Wie oft dürfen eure Kinder ans Handy oder Tablet?

13. March 2018 | in Familie | Parenting

Es gibt ein paar Dinge, die in meiner kleinen Familie andauernd diskutiert werden. Eine davon ist: Mediennutzung. Wir haben einen sehr hartnäckigen Fan hier, der sein Recht auf Bildschirme permanent einfordert. Immer wieder gibt es neue Regeln, die mal mehr, mal weniger akzeptiert werden. Das, was mein Sohn am Allerblödsten an seinen Eltern findet ist, dass sie ihn so selten fernsehen lassen. Und dass er kein eigenes Tablet hat, so wie manche seiner Freunde.  Und jetzt wollte ich einfach mal euch fragen, wie ihr das so handhabt!

Wie immer eine Frage der Dosierung…

Ich finde es überhaupt nicht schlimm, wenn Kinder ab und zu fernsehen (ausgewähltes Programm natürlich, es gibt viel wirklichen Schrott), und beim Smartphone, bzw. Tablet denke ich sogar, dass sie damit umgehen lernen sollen, also will ich es eigentlich sogar fördern. Xaver hat tatsächlich schon mal Siri gefragt, ob sie ihm einen Ninjago-Film anmachen kann! Ich war auf der einen Seite begeistert, wie selbstverständlich er das macht, auf der anderen froh, dass Siri es nicht konnte. Denn auch beim Smartphone versuche ich natürlich, keinen Quatsch auf dem Handy zu haben, sondern gute Kinder-Apps.

ABER: ich merke, dass beides süchtig macht. Dass manchmal heftig protestiert wird, wenn die eine ausgemachte Sendung vorbei ist. Und dass die Laune oft den ganzen Tag schlecht ist, wenn morgens schon geglotzt wird. Oder dass schlechter geschlafen wird, wenn abends etwas läuft. Außerdem habe ich schon das Gefühl, dass wertvolle Bastel-, Mal-, Spiel- und Toben-Zeit flöten geht, wenn ferngesehen und gedaddelt wird. So oft sind wir bei Freunden oder die bei uns, die Kinder langweilen sich, fragen nach Fernsehen. Wenn wir Eltern dann bei unserem Nein bleiben, entwickelt sich immer – wirklich immer! – innerhalb kürzester Zeit das wunderschönste Rollenspiel. Die besten Ideen entstehen aus Langeweile, so ist es eben.

Und dann das mit dem Handy. Wir reißen uns total zusammen, legen das Telefon am Nachmittag immer weg, die Kinder sehen uns wirklich nicht oft davor. Auch Quinn ist trotzdem schon absoluter Smartphone-Addict, sie ist SO fasziniert von dem Ding, und sie kann auch schon erschreckend gut selbst damit umgehen. Ist das nicht heftig, sie ist noch so klein!

Obwohl: ich kenne Eltern, die ein Tablet an den Kinderwagen anbringen, damit die Kids da ruhig drinsitzen! Überhaupt finde ich es total krass, wenn Kinder gar nicht mehr lernen, dass man auch einfach mal dabei sein kann. Wenn im Supermarkt, im Bus, im Flugzeug immer gleich der Bildschirm an ist. Die Kinder bekommen ja gar nichts mehr mit vom echten Leben. Aber ich behelfe mir eben doch auch ab und zu damit. Jetzt im Winter im Restaurant zum Beispiel…

Klare Regeln…

Da haben wir den Deal, dass Xaver mein Handy haben darf, wenn wir mit dem Essen fertig sind. Das finde ich völlig okay, ist ja auch langweilig am Tisch und das Malen, Kartenspielen, etc. haben wir meist schon durch, bevor das Essen kommt. Ich denke allerdings jetzt schon daran, wie es werden soll, wenn Quinn das dann auch einfordert. Irgendwie finde ich die Vorstellung, dass zwei Kinder am Tisch in den jeweils eigenen Bildschirm starren, gruselig. Ich muss dabei auch immer an ein Bild aus dem Urlaub auf Formentera denken: es war ein Restaurant am Strand, mit Pool und großer Fläche. Man hätte zum Strand gehen können, baden, die Gegend erkunden. Bestimmt fünf etwa 10-15 Jährige saßen da nebeneinander und jeder starrte ins Smartphone. Ich fand das irgendwie so traurig. Sind das nicht so schöne Erlebnisse, wenn man mit Gleichaltrigen die Welt erkundet, während die Eltern laaaangweilig im Restaurant sitzen? Ich erinnere mich noch an viele solcher Szenen und alleine die Tatsache, dass ich mich so deutlich daran erinnere, spricht doch dafür, wie schön und wichtig sie waren, oder?

Das möchte ich irgendwie auch für meine Kinder… Erinnerungen statt Bildschirme! Also überlege ich gerade, was wir im Restaurant stattdessen anbieten könnten. Wir gehen nämlich relativ häufig essen. Im Sommer gibt es oft einen Bereich, wo sie spielen, mit Straßenkreide malen, etc. können. Aber im Winter?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass klare Regeln bei uns am besten funktionieren. Die Idealversion habe ich aber noch nicht gefunden. Im Moment gibt es den Deal, dass unter der Woche nicht ferngesehen wird, am Wochenende gibt es einen Wochenendfilm, den wir im Idealfall alle zusammen ansehen. Dafür darf Xaver jeden Tag 15 Minuten auf meinem Handy seine Apps spielen, ich stelle einen Wecker und in 95% der Fälle gibt er mir das Telefon auch nach 15 Minuten zurück, ohne sich zu beschweren. Das klappt also sehr gut, allerdings sagt der Mann jetzt wieder, er findet täglich 15 Minuten eigentlich auch zu viel. Am Anfang wurden die nämlich nicht immer eingefordert, mittlerweile schon. Und – wir haben eben noch das zweite Kind, das sich im Moment noch einigermaßen ablenken lässt, während der Bruder “die Minuten” spielt, aber bald wird das nicht mehr funktionieren. Was dann?

Wie macht ihr das denn? Wie oft dürfen eure Kinder spielen? Und fernsehen? Ich bin sehr gespannt!

Ach ja, und: kennt ihr das?

 

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