Über B(r)eikost

28. November 2013 | in Ernährung | Familie | Food & Beauty | Parenting
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Das Thema Beikost für Babies ist eines, das den meisten Mamas erst mal Kopfschmerzen bereitet: Wie, wann, was – man ist verwirrt und kann sich überhaupt nicht vorstellen, dass in dieses kleine Wesen IRGENDetwas anderes als Milch rein soll! Aber, keine Sorge. Unsere Erfahrung ist: Have no fear. Am Ende hat es noch bei Jedem irgendwann geklappt, auf feste Nahrung umzusteigen, und im Regelfall ist es bei der Beikost-Einführung genauso wie bei vielen anderen Meilensteinen rund ums Kind: Irgendwie finden Mutter und Baby einen Weg. Das Baby gibt den Zeitpunkt dafür meistens vor. Und wenn es noch nicht bereit ist, dann eben noch nicht!

Wann ist mein Baby bereit?

Anscheinend kucken alle Babies irgendwann interessiert beim Essen zu. Das alleine ist aber wohl noch kein Indiz für die Beikost-Reife. Ich sage: Versucht es dann, wenn ihr Lust habt. Beikosteinführung ist zeitaufwendig und man muss Geduld haben. Ab vier Monaten darf man, in der Regel schnalzen die Kleinen in diesem Alter aber noch alles wieder aus dem Mund raus. Ab sechs Monaten wird es empfohlen – aber wenn das Baby nicht will, dann ist es wahrscheinlich einfach noch nicht so weit. Und irgendwann mit etwa einem Jahr essen die Allermeisten fleißig mit.

Brei oder nicht?

Deutschland ist ein Brei-Land, die meisten Kleinen bekommen als erste Nahrung nach der Milch, einen Brei präsentiert. Das hat viele Vorteile, vor allem den, dass sie den Brei sicher runter bekommen, auch ohne Zähne! Mittlerweile setzen aber auch viele Mamas auf “Fingerfood”, das bedeutet, man gibt den Kleinen sehr früh richtiges Essen, wie Brot, gedünstetes Gemüse, etc. Diese Methode ist mit (noch mehr!) Sauerei verbunden, aber die Kinder lieben es! Marie und ich fahren eine Mischform. Und: Unsere Jungs bekommen beide nach wie vor noch ziemlich viel Milch. Weil dagegen auch nichts einzuwenden ist – es heißt “BEI”-Kost, also eine Beigabe zur Milch – weil die Kleinen so alle Nährstoffe bekommen (im Idealfall aus Muttermilch, aber Pulvermilch tut es natürlich auch), und weil unsere beiden auch einfach keine guten Wasser- und Tee-Trinker sind, und wir so sichergehen, dass sie genug Flüssigkeit bekommen.

Wie sind wir vorgegangen?

Wir haben uns beide bei der Einführung auf den Instinkt verlassen. Unsere Jungs essen beide gerne und viel, zeigten früh Interesse und essen bis heute eigentlich alles, was man ihnen anbietet mit Leidenschaft – Glück gehabt! Andere Kinder sind da VIEL wählerischer. Zu Beginn haben wir beide mal eine Pastinake püriert, dann eine Karotte, dann eine Kartoffel, usw. Und gaaanz langsam die Menge gesteigert, und immer mehr Geschmäcker eingeführt. Marie hat auch früh mit Reisflocken-Babymilchbrei experimentiert, der ist einfach zu verdauen und zur Gewöhnung an feste Nahrung super geeignet (auch erst mal noch glutenfrei).

Mittlerweile bekommen beide Jungs 3 x täglich verschiedene Breis, obwohl das Timing bei uns beiden unterschiedlich ist: Entweder morgens Getreide mit Obst, mittags Gemüse, nachmittags Obst mit Getreide, abends Getreide (und Milch). Marie lässt die Nachmittagsportion beispielsweise aus und gibt nur eine Flasche Milch als Snack. Generell gibt es Milch, Tee oder Wasser dazu. Und eigentlich war der Weg dahin viel weniger aufwendig und stressig als wir es uns vorgestellt hatten! Wie schon geschrieben, vieles spielt sich einfach nach und nach automatisch ein, so lange man ein paar wichtige Ernährungstipps beachtet, vor allem die Ausgewogenheit zwischen Obst, Getreide und eiweißhaltigen Lebensmitteln.

Gläschen kaufen oder Selberkochen?

Ich habe Xaver am Anfang auch mal hier und da ein Gläschen angeboten. Heute bereue ich es ein wenig, weil ich eigentlich von Anfang an selbst kochen wollte und Gläschen insofern schwierig sind, als dass die Babies dann oft nur noch die Fertig-Dinger essen wollen. Wenn ihr also auch vorhabt, selbst zu kochen, dann lieber von Anfang an. Wir mussten Xaver dann “austricksen”, um ihm den Brei schmackhaft zu machen! Selbst kochen hat viele Vorteile: Es ist gesünder (siehe z.B. Süddeutsche hier), billiger und man hat nicht diese Unmengen an Gläschen-Müll. Vor allem aber: Selbstgekochtes schmeckt einfach besser. Und wenn ihr denkt: Keine Zeit! Es dauert wirklich nicht lange! Alle paar Tage eine halbe Stunde und man kann das auch gemütlich neben dem Abendessen-Vorbereiten machen.

Praktische Helfer beim Selberkochen

Wir haben uns beide für ein helfendes Gerät entschieden. Es macht es einfacher, den Schweinehund zu überwinden, der einem vom selbst kochen aufhält! Marie benutzt das Gargerät von Avent, ich den Babycook von Béaba. Beide Geräte unterscheiden sich nur in Details und funktionieren nach dem gleichen Prinzip: Gemüse schälen und in Stücke schneiden, in die Maschine, Knopf an, dann wird es ca. 15 Minuten lang (je nach Art des Gemüses/Obst/Fleisch) gedünstet. Dann Umfüllen (beim Avent: einfach umdrehen), nochmal Knopf drücken und das Ganze wird püriert. Dann noch ein Schuss Beikostöl oder Babymilch hinzu. Man kann mit der Zeit auch nach Belieben strecken, mit Butter, Orangensaft, Hirse, Polenta, Nudeln, Fleich – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Auch Obst- Getreide-Breis sind natürlich möglich! Beide Geräte kommen mit einem praktischen Kochbuch (das von Béaba ist ein wenig hübscher aufgemacht). Der Babycook macht optisch etwas mehr her, als der Dampfgarer von Avent, dafür wirkt dieser etwas hochwertiger. Der Babycook ist dafür eigentlich das Original. Er ist der erste seiner Art. Ein großer Vorteil vom Babycook ist, dass man etwas mehr Brei machen kann. In das Avent-Gerät passt relativ wenig rein. Wer richtig viel vorkochen will: Da ist es dann wohl doch einfacher, einen großen Topf und einen Pürierstab zu nehmen (auch hier gilt aber: Dämpfen erhält mehr Vitamine). Als Behältnisse benützen wir beide die Becher von Avent, die ich schon für die Muttermilch angeschafft hatte. Natürlich gibt es von Béaba auch passende kleine Becher.

Wir beide kochen jetzt so 2/3 Mal die Woche Brei, immer 2-3 Portionen und frieren dann einen Teil ein. Mit der Zeit bekommt man auch raus, was das Baby gerne mag. Xaver liebt Butternut-Kürbis und hasst Zucchini (wie Junio!), bei allem Süßen ist er null wählerisch und isst vor allem Griesbrei und Obst mit Wonne. Junio mag eigentlich auch alles, besonders ab und zu mal Hähnchen oder Rinderfilet. Fenchel-Kartoffelbrei ist nicht so sein Ding, kann man aber irgendwie auch verstehen. Und definitv Mango-Apfel! Und beide bekommen, wie gesagt, auch oft mehr festes Essen in die Hand, zum Beispiel ein Stück Brot oder eine weich gekochte Karotte. Das Thema Fingerfood werden wir aber noch mal in einem Extra-Post behandeln.

Das Wichtigste zum Schluss

Wie gesagt: Macht, wie ihr meint und wie es mit eurem Baby klappt. Nicht wenige Kinder werden auch ein Jahr lang voll gestillt, weil sie einfach nichts anderes mögen. Ich glaube nicht, dass dem Kind dann irgendetwas fehlt (auch wenn die Brei-Industrie einem das natürlich weismachen will). Uns hat es einfach von Anfang an viel Spaß gemacht, die Jungs langsam an das Essen heranzuführen. Und Spaß, das ist wahrscheinlich das Wichtigste bei der ganzen Sache. Denn die Kinder kleckern, spucken, wollen den Löffel selbst halten und prusten nicht selten fleißig alles Essen in die Gegend. Flecken und Ärger sind vorprogrammiert, Humor hilft!

Anbei noch ein paar Bilder unseren mechanischen Helfer. Den Béaba Babycook gibt es hier und den Avent-Dampfgarer hier.

 

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