Von Hunden, Katzen und Kindern

10. April 2019 | in Familie | Parenting

Im Urlaub habe ich ein Buch von einem chilenischen Autor gelesen, das mich aus verschiedenen Gründen lange beschäftigt hat. Unter anderem gibt es da diesen einen Satz, der mir im Gedächtnis geblieben ist: “Die Eltern wollen, dass ihre Kinder Hunde sind, aber Kinder sind immer Katzen. Die Eltern wollen ihre Kinder abrichten, aber die Kinder, wie die Katzen, lassen sich nicht abrichten.”

Nun denke ich weder, dass alle Eltern ihre Kinder “abrichten” wollen, noch dass alle Kinder das niemals zulassen. Außerdem würde ich nie auf die Idee kommen, ein Kind  mit einem Hund oder einer Katze zu vergleichen. Und dennoch musste ich daran immer wieder denken!

Hunde gelten als treu und anpassungsfähig. Auch wenn die wenigsten so auf die Welt kommen – ich kenne einige Welpen, die hatten allesamt den Schalk im Nacken – lassen sich die meisten Hunde doch gemeinhin gut erziehen, sie hören dann auf ihre Besitzer, passen sich an. Natürlich muss man sich um
ihre Bedürfnisse kümmern, aber viele Hunde sind  jahrelang sehr angenehme Mitbewohner, die ihren Besitzern gehorchen.

Katzen dagegen gelten als eigensinnig und stur, als selbstständig und schwer zu zähmen. Wenn eine Katze keine Lust auf Kuscheln hat, rennt sie weg oder sie kratzt, zwingen kann man sie zu wenig, erziehen auch nicht wirklich. Sie lassen sich nichts sagen, gehorchen selten.

Wie gesagt, ich denke nicht, dass alle Kinder Katzen sind. Ich kenne so viele mittlerweile. Und manche Kinder sind tatsächlich sehr anpassungsfähig, treu und fast “obrigkeitshörig”. Wenn man ihnen etwas sagt, dann machen sie das. Eher Hunde also.

Andere Kinder sind absolut eigenwillig, “hören” nie, oder nur sehr selten. Sie diskutieren, machen ihr Ding. Ein bisschen wie Katzen eben.

Als ich das im Bekanntenkreis erzählt habe, erntete ich viele “AAAhhhs” und “OOOhhs” und Gelächter. Niemand vergleicht sein Kind wirklich mit einem Haustier, aber alle Eltern kategorisierten ihre Kinder sofort ein: “Lustig, ja, mein Sohn ist eher ein Hund. Da mussten wir nie viel sagen. Die Tochter dagegen: eindeutig Katze.”

Und auch wenn bei mir im Bekanntenkreis niemand, wirklich niemand, seine Kinder “abrichten” will, oder von ihnen erwartet, dass sie gehorchen und sich zu 100% anpassen, so sind sich doch alle einig, dass es mit “Hund”-Kindern zumindest einfacher ist.

Ich bin mir aber auch ganz sicher, dass sich das noch ändern kann. Laut meiner Mutter, war ich auch ein eher angepasstes Kind, das sehr gut gehorchte und selten aufmuckte. Spätestens als ich ein Teenager war, änderte sich das und bis heute bin ich eher Katze, würde ich sagen.

Meine Kinder sind übrigens auch beide Katzen, wen wundert’s.

Was sagt ihr? Total bescheuerter Vergleich, oder ganz lustig und ist was dran?

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