Vom Vater-Mutter-Kind-Spielen

06. November 2013 | in Familie | Gesellschaft

Ich erinnere mich noch, im Kindergarten oder in der Schule, an die Frage: ” Wollen wir Vater-Mutter-Kind spielen?” Dann wurden die Rollen aufgeteilt und los ging’s. Ich glaube ich war jedes Mal sauer, wenn ich den Papa spielen sollte.

Und heute? Das erste Kind ist da und plötzlich ist man “Vater-Mutter-Kind” – eine Familie. Was im Kindergarten noch ein Spiel war, ist jetzt Realität. Man ist offiziell erwachsen. Trägt Verantwortung und wird neu definiert. Manchmal schaue ich meinen Sohn an und bin total erstaunt, dass ich jetzt Mama bin, seine einzige Mama und mein Freund Papa. Es scheint doch wirklich noch nicht so lange her zu sein, da war ich das Kind.

Und man fängt an sich Fragen zu stellen. Sind wir jetzt eine Familie?

Was heißt überhaupt Familie?

Trotz vieler gesellschaftlicher Vorgaben in Gute-Nacht-Geschichten, im Fernsehen oder in jeglichen Medien, was eine Familie sei – Ich bleibe unsicher. Was definiert eine Familie? Wie viel Einfluss hat das So-Sein-Sollen auf uns? Was macht meine Rolle als Mutter aus? Und welchen Einfluss hat die eigene Familiengeschichte? Es fällt schwer, wenn man aus eher unkonventionellen Familienverhältnissen kommt, diese neue Struktur namens Familie aufzubauen. Was, wenn das Vorbild der eigenen Eltern eventuell nicht so vorbildhaft war? Also schaut man sich um: Wie machen es die anderen?

We Are Family!

Und nach einer Weile stellt man fest: Jede Familie ist individuell und funktioniert nach eigenen Maßstäben. Man kann Muster nicht einfach übertragen. Deshalb ist das Vergleichen, wie so oft, fatal. Es braucht Zeit, um zu einer Familie zusammenzuwachsen. Dazu gehören Krisen, die man gemeinsam meistert. Und das Schöne. Und ohne dass man es merkt, wird eine Familie daraus. Ob Mutter-Kind oder Vater-Vater-Kind oder wie auch immer – der Zusammenhalt und die Liebe ist das, was zählt.

 

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