PMS, Periode & all that pain

22. March 2018 | in Familie | Food & Beauty | Muttergefühle

Es gibt ja so einige Dinge, die sich verändern, wenn man erstmal ein Kind bekommen hat. Und ich meine das rein körperlich betrachtet. In meinem Fall gibt es sehr dezidiert eine Angelegenheit, die vor dem Kind sehr anders war:

Meine Menstruation nämlich, und auch das, was davor passiert – PMS, das Premenstrual syndrome.

Eigentlich ist es also der ganze Abwasch, wenn man so will 10 bis 14 Tage im Monat, die sich hier mehr oder weniger krass verändert haben, seitdem ich Mutter bin.

Ich kann mich erinnern, dass meine Periode vor dem Kind eine dezente Angelegenheit war (meistens). Ich blutete ein paar Tage jungfräulich rot und rein, aber auch nicht allzu sehr. Krämpfe oder Schmerzen hatte ich währenddessen eigentlich nie und war umso verwunderter, wenn Freundinnen mir erzählten, ihnen ginge es ganz anders. Auch, dass ich davor Beschwerden oder Symptome gehabt hätte, dass ich auffällig verstimmt gewesen wäre – scheint mir weit weg, bzw. nicht existent.

Wie ein Scheunendrescher habe ich vor den Tagen schon immer gegessen. Aber.

Also klar, es war immer so, dass ich – ehe ich meine Tage bekam – angefangen habe, wie ein Scheunendrescher zu essen, meine Haut unreiner wurde, ich Wassereinlagerungen hatte.

Essen und Wassereinlagerungen sind hier immer noch sehr prominent, meine Haut aber hat sich inzwischen und in den 30ern angekommen in Gänze reguliert. An ihrer statt treten dieser Tage andere Probleme:

Etwa, dass ich deutlich verstimmter bin in den Tagen vor den Tagen. Ich bin dann in der Regel viel reizbarer und motziger, mich greifen äußere Umstände viel leichter an, als in den Tagen nach den Tagen etwa. Meine Periode ist unterdessen zu einem echten Massaker geraten – sehr schmerzhaft, mit vielen Krämpfen und eigentlich fühlt sie sich häufig so an, wie sich die Vorstufe zur Geburt anfühlt inklusive deutlich vergrößerter und spürbarer Gebärmutter. Vor allem ist sie, seitdem ich ein Kind bekomme habe, wesentlich stärker. Ich blute nicht mehr vier Tage, sondern eher sieben und an drei Tagen so massiv, dass ich mich, wenn ich unterwegs bin, darauf einstelle, schnell ins WC verschwinden zu können, weil all das Blut manchmal unkalkulierbar aus mir heraus schwillt. Da tropft insofern auch nichts mehr jungfräulich aus mir. Ich habe eher den Eindruck, dass da in der Regel eher richtig Gewebe in meiner Gebärmutter abgetragen wird, das sich über den Monat angesammelt hat. Ich pflege gegenüber Freundinnen jedenfalls gelegentlich zu scherzen, vielleicht dieses Mal dann doch final zu verbluten.

Aber gut: ich lebe noch. Und während ich das hier so schreibe und auf das vergangene Jahr und seine Zyklen zurückschaue, habe ich auch den Eindruck, dass es mir inzwischen und trotz dieser Veränderung nach der Geburt wieder ganz gut geht mit den Tagen.

Ich versuche also und zum Beispiel nicht allzu viel Kram in die Tage vor den Tagen zu organisieren. Man kann auch sagen: Ich lasse mir Raum und Zeit, mich zurückzunehmen- und zu ziehen. An den ersten beiden Tagen meiner Periode halte ich es ebenso. Ich gestatte mir außerdem, so viel zu essen wie ich will – und achte dabei maximal darauf, nicht ausschließlich Junk in mich reinzuschütten. Überhaupt ist “sich selbst gestatten” wohl das Stichwort schlechthin: gütig mit sich sein, sich selbst Ruhe zuzugestehen – anstatt immer gegen sich und seinen Körper anzuarbeiten. Dass ich darin nicht immer soo gut war, habe ich ja hier schon einmal geschrieben.

Ich hadere nicht mehr so sehr, ich stelle mich eher ein

Es geht mir also wieder gut, weil ich inzwischen an dem Punkt bin, meine Periode zu akzeptieren wie sie ist, anstatt ständig darüber zu hadern. Ich versuche dieser Tage eher damit umzugehen – mich auf meinen Zyklus einzustellen. Und zwar: insgesamt. An den guten wie an den schlechten Tagen.

Sich mit seinem Zyklus zu beschäftigen, hat ja nicht nur den großartigen Vorteil, ungefähr abschätzen zu können, wann die dunkel bewölkten PMS-Tage wieder Besitz von einem ergreifen – und dass das dann gewisser Weise ein archaisches Programm ist, das da in einem abläuft. Es ist insofern auch von Vorteil, weil damit auch das Licht am Ende des Tunnels deutlich wird. Meine Stimmung hellt sich meistens bereits wieder während meiner Periode auf, meistens 2-3 Tage nachdem sie begonnen hat. Und noch besser: Nach dem Abschwung folgt ja auch wieder der Aufschwung – genauso dreckig es mir manchmal während meiner Periode oder davor geht, so gut geht es mir meistens rund um meinen Eisprung.

Ich fand dahingehend und in der Auseinandersetzung mit meinem Zyklus übrigens diesen Podcast hier ganz hilfreich, weil er genau das u.a. zum Thema hat: den eigenen Zyklus zu begreifen und sich auf ihn einzustellen, ihn sogar anzunehmen und wertzuschätzen, weil er eben auch bedeutet, Leben schaffen zu können und lebendig zu sein. Weil dieser Zyklus Teil unseres Frauseins ist und es an der Zeit ist, genau dem nicht immer entgegen zu arbeiten und stattdessen anzunehmen, was wir sind.

Das Foto im Header stammt übrigens aus einer App, in der man seinen Zyklus dokumentieren kann (zumindest so man denn kein Problem damit hat, seine empfindlichen Gesundheitsdaten herauszugeben).

 

 

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