Superwoman – gibt’s doch gar nicht

30. April 2014 | in Gesellschaft | Vereinbarkeit

Ich erwähnte es bereits: ich arbeite wieder. Part-time nur, aber der Stressfaktor ist hoch genug. Der Papa ist zwar in Elternzeit, aber alles bekommt er ja auch nicht hin. Ich denke mir dieser Tage also oft: ich schaff’s halt nicht. Und akzeptiere es. Was ich nicht schaffe? Superwoman sein!

Ihr wisst, worum es geht: ich wäre gerne morgens immer topfit wenn mein Superkind mich weckt (sechs Uhr, manchmal sieben), ich würde gerne jeden Tag feine Sachen für ihn kochen, und am Wochenende backen. Ich will im Büro effektiv und bei der Sache sein, ich will abends zum Sport gehen (oder sogar morgens?) oder mich mit Freundinnen zum Essen treffen. Ich will im Club auf der Tanzfläche stehen und abrocken wie früher. Ich will mit meinem Kind lachen, spielen, Faxen machen. Ich will süße Mützen stricken. Ich will Romane und Zeitung lesen, um am Weltgeschehen teilzuhaben. Ich will mit meinem Mann romantisch sein und leidenschaftlich. Ich will die Wohnung sauber und schön und die Wäsche im Griff haben. Ich will Köchin, Karrierefrau, Kindermädchen, Partygirl, liebende Freundin und Sporty Spice sein. Und: DAS GEHT NATÜRLICH NICHT!

Am Ende der Woche resümiere ich immer, was ich so geschafft habe. Wieviele der 200 Rollen, die ich gerne spielen würde, ich erfüllt habe. Manchmal schaffe ich viel, manchmal wenig. Oft sieht die Bude aus wie Sau, die Wäsche stapelt sich. Selten hat mein Freund abends eine entspannte Partnerin an seiner Seite, eher eine genervte Kuh, die in den Rechner starrt. Außerdem muss er fast immer morgens aufstehen. Der Arme! Und sonst? Sport – selten! Tanzen? Auch. Kochen? Fast nie. Lesen? Hahaha.

Ich schaff’s halt nicht. Und erst seit ich das akzeptiert habe, kann ich ohne Druck auf mich selbst am Ende jeder Woche irgendwie doch zufrieden sein. Ein paar Sachen bekomme ich immer hin. Hatte viel gute Zeit mit Xaver, hatte einen sehr schönen Abend mit meinem Freund oder war wirklich mal beim Sport. Mir geht’s ja gut, als unperfekte Mutter und Frau. Und allen anderen Beteiligten meistens auch.

Und ganz ehrlich. Gibt’s da draußen überhaupt eine Supermama die wirklich immer alles schafft? Der nie was schiefgeht? Bei der nicht immer ein Part leidet? Glaub ich einfach nicht! Und wenn, dann nur mit Burn-out, und das kann ja auch nicht der Sinn der Sache sein. Ich lehne mich also genau jetzt zurück, im Joggingoutfit, vor dem Fernseher. Mache den Rechner aus und lasse alle fünfe gerade sein. Hach!

Eine ähnliche Tasse gibt’s übrigens hier – Muttertagsgeschenk?

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