Wie zelebriert ihr die Weihnachtszeit?

30. November 2018 | in Familie | Parenting

Ich muss gestehen, dass ich die Vorweihnachtszeit LIEBE. Ich bin schon Wochen vorher hibbelig, jedes Jahr aufs Neue bastle ich einen völlig überzogenen Adventskalender für die Kinder (dieses Jahr enthält er aber vor allem Dinge, die sie “verbrauchen” können: Badekugeln, Haarspangen, Schokolade und Kinder-Tattoos. Kleine Geschenke gibt es fast nicht!), ich backe wie wild, ich lade Freunde zum Adventsbrunch ein. Ich trinke jedes Jahr zu viel Glühwein, kaufe gefühlt den ganzen Dezember Geschenke und mache Fotoalben für die Verwandtsschaft.

Wo wir beim Thema werden: ich muss immer fast aufpassen, dass meine Begeisterung nicht in Stress ausartet. Letztes Jahr war ich mitten in der Adventszeit eine ganze Woche alleine mit den Kindern, ich MUSSTE also runterschrauben, bin nicht alleine mit ihnen zum Weihnachtsmarkt gegangen, habe keine Einladungen ausgerichtet und konnte auch selbst nicht auf Weihnachtsfeiern gehen. Und diese Woche war so schön! Wir haben gebacken, Mandarinen gegessen, mehrmals “Arthur Weihnachten” angeschaut und es einfach wirklich gemütlich gehabt. So wie Weihnachten sein soll.

Ich muss auch immer darauf achten, dass ich an Weihnachten selbst nicht zu viel Druck aufbaue. Wir hatten vor zwei Jahren an Heiligabend einen riesigen Streit mit unserem Sohn, der auch an einem Geschenk lag, für das er eigentlich noch zu klein war, an unseren eigenen Vorstellungen; daran, dass es zu spät war, dass es zu viel Zucker gab – und so weiter. Das hat mich gelehrt: Kein Druck. Lieber weniger Geschenke. Früh anfangen, früh aufhören. Immer darauf achten, dass die Kinder nicht “drüber”, dass alle in Balance sind. Letztes Jahr hat das wunderbar geklappt und auch dieses Jahr bin ich positiv.

Kein Druck – und trotzdem viele Rituale

Trotzdem ich mich also immer ein bisschen bremsen muss: ich liebe einfach Weihnachten und all die Rituale, die damit einhergehen. Ich bin selbst mit relativ wenig Ritualen aufgewachsen, auch weil meine Mutter die ihrer Kindheit immer eher als bedrückend, denn als schön empfunden hat, und auch, weil wir eben ganz oft nur zu zweit waren. Als ich etwas älter war, habe ich das dann richtiggehend eingefordert und “nachgeholt”: Jedes Jahr musste ein Baum gekauft werden, wir haben etwas Schönes gekocht, es gab Geschenke. Als ich schon fast aus dem Haus war, hat meine Mutter plötzlich angefangen, mir die aufwendigsten Kalender zu basteln, jeden Tag ein tolles Geschenk – auch sie hatte also wohl irgendwann das Bedürfnis, etwas “nachzuholen”.

Vielleicht wegen meiner eigenen Geschichte bin ich zur Weihnachtszeit – und nicht nur da, sondern eigentlich immer – ein großer Fan von Ritualen. Wir essen abends zusammen – immer. Wir kuscheln morgens – immer. Wir gehen samstags alle zusammen einkaufen – fast immer. Ich mag das einfach und ich hoffe, die Kinder mögen es auch, und es gibt ihnen Sicherheit und ein geborgenes Zuhause-Gefühl. “Zuhause ist es warm und kuschelig” hat mein Sohn letztens gesagt und so soll es sein: Ich wünsche mir, dass unser Familienzuhause sich immer wie ein warmer Rückzugsort anfühlt.

Zuhause ist es warm und kuschelig

In der Weihnachtszeit pflegen wir viele, viele Rituale. Am Anfang der Adventszeit basteln Xaver und ich immer einen kitschigen Kranz, den wir gemeinsam üppig schmücken und an die Haustür hängen. Dieses Jahr haben wir zusätzlich noch Engel à la Andrea Potocki gebastelt, die hängen jetzt am Weihnachtsstrauß. Es gibt den Adventskalender, wir gehen immer ein Mal auf den Weihnachtsmarkt und die Kinder dürfen gaaaaanz viel fahren. Am 5. Dezember putzen wir Schuhe, am 6. sind die Stiefel voll mit Leckereien. Am Wochenende gibt es immer ein ausgiebiges Adventsbrunch-Frühstücken. Kerzen, Deko, Mistelzweige, Mandarinen, Weihnachtsmusik. Und eben gaaaanz viel kuscheln, glotzen, Kekse backen und essen während der ganzen Adventszeit. Auch die Lichter am Potsdamer Platz oder am Kudamm sehen wir uns jedes Jahr an.

An Heiligabend selbst gibt es Würstchen mit Kartoffelsalat, am 25. einen Braten oder eine Gans. Wir gehen an Heiligabend immer in die Kindermesse, das ist das einzige Mal im Jahr, dass wir in die Kirche gehen und die Kinder lieben es. Oft treffen wir dort Freunde und es gibt anschließend noch einen gemeinsamen Sekt, bevor der Wahnsinn los geht.

Apropos Wahnsinn: Geschenkewahnsinn ist bei uns nicht angesagt. Ich weiß, wir widersprechen uns hier ein bisschen, weil wir euch in der Vorweihnachtszeit immer viele viele Produkte vorstellen, und damit – so könnte man meinen – den unendlichen Konsum anfeuern. So ist das aber nicht. Wir sprechen Empfehlungen aus. Und jeder kann dann selbst entscheiden, was er kauft. Wir selbst pflegen einen relativ gemäßigten Konsum – auch und gerade für die Kinder. Ich sortiere auch regelmäßig – und besonders vor Weihnachten mit den Kids aus, wir spenden, achten darauf, dass die Kinder merken, dass alles endlich ist und dass es nicht selbstverständlich ist, dass sich Wünsche erfüllen.

Bei uns gibt es – ähnlich wie bei Felicitas – nicht mehr als vier Geschenke pro Kind. Die Großeltern werden immer eingeweiht und halten sich da auch gerne dran. Für die Kinder ist das besser so, davon sind wir fest überzeugt. So wird jedes Geschenk wertgeschätzt. Noch habe ich nicht alles zusammen, aber ich freue mich jetzt schon aufs Einpacken, auf die leuchtenden Augen, wenn die Klingel klingelt, der Weihnachtsbaum strahlt, und die schönste Zeit des Jahres ihren Höhepunkt erreicht!

Was habt ihr für Rituale? Wie feiert ihr Weihnachten? Und wie habt ihr die Weihnachtszeit als Kinder in Erinnerung?

 

PS: Morgen startet unser großer Adventskalender!! Ihr könnt euch schon einen Wecker stellen, es gibt so tolle Sachen zu gewinnen!

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