Was ich vergessen hatte…

28. July 2016 | in Familie

Die Babyzeit ist anstrengend, wunderschön, intensiv, mit vielen Höhen und Tiefen verbunden. Und vor allem: Sie ist kurz, so verdammt kurz. Daran versuche ich mich gerade immer wieder zu erinnern, denn fast täglich denke ich: Oh mein Gott, ich hatte vergessen, wie pflegeintensiv diese kleinen Mäuse sind!

Ich bin sicher mit einem besonders intensiven Mäuschen gesegnet, aber auch die sehr genügsamen Babies brauchen regelmäßig Nahrung (auch nachts…), eine frische Windel, Bespaßung, Hilfe beim Einschlafen… Und ja, ich hatte vergessen, wie zeitintensiv das alles ist. Dass man nicht selten stundenlang das Kind betudelt und irgendwann ist es 17 Uhr und man hat sonst noch überhaupt nichts anderes geschafft.

 

Ich hatte aber noch ganz viele andere Sachen vergessen:

Dass Baby-Münder nach Kefir riechen zum Beispiel…

oder wie schön es sich anfühlt, Bauch an Bauch mit einem Baby im Bett zu kuscheln.

Wie laut und herzlich Babies jauchzen und brabbeln können…

und wie unheimlich schnell sie atmen – auch das kleine Herzchen rast so schnell!

Wie herrlich das aussieht, wenn sie in sich reinlachen und leicht debil grinsen.

Ich hatte vergessen, dass Babies immer Fussel zwischen den Fingern und Zehen haben – Riesenfussel!

…und wie schnell ihre kleinen Mini-Nägel wachsen (aber nur an den Händen!)

Dass man die kleinen Fäustchen manchmal kaum auseinander bekommt – und wie fest die zugreifen können!

Was sich außerdem immer in diesen ganzen Falten ansammelt!

Ich hatte vergessen, wie entzückend es ist, einem Baby beim Einschlafen zuzusehen – die kleinen Augen werden immer kleiner und kleiner, die Lider immer schwerer….

Dann seufzen sie ganz innig und irgendwann fallen die Äuglein zu.

Manchmal schlafen sie mit halboffenen Augen und es sieht aus, als würden sie schielen.

Manchmal träumen sie und quieken im Schlaf…

Und wie lustig sie aussehen, wenn sie milchtrunken sind und zufrieden in sich reingrunzen.

Ich hatte vergessen, dass Baby-Pupse SO laut sein können, so viel lauter als jedes Windchen eines Erwachsenen!

Und dass Baby-Ausscheidungen manchmal Fontänen ähneln, die mit mindestens hundert Sachen herausgeschossen kommen.

Ich hatte vergessen, wie süß sich Babies beim Stillen festkuscheln,

…und wie früh sie damit beginnen, nach Mama zu greifen.

Wie viele Druckknöpfe man plötzlich wieder auf und zu machen muss! Und auf und zu und auf und zu.

Und manchmal wechselt man in 15 Minuten vier Windeln und denkt nur: hallo?!

Ich hatte vergessen, wie warm es werden kann, einen Baby-Körper nah an sich zu tragen – heiß, schwitzig!

…und wie unheimlich kuschelig und schön es ist.

Wie man runterfahren muss und will, wenn das Baby auf dem Arm eingeschlafen ist. Nicht bewegen, nicht zu laut! Nicht ablegen bitte, es ist so gemütlich. Ich komme nicht an mein Handy ran – gut so! Hach, ist das warm und gemütlich…

Ich wusste nicht mehr, wie Baby-Köpfe riechen. Nach Milchschorf und nach Wärme und Keks.

Wie wohlig es einem wird, wenn man das kleine, zerknautschte Ding an sich drückt, gleich nach dem Aufwachen, noch ganz warm und zusammengerollt.

Ich hatte vergessen, wie klein Babies am Anfang sind,

…und wie schrecklich schnell sie wachsen – mittlerweile ist schon die zweite Kleidergröße zu klein.

<3

 

Sie geht so schnell vorbei, die kleine Mini-Zeit – genießt sie, liebe Co-Mamas!

 

Foto: Lina Grün

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