Weltenbummler – Familien auf Weltreise: Mit den Leichsenrings

10. November 2017 | in Lifestyle | Travel
In unserer letzten Weltenbummler-Folge wurde es ja schon erwähnt: es gibt die ein oder andere Familie, die sich traut, die Welt zu bereisen. Auf Instagram tummeln sich sogar richtig viele Weltreise-Familien! So kamen wir auch auf die Idee, eine ganze Serie daraus zu machen. Unsere heutigen Protagonisten sind Katrin und Stefan mit ihren Kindern Julien, Marie und Mathilda. Sie sind seit einem Jahr unterwegs und schreiben währenddessen einen Reiseblog, außerdem pflegen sie einen YouTube-Kanal.
Bühne frei für die Leichsenrings!
Seit wann seid ihr unterwegs und wie sieht eure Route aus?
Wir sind jetzt seit einem Jahr unterwegs und sind in Thailand gestartet. In Asien waren wir dann ganze 10 Monate unterwegs und nun sind wir die letzten beiden Monate in Australien und in Neuseeland. Dann geht es am 6. Dezember nach Hamburg zurück – aber am 2. Januar auch schon wieder weiter!
Alles begann damit, dass wir uns Gedanken gemacht haben, was wir später im Leben – also zum Beispiel wenn wir 80 Jahre alt sind – bereuen könnten. Und wir beide dachten parallel an dasselbe: Nicht Reisen! Also stand fest, dass wir dem auf jeden Fall nachgehen werden. Reisen, Reisen, Reisen. Wir haben dann einige Youtube-Familien angeguckt, die uns inspiriert haben und ab diesem Zeitpunkt begann die konkrete Planung.
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Und was war dann der Plan?
Der Plan war, dass wir keinen Plan hatten. Über Facebook haben wir uns mit anderen reisenden Familien zusammengetan und dann haben wir die ersten acht Wochen in einer Community auf Koh Phangan in Thailand gelebt. Das war für den Anfang genau das Richtige. Dort gab es andere Kinder, die deutsch sprechen und alle Altersklassen waren vertreten. Die Community hat einfach einer der Reise-Fans ins Leben gerufen. Die Preise für die Bungalows in den Resort sind unschlagbar und so hat sich schnell eine Traube Menschen an diesem Ort versammelt. Die meisten waren Familien, die die kalten Wintermonate in den Tropen überwintern wollen. Letztes Jahr waren wir etwa 20 Familien und alle mit zwei bis drei Kids im Schlepptau. Die Gemeinschaft war da, wenn man sie brauchte und die Distanz auch, wenn man sich zurückziehen wollte. Das machen wir jetzt auch wieder. Im Januar kommen 26 Familien. Fünf vom letzen Jahr und der Rest ist neu.
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Was sind die größten Herausforderungen bei so einer Reise?
Eine große Herausforderung ist es, die Kinder bei Laune zu halten, wenn sie ein Tief haben. Langeweile ist für die Kids fast noch schlimmer, als 34 Grad trockene Hitze in Myanmar. Wenn 24 Stunden und sieben Tage die Woche alle aufeinander hocken, dann kann das ziemlich stressig für alle werden. Wobei man sagen muss, dass die Kinder keine Probleme mit dem häufigen Ortswechsel haben. Ganz im Gegenteil, sie haben unsere Vorfreude auf das Neue komplett übernommen. Auch die ersten Tage nach langen Flügen mit Zeitumstellung sind hart – wie in Japan. Aber nach ein paar Tagen gehts wieder. Und die Kinder vermissen Oma und Opa sehr. Mit ihren Freunden kommunizieren sie immer wieder per WhatsApp. Allerdings mit meinem Handy. Noch haben sie kein eigenes!
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Wie geht man so ein Projekt an?
Wir haben ungefähr ein Jahr lang wild rumgesponnen und ein halbes Jahr vorher mit den konkreten Vorbereitungen angefangen. Das Auto haben wir verkauft, Klamotten und Dekokram wurden auf Flohmärkten verkauft. Dann haben wir unser Haus unbefristet vermietet. Wir haben für die Reise gespart und leben von dem Geld, welches wir zurückgelegt haben. Aber da wir weiterreisen wollen, haben wir unterwegs auch ein online Business gegründet und ich kann meinen Job nun vor dem Laptop aus machen. Mein Mann hat ein Sabbatical genommen und ich war selbstständig. Jetzt bin ich zwar immer noch selbstständig, nur von unterwegs! Stefan hat mittlerweile seinen Job gekündigt und unser Ziel ist es, ortsunabhängig zu arbeiten. Die Kinder haben wir von der Schulbehörde befreien lassen. Das war nicht ganz einfach, da die Schulbehörde viel um die Ohren hatte. Wir haben ewig auf eine Antwort warten müssen! Unsere Direktorin stand aber von Anfang an hinter dem Weltreise-Projekt und hat uns unterstützt. Jetzt hoffen wir, dass wir ein weiters Jahr genehmigt bekommen. Falls nicht, müssen wir uns abmelden.
Wie haben Freunde und Familie reagiert?
Unterschiedlich. Am Anfang haben Sie gelacht, dann haben sie uns bewundert. Die Familie hält natürlich zu uns, aber sie hätten uns lieber in der Nähe. Der Kontakt zu Oma und Opa ist über WhatsApp Nachrichten natürlich nicht das gleiche, wie die häufigen Treffen, die wir vorher hatten.
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Deine liebste Anekdote von der Reise bisher?
Auf Weltreise ist nicht immer alles so wunderschön, wie es zunächst auf den Bildern in sozialen Netzwerken scheint. Wir hatten zum Beispiel eine ziemlich schlechte Phase auf Bali mit schimmeliger Unterkunft, langsamem Internet, es gab keinen sicheren Pool für die Kids, und keine Einkaufsmöglichkeiten… Ich wollte nur noch weg. Aber dann kam die Rettung. Eine Followerin schrieb uns eine Nachricht und lud uns in ihre Villa auf Bali ein. Dort waren wir dann wirklich mehrere Wochen und es wurde alles gut. Ich glaube: Es sollte so sein. Es gibt keine Zufälle! Das hat mir diese Reise auf jeden Fall an mehreren Stellen gezeigt: ALLES hat einen Sinn!
Und wie geht es jetzt weiter?
Wie gesagt, wir wollen von Januar bis März wieder nach Koh Phangan und im Anschluss noch bis Ende des Jahres durch Europa reisen. Wie es danach weiter geht, das ist eine gute Frage. Die Reise hat uns und alles verändert. Unser Mindset ist komplett um 180 Grad gedreht worden. Die perfekte Lösung haben wir noch nicht!
Danke! Und viel Spaß noch!!
FaW Sri Lanka
Natürlich könnt ihr der Familie auch auf Instagram folgen: Katrin und Stefan.

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