Und plötzlich Kita-Kind …

21. March 2014 | in Familie | Parenting

Manchmal geht einfach alles so schnell. Gerade noch ein kleines Baby – und schon verbringt der Nachwuchs ganz selbstständig Zeit ohne Mama und Papa. Junio ist jetzt knapp 11 Monate alt und etwas überraschend ist ein Platz bei einer Kita frei geworden. Impulsiv, wie ich manchmal bin, schmeckte ich schon die Freiheit und sagte einfach zu.

Erst ein wenig später beschlich mich das bange Gefühl, dass dies jetzt der nächste Schritt vom Baby zum Kleinkind ist. Von der absoluten Abhängigkeit zu einem etwas selbstständigeren Tagesablauf.

Zwei Wochen Quengel-Kind

Schon nach wenigen Tagen fing Junio an, in der Kita zu schlafen. Jetzt ist er fast ein richtiges Tageskind, nach nur drei Wochen. In den ersten zwei Wochen habe ich es ihm sehr angemerkt, die Überforderung von dieser neuen Situation und den vielen Eindrücken. Aber jetzt habe ich das Gefühl, er freut sich richtig nicht immer nur (wie laaangweilig!) die Tage mit Mama zu verbringen.

Eingewöhnung für die Eltern

Aber wenn ich ganz ehrlich bin: Es war es für mich wahrscheinlich genauso schwer. Plötzlich krabbelt der Kleine weg, ich mache die Tür zu. Und da ist er jetzt. Ohne Mama und Papa. Einfach so. Die große Überraschung: Irgendwie existiert er auch ohne die ständige Eltern-Verbindung. Und es geht ihm sogar gut! Und da ist es wieder, dieses Gefühl im Bauch, so als wären wir noch verbunden, und wenn ich losgehe, so als hätte ich etwas Wichtiges vergessen.

Die eignen Bedürfnisse wieder wahrnehmen können

Aber: Jedes Mal wenn ich jetzt von der Kita losgehe, fühle ich mich auch so erleichtert. Kein Kinderwagen, den man vor sich herschieben muss! Einfach mal freie, große Schritte machen. Ich muss nicht überlegen, was mein Kind jetzt als Nächstes braucht (Hat er bald wieder Hunger? Muss ich mal seine Windel wechseln? Will er krabbeln/schlafen/frische Luft?) So wunderbar die Babyzeit ist, so toll fühle ich mich, wieder meinen Dingen nachgehen zu können.

Man muss erst einmal wieder lernen, sich selbst wahrzunehmen. Was ist jetzt eigentlich mein Bedürfnis? Habe ich Hunger? Bin ich müde? Seit der Schwangerschaft ging es ja nur um den kleinen, neuen Menschen. Nun kann es auch mal um mich und meine Arbeit gehen.

Gleichzeitig gibt es aber eben auch ein mulmiges Gefühl. Man fühlt sich fast etwas entwurzelt. Der Takt des Tages ist nicht streng vorgegeben. Und natürlich fragt man sich: Geht es ihm gut? Vermisst er mich? Was macht er jetzt wohl gerade?

Der schönste Teil des Tages

Ich hole ihn ab. Seine unglaubliche Freude, die strahlenden Augen, wenn er Mama sieht! Wie er dann seine Ärmchen um mich schlingt und gar nicht mehr loslassen will! Das ist toll. Dazu kommt meine Freude und Entspanntheit: Ich hatte Zeit zu arbeiten, was bei mir und vielen Mamas auch heißt, man hatte mal Zeit für sich.

Und nun bin ich 100 % da.

 

 

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