Arbeit geleistet und die Geburt für alle Beteiligten toll gestaltet. Die Diagnose “Sternerngucker” ist nicht nur schmerzhafter, sie endet auch oft im Kaiserschnitt und ich bin unendlich dankbar dafür, das Gegenteil erlebt zu haben.

Quinn wog zarte 3020 Gramm, war aber tatsächlich eindeutig “übertragen”, das Fruchtwasser war schon leicht grün, die Haut pellte sich, die Käseschmiere war weg. “Sie wollte euch noch das schöne Wetter genießen lassen”, sagte die Hebamme. Gutes Kind!

Morgens um halb 7 bestellten wir nach ein paar Stunden Schlaf ein Taxi, fuhren im morgendlichen Sonnenschein nach hause, holten noch Croissants auf dem Weg und seitdem heißt es: Wochenbett. Kuscheln, essen, stillen, liegen. So ruhig wie letztes Mal ist es dank Xaver, der am Nachmittag dazu kam, nicht, aber dennoch schön. Auch Quinn ist kein Baby, das immer schläft und nie meckert, aber wir kennen das ja jetzt schon und sind entsprechend gelassen.
Mir geht es ausgesprochen gut, die Milch läuft, die Rückbildung auch, alles tut viel weniger weh als letztes Mal außer die Nachwehen, aber da hilft Ibuprofen.

Und als wäre es nie anders gewesen, sind wir jetzt zu viert. Jetzt haben wir ein Karfreitag- und ein Pfingstsonntag-Kind, was wir als ziemlich unchristliche Familie sehr lustig finden!

Aller Anfang ist dennoch schwer

Trotzdem ist aber nicht alles Ponyhof in diesen ersten Tagen, ich habe leider ernsthafte Stillprobleme, etwas womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte, aber jedes Kind ist eben anders. Außerdem rotieren mein Freund und ich ganz schön, um Baby, Kleinkind und Alltag geschaukelt zu bekommen. Es wird sicher noch ein paar Wochen dauern, bis wir uns zurechtgeruckelt haben, bis dahin wird es bis auf ein paar vorbereitete Artikel hier recht ruhig sein von meiner Seite. Marie schaukelt das Little Years Schiff solange weiter und ihr könnt auf Instagram regelmäßig kleine Updates von mir bekommen!

Danke an alle, die schon so lieb gratuliert haben. Danke an das Team im Virchow für diese schöne Geburt. Danke an meinen tollen Mann, der sich wie immer großartig um alles kümmert. Danke liebes Universum – für alles!!!

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