Traumhochzeit feiern mit kleinem Budget

14. October 2021 | in Beziehung | Familie | Gesellschaft

Beim Thema „Heiraten“ scheiden sich häufig die Gemüter. In meinem Freundeskreis gibt es Paare, die betrachten die Eheschließung als essentiell – erst recht wenn man Kinder hat. Andere wiederum bevorzugen die „wilde Ehe“ und sehen nicht ein, ihre Beziehung institutionalisieren zu lassen. Erst recht nicht aus so „profanen“ Gründen wie der Steuerersparnis. Und wieder andere würden gern heiraten, aber eine Hochzeitsfeier ist ihnen schlichtweg zu teuer. Denn: Eine durchschnittliche Hochzeit mit 70 Personen kostet in Deutschland zwischen 14.000 und 20.000 Euro. Eine echte Stange Geld, für die man einen hübschen Kleinwagen bekäme oder mehrere schöne Urlaube verleben könnte.

Low-Budget-Hochzeit-Titelbild

Natürlich könnte man einfach ins Standesamt marschieren: Ja-Sagen, Trauschein unterschreiben – und gut. Aber die meisten Heiratswilligen haben schon die Sehnsucht, an ihrem großen Tag (der bestenfalls nur einmal im Leben stattfindet) mit all ihren Lieben groß zu feiern, um ihr Glück mit ihnen zu teilen. Aber dafür Schulden machen? Nein, Danke! Dann wird das Fest eben weiter vertagt, in der Hoffnung, man ist irgendwann reich genug. Oder aber: Man verschwendet keine Zeit mehr und macht es wie Jovana und Frank. Das Paar hat 2018 eine superschöne UND supergünstige Hochzeit mit 60 Gästen gefeiert. Nach dem Motto: Low Budget – aber auf High-Level…
Ich habe mit Jovana über ihren großen Tag gesprochen und sie hat mir ihre Tipps verraten, wie man eine zauberhafte Hochzeit feiern kann, ohne dabei in den Dispo zu rutschen.

Liebe Jovana, bevor wir über eure Hochzeit sprechen, erzähl erst einmal ein bisschen was über dich und deinen Mann Frank. Was macht ihr, wo lebt ihr und wann habt ihr euch gefunden?
Wir leben in Jena, ich stamme aus Hamburg und Frank kommt aus dem Erzgebirge. Ich bin angehende Ärztin und Frank ist Lehrer an einer Gesamtschule. Zum Zeitpunkt unseres Kennenlernens, im Frühjahr 2013, haben wir beide in Jena studiert. Frank stand kurz vor dem Examen und ich erst am Anfang meines Medizinstudium. Begegnet sind wir uns auf einer Party, richtig zusammengekommen sind wir dann aber erst zwei Monate später. Und heute sind wir seit drei Jahren verheiratet und haben zwei Töchter (4 und 2).

Wann und wie hat Frank dir einen Antrag gemacht?
Der Antrag kam im Oktober 2017, als unsere erste Tochter ein halbes Jahr alt war. Wir waren auf Formentera im Urlaub und dort hat er mich in einer Grotte, direkt am Meer, damit überrascht. Inklusive Musik aus der Box und Ring. All das hatte er am Morgen, als ich noch schlief, heimlich dort deponiert. Das war wirklich ein total schöner Moment, wobei ich mich erst geziert hatte, in die Grotte zu steigen und er schon gedacht hat, dass sein Antrag platzt. (lacht)
Eigentlich hatte ich auch immer gedacht, wir sind pragmatischer und einigen uns irgendwann einfach darauf, zu heiraten. Aber Frank war der offizielle Antrag sehr wichtig. Geheiratet haben wir dann ein dreiviertel Jahr später, am Freitag, den 13. Juli. Da wir uns erst im Dezember 2017 auf dieses Datum geeinigt hatten, hatten wir am Ende nur ein halbes Jahr für die Planung.

War es immer dein Traum, mal zu heiraten? Und wenn ja, hattest du schon Bilder im Kopf, wie diese Feier mal aussehen soll?
Ja, es war schon mein Wunsch, wenn ich den richtigen Mann treffe, ihn auch zu heiraten. Und ja, ich wusste in etwa auch, wie dieser Tag aussehen und ablaufen soll. Und am Ende war es genauso, wie ich es mir vorgestellt hatte. Das lag sicher auch an der Deko und am Essen, die eine Menge zum guten Ambiente beigetragen haben. Zum großen Teil lag es auch am tollen Wetter (es war nicht zu heiß und nicht zu kalt). Aber noch viel wichtiger finde ich rückblickend, dass sich die Gäste so wohl auf dem Fest gefühlt haben und dadurch eine ganz tolle Stimmung verbreitet haben. Jeder war gelöst, entspannt und fröhlich und dieses Gefühl hat sich natürlich auch auf Frank und mich übertragen.

Wo habt ihr am Ende geheiratet und mit wie vielen Gästen?
Wir wollten ursprünglich erst in unserem Garten in Jena heiraten und hatten dafür schon alles geplant. Dann hat Frank aber bei einem Schulausflug die Kemenate in Reinstädt entdeckt. Das ist ein alter Burgturm aus dem 15. Jahrhundert, der auf einem großen grünen Grundstück im Saaletal steht. Er war sofort Feuer und Flamme und hat mich mit seiner Euphorie dann auch angesteckt. Also haben wir zwei Monate vor dem großen Tag noch einmal alles umgeplant und dort geheiratet. Eingeladen hatten wir etwa 60 Gäste.

Ein durchschnittliche Hochzeit mit 70 Personen kostet in Deutschland zwischen 14.000 und 20.000 Euro….
Ja, schon allein das Essen und Trinken sind so unglaublich teuer und einer der größten Posten, wenn man mal von einer durchschnittlichen Pro-Kopf-Pauschale von 100 Euro ausgeht. Häufig sind da nur bestimmte Getränke und keine Longdrinks enthalten. Dafür zahlt man dann nochmal extra. Am Ende landet man locker bei 7000 bis 10.000 Euro. Nur für‘s Essen und die Getränke! Das ist doch irre!

Was habt ihr für das ganze Fest ausgegeben?
Etwa 4.000 Euro. Durch die Geldgeschenke sind wir am Ende sogar mit einem Plus rausgegangen. Unsere Schmerzgrenze lag bei 5.000 Euro. Mehr wollten wir nicht ausgeben.
Aber, für so eine Hochzeit, wie wir sie hatten, muss man der Typ sein. Man muss viel organisieren, planen und selbst in die Hand nehmen. Man spart zwar sehr viel Geld dadurch – aber man muss auch extrem viel dafür tun. Doch wenn man die Orga abgibt, besteht natürlich die Gefahr, dass einem bestimmte Dinge am Ende nicht gefallen. Ich war (und bin es noch) jedenfalls viel zu kontrollsüchtig und wollte nichts „outsourcen“. Ich wollte den Tag genau so gestalten, wie wir ihn uns vorgestellt haben. Sehr hilfreich ist natürlich, wenn man tolle Freunde hat, wie wir sie haben, die uns sehr unterstützt haben.

Wo hattest du deine Ideen und Inspirationen her?
Vor allem von Pinterest. Dort hab ich unglaublich viele Inspirationen gefunden. Man muss jedoch aufpassen, dass man sich nicht darin verliert. Und ich hab mir bei Hochzeiten, auf denen wir waren, die schönsten Details abgeschaut, wie z.B. die mit Stoff überzogenen Heuballen.

Wie habt ihr nun die Kosten so zusammen gehalten? Am besten wir dröseln das mal auf und du erzählst uns ein bisschen was über jeden einzelnen Posten – wie er aussah und was das Ganze in etwa gekostet hat…

Die Trauung:
Die standesamtliche Trauung am Morgen hat circa 100 Euro gekostet. Die Zeremonie in der Kirche am Nachmittag war kostenfrei. Da haben wir alle etwas in die Kollekte getan.

Die Location:
Die Miete für die Kemenate lag bei 220 Euro. Dafür durften wir sie das ganze Wochenende nutzen und Strom und Wasser waren in dem Betrag schon enthalten. Den Müll mussten wir allerdings selbst entsorgen.

Die Deko:
Okay, dieser Punkt wird jetzt recht komplex… Ich habe ein halbes Jahr vorher angefangen, große und kleine Marmeladengläser zu sammeln. Am Ende hatte ich sicher 100 Stück. Da hab ich dann Vogelsand reingefüllt, Ikea-Kerzen reingestellt und ein Bast-Band drumgebunden. Die hingen überall in den Bäumen und standen auf den Tischen.
Die Smoothie-Fläschchen von „Proviant“ hatte ich zu Vasen umfunktioniert und überall auf den Tischen platziert. Meine Schwester hat damals in einem Café gearbeitet und hat die Fläschchen immer mit heim gebracht. Dann hab ich noch ein paar Glasvasen günstig gekauft und nach der Hochzeit bei Ebay wieder verkauft. Zusätzlich hab ich bei Ebay gezielt nach alten Milchkannen (auch für Blumen) und alten Fensterrahmen, gesucht. Auf die Fenster haben wir dann mit weißem Stift das Menü oder Botschaften geschrieben.
Dazu hatte ich noch verschiedene Lichterketten gekauft, die ich danach zum Teil wieder verkauft habe. Ich hab immer versucht, auf Nachhaltigkeit zu achten. Ich hab also überlegt, was ich danach noch selbst verwenden oder was ich wieder verkaufen kann. Eine der Ketten hängt jetzt bei uns im Garten. Und die andere hab ich an eine andere Braut verkauft.
Meine Mama hat mit ihrer besten Freundin Pompoms aus Seidenpapier gebastelt. Die kann man natürlich auch fertig kaufen – aber so war es natürlich viel kostengünstiger und die beiden hatten Spaß dabei. Die hab ich auch aufbewahrt und zu den Geburtstagen der Kinder hängen wir die immer wieder im Wohnzimmer auf.
Bei Ikea hab ich das 30 Meter lange Segel gekauft, das wir über die Essenstafel gespannt hatten. Meine Schwester näht total gern und ihr hab ich den Stoff danach dann überlassen.
Außerdem hatte ich verschiedene gebrauchte Perserteppiche besorgt – auf Flohmärkten oder auch bei Ebay – für die Chill-Ecke. Dazu noch Strohballen, die wir mit Stoff überzogen haben. Als Sitzgelegenheiten. Von daheim hatte ich all meine Kerzenständer mitgebracht, um es so gemütlich wie möglich zu gestalten. Die Blumen hatte ich beim Online-Blumenversand Blumigo.de bestellt und hab sie dann selbst in den Vasen arrangiert. Das Blumenpaket hatte ich zwei Tage vor Termin zu mir kommen lassen. Da waren die Blüten noch geschlossen und pünktlich zum Fest waren dann alle Blumen erblüht.

Das Geschirr:
Die Kuchenteller – so nostalgisch geblümte, die zum Boho-Thema passten – hatte ich mir auf Flohmärkten zusammengekauft oder hab sie mir aus Geschenkeboxen, die oft vor Haustüren stehen, oder bei Haushaltauflösungen zusammen gesammelt. Da kamen in einem halben Jahr etwa 60 Stück zusammen. Davon hab ich ein paar behalten – die sind jetzt bei uns im Garten – die restlichen hab ich verkauft oder verschenkt.
Besteck gab es in der Kemenate – genau wie Tische und Sitzbänke. Das mussten wir nicht besorgen. Das restliche Geschirr und die Gläser mussten wir zum Glück nicht mieten. Mein Patenonkel verwaltet ein paar Restaurants und hat das Geschirr für uns organisiert und uns kostenlos zur Verfügung gestellt.
Natürlich hat nicht jeder so einen Onkel. Aber mein Tipp ist: Fragt herum, ob jemand etwas hat, was ihr braucht, bevor ihr es teuer mietet oder kauft. Viele Freunde oder Verwandte freuen sich, wenn sie etwas zum Fest beitragen können – sei es, dass sie einen Kuchen backen, Fotos machen oder eben Geschirr mitbringen.
Summa Summarum haben wir etwa 700 Euro für Deko, Geschirr und die Blumen ausgegeben. Das ist recht viel, aber der Punkt war mir einfach auch super wichtig. Und zum Teil konnte ich die Sachen ja auch wieder verkaufen oder verwende sie selbst heute noch.

Dein Outfit:
Auch hier war mir Nachhaltigkeit wichtig. Im Standesamt hatte ich eine neue Bluse (für 30 Euro) an, die ich heute noch oft trage. Gleiches gilt für Franks Hemd. Und die Hosen hatten wir beide schon im Schrank. Die waren also nicht neu.
Mein Kleid für die Kirche hatte ich mir bei Zalando bestellt. Da gibt es ja ganz viele Angebote im Bereich Brautmoden. Meines war von Jarlo. Das ist eine britische Marke für Abendkleidung. Die haben wirklich schöne Kleider und machen auch tolle Brautjungfern-Mode. Das Kleid hat 180 Euro gekostet. Es war recht schlicht, aber ich mag das. Ich war auch bei einem Brautausstatter, aber da hat mir nichts gefallen. Ich bin einfach kein Fan dieser Tüllkleider. Und 2.000 Euro hätte ich nie und nimmer für ein Kleid ausgegeben – auch wenn es mir noch so gut gefallen hätte. Für den Schleier habe ich dann allerdings nochmal ähnlich viel wie für das Kleid ausgegeben. Den Kranz in meinem Haar hatten mir meine Freundinnen gebunden, aus den Blumen, die noch übrig waren. Ich hatte das nicht mehr geschafft. Das geht super-easy und sieht so schön aus.

Franks Anzug:
Der war von Zara und hat 200 Euro gekostet. Die Zara-Anzüge sitzen an ihm einfach gut – und dieser hat einfach zu seiner Persönlichkeit gepasst. Auch nach der Hochzeit hatte er ihn schon häufig bei anderen Festivitäten an. Das Hemd hatte er schon im Schrank. Die Schuhe haben 300 Euro gekostet. Aber das sind auch schöne Handgemachte, an denen er noch viele Jahre Freude haben wird und die er seither auch oft getragen hat.

Die Ringe:
Franks Ring war tatsächlich teurer als meiner. Ich liebe Schmuck, aber ich trage lieber schmale Ringe, die ich kombinieren kann. Ich wollte also lieber zwei zarte Ringe aus Roségold. Er hat sich einen etwas Breiteren aus Weißgold ausgesucht, weil er das eher mag. Zusammen haben die Ringe etwa 650 Euro gekostet. Gekauft haben wir sie in einem Schmuckgeschäft in Jena.

Die Musik:
Frank hatte drei verschiedene Playlists bei Spotify zusammengestellt mit unterschiedlichen Themen. Zum Sektempfang liefen z.B. Lieder von den Comedian Harmonists und Hildegard Knef. Freunde von uns haben uns dann noch den Auftritt einer 50er- & 60er-Jahre-Band geschenkt, die vor und während des Abendessens gespielt hat. Und für die Party danach hatten wir einen DJ engagiert. Das war ein Abiturient mit einer riesigen Plattensammlung, der aber noch nicht so oft Gelegenheit hatte, aufzulegen. Frank kannte ihn über seine Schüler und wusste, dass er einen ähnlichen Musikgeschmack hat wie wir. Wir haben ihm am Ende 150 Euro für den Abend bezahlt und er war total dankbar, dass er sich mal live ausprobieren durfte und er hat das wirklich toll gemacht.

Der Fotograf:
Auch hier konnten wir ordentlich sparen. Mein Patenonkel ist  Hobbyfotograf und er hat diesen Job übernommen. Zusätzlich haben wir noch einen Freund gebeten, ein paar Fotos zu machen.

Die Getränke:
Die hatten wir alle bei einem Getränkehändler gekauft und am Tag zuvor zur Location gebracht. Ich hatte zwei alte gusseiserne Wannen besorgt, die wir mit Eis und Wasser gefüllt hatten, wo die Getränke dann zur Kühlung drin lagen. Es gab Limonade, Bier, Wein und Sekt. Für Wasser hatten wir zwei Ballons mit Infused Water (eins mit Beeren, eins mit Limetten) zum Selbstzapfen hingestellt, die dann immer wieder aufgefüllt wurden.
Und wir hatten eine Gin-Bar aufgebaut mit vier verschiedenen Gin-Sorten. Dazu hatten wir Ideen, wie man diese mixen könnte, auf ein Fenster geschrieben. Da konnten sich die Leute ihren Gin selbst kreieren. Diese Bar war extrem beliebt bei den Gästen. Die Getränke haben uns insgesamt etwa 600 Euro gekostet. Die Menge hatten wir ganz gut kalkuliert, denn es ist kaum etwas übrig geblieben.

Das Essen:
Meine Vorstellung war ein Buffett im Jamie-Oliver-Style. Also nicht zu konservativ – sondern eher ein bisschen locker und legere. Auch dafür hab ich mir ganz viele Ideen bei Pinterest abgeschaut. Daraufhin hab ich Listen zusammengestellt, was gut passen und vielen schmecken würde. Das Buffett war dann sehr vegetarisch, was uns aber auch entspricht. Das einzige Fleisch, das es gab, war – neben ein paar Hühnchenspießen – die Thüringer Bratwurst, weil ich das als Symbol unserer neuen gemeinsamen Heimat ganz schön und passend fand. Dafür hatten wir übrigens extra einen Grillplan erstellt und jeder anwesende Mann stand mal eine halbe Stunde am Grill. So waren die Gäste gleich involviert.
Ansonsten gab es verschiedene Quiches, zig Salate, diverse Aufstriche, verschiedene Baguettes und Focaccias.
Mir war wichtig, dass das Essen schmeckt und nicht Nullachtfünfzehn ist. Hätte ich es also bei einem Catering-Service bestellt, wäre das schon einer der besseren und damit kostspieligeren gewesen. Da ich das Geld nicht ausgeben wollte, hab ich eben selbst gekocht.

Aber wie hast du das geschafft?
Mit guter Planung und vielen fleißigen Helfern, allen voran meiner Schwester und natürlich Frank. Einen Tabouleh-, einen Couscous-, einen Nudel- und einen Kartoffelsalat kann man z.B. locker zwei Tage vorher machen. Die restlichen Salate und Aufstriche hab ich dann einen Tag vorher zurechtgeschnippelt und -gerührt. Und meine Schwester hat zeitgleich bei sich die Quiches gebacken. Am Ende hat uns das Essen circa 400 Euro gekostet.
Aber ich sag’s nochmal: Man muss schon der Typ dafür sein. Denn die vier Tage vor der Hochzeit habe ich komplett für die Vorbereitung des Essens „geopfert“. Aber das muss ja nicht jeder so machen. Man könnte ja auch nur teilweise ein paar Dinge selbst in der Küche vorbereiten und den Rest bestellen. Auch das spart ja schon viel Geld. Den Nachtisch hatte ich zum Beispiel auch komplett „outgesourct“. Da hatte ich die Gäste gebeten, etwas Schönes zu stiften. Und da lässt sich natürlich niemand lumpen und gibt sich total viel Mühe. Entsprechend lecker und vielseitig war das süße Buffett dann auch.
Zum Buffett-Auffüllen und zum Auffüllen der Getränkewannen hatten wir zwei Kommilitoninnen meiner Schwester engagiert, die sich darum gekümmert haben. Die waren etwa 6 oder 7 Stunden da und jede hat 150 Euro bekommen. Ich hatte für sie Polaroids der Salate gemacht und so wussten sie, wie sie diese anrichten sollten.

Wie würdest du das Flair auf deiner Hochzeit beschreiben?
Ich würde es als kleines Festival beschreiben. Viele Gäste haben ja auch im Garten gezeltet. Die Stimmung war locker, entspannt und total gelöst. Ein bisschen Boho, ein bischen Retro. Und trotzdem festlich.

Würdest du noch einmal ganz genau so heiraten wollen? Oder gab es etwas, das du rückblickend anders gestalten würdest?
Ich würde wirklich genau so noch einmal heiraten wollen! Dennoch gibt es kleine Dinge, die ich rückblickend etwas anders gehandhabt hätte. Aber darunter ist nichts, was mir den Tag „kaputt“ gemacht hat.
Ich würde zum Beispiel meinen Blumenstrauß selbst binden. Die Blumen für die Tischdeko hatte ich ja bei einem Online-Versand bestellt und selbst arrangiert. Das hat mir solchen Spaß gemacht, dass ich mir auch zugetraut hätte, meinen eigenen Strauß zu binden. Und günstiger wäre es auch gewesen. Ich hätte 60, 70 Euro gespart und der Strauß hätte mir sicher auch besser gefallen. Denn zu 100 Prozent war ich nicht mit dem Strauß aus dem Blumenladen zufrieden. Der war mir viel zu pink, obwohl ich ihn pastelltöniger bestellt hatte. Außerdem würde ich mir zwischen der standesamtlichen und der kirchlichen Zeremonie etwas mehr Zeit gönnen. Das war mir etwas zu hektisch, weil ich ja dazwischen noch die Blumenvasen aufstellen und den Tisch decken „musste“. Das hätte ich auf jeden Fall an jemanden delegieren können. Und: Ich würde heute nicht mehr auf eine Hochzeitstorte verzichten. Irgendwie hab ich damals keine Notwendigkeit gesehen. Aber ein wenig hat sie mir dann doch gefehlt. Aber das sind nur Kleinigkeiten. Ansonsten war dieser Tag für mich wirklich rundum perfekt!
Denn ob ein Hochzeitsfest schön wird, hat nichts damit zu tun, wie viel du ausgibst, sondern mit dem Gefühl, was das Paar und auch die Gäste an dem Tag verspüren und auch ausstrahlen.

Hast du noch einen Tipp für zukünftige Brautpaare?
Ja, eines ist mir ganz wichtig zu sagen: Das ist euer Tag. Und ihr solltet ihn so gestalten, wie ihr ihn euch vorstellt! Es wird immer Nörgler geben, denen das Buffett zu vegetarisch und die Musik zu elektronisch ist. So what! Hauptsache, euch gefällt es. Und wenn ihr eben Mega-Hard-Rock-Fans seid, dann spielt diese Musik auch. Selbst wenn einige Gäste die Nase rümpfen.
Und noch was: Entspannt euch! Vertraut darauf, dass alles gut laufen wird. Vertraut den Gästen, dass sie Spaß haben werden. Und vertraut den Leuten, die ihr zu eurer Unterstützung engagiert habt… Ich bin ein Kontrollfreak. Ich weiß, wie schwer das ist. Aber man muss irgendwann loslassen. Man kann ab einem bestimmten Punkt ja auch nichts mehr ändern. Mir ist das nach dem Sektempfang gelungen und von dem Moment an hab ich den Tag nur noch laufen lassen und jede Sekunde einfach nur noch genossen.

Liebe Jovana, hab vielen Dank für das Gespräch und die tollen Tipps!

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