Nachhaltigkeits-Serie: Konsumverhalten überprüfen

04. June 2015 | in Gesellschaft | Lifestyle

Im dritten Teil unserer Nachhaltigkeits-Serie geht es um unser Konsumverhalten (in Teil Eins stellt Isabel nachhaltige Mode für Mama und Kind vor und in Teil 2 gab’s ein Interview zum Thema Nachhaltigkeit). Klar, Einkaufen macht Spaß, aber brauchen wir eigentlich den ganzen Kram? Meistens ist die Antwort: nein.

Weniger ist mehr

Ich kaufe eher wenig, dafür gerne Teile, die Klassiker werden können, und die ich auch in ein paar Jahren noch tragen kann. Und da merkt man dann auch die Qualität: Billig-Mode ist oft nach ein paar Mal waschen und vielem Tragen leider bereit für die Mülltonne. Es muss nicht unbedingt teuer sein, wie erkennt man aber gute Qualität? Ich würde sagen, an den Materialien und der Verarbeitung. Mein APC-Wollmantel war teuer, aber ich habe ihn auch fünf Winter lang durchgetragen (fairerweise muss man sagen, dass bei APC leider oft die Qualität nicht mit den hohen Preisen übereinstimmt). Generell achte ich auf Naturfasern, prüfe auch mal die ein oder andere Naht und vermeide Fast-Fashion-Stores.

Was ich auch merke: Ich habe Shoppen als “Freizeitbeschäftigung” abgelegt. Stattdessen gehe ich jetzt, wenn Zeit übrig bleibt, ein Buch im Café lesen oder in die Sauna. Ich kaufe also allgemein weniger und versuche, auch für Junio wenig zu kaufen. Seitdem ich irgendwie erwachsener geworden bin, ist mir auch ‘Sparen’ kein Fremdwort mehr. Und in manchen Zeiten ist das sogar eine Notwenigkeit, klar.

Die Engländerin Hattie Garlick hat das mal so richtig konsequent ausprobiert: In ihrem Blog FreeOurKids hat sie sich die Frage gestellt: “Can we raise one small child without the help of an army of big corporations?” Ein Jahr lang wollte sie also für ihren zwei jährigen Sohn nichts kaufen (natürlich bekommt er etwas zu essen, nur eben keine speziellen Kinderprodukte). Hier hat Hattie ihre Regeln noch mal genau aufgelistet, zusammen mit einer Liste von Dingen, an denen sie gescheitert ist (wie zum Beispiel Zahnpasta oder Eiscreme, da kam sie nicht drum rum). Eine interessante Idee ist das allemal! Junio braucht zum Beispiel gar nicht viel zum Spielen – am kreativsten wird er immer, wenn es kein Spielzeug gibt. Oft habe ich auch das Gefühl, konsumieren macht natürlich Freude, lenkt ab und in der Folge überhäufen wir unsere Kinder dann aber mit “Stuff”, den sie eigentlich gar nicht brauchen.

So ganz kommt man um den Konsum ja nicht herum, es gibt jedoch genug Alternativen, um dann wenigstens keine neuen Produkte kaufen zu müssen und Ressourcen (und Geld) zu sparen.

Kirondo ist so eine Seite. Hier kann man gebrauchte Kinderkleidung kaufen (an manchen ist auch noch das Etikett). Im Gegensatz zu Ebay oder Seiten wie Mami-Kreisel schaut sich Kirondo die Kleidung an und prüft sie, bevor sie in den Verkauf gehen. Umgekehrt kann man dort natürlich auch seine eigenen Kindersachen verkaufen. Einfach einschicken, Kirondo bewertet, man bekommt ein Angebot und den Betrag gutgeschrieben. Zusätzlich spendet Kirondo 5 Cent für jeden ausgezahlten Euro an Spendenpartner.

Auch auf dem Flohmarkt oder im Second Hand findet man tolle Kindersachen. Denn weder Spielsachen noch Klamotten müssen ja wirklich neu sein für die Kleinen, so kurz wie sie sie benutzen! Oder man organisiert sich im Freundeskreis, bei uns gehen oft Klamotten und Spielzeug reihum.

Auch macht es Sinn, Sachen loszuwerden, bevor man sich neue leistet! Isabel verkauft regelmäßig ihre und Xavers Sachen, um Platz für Neues zu schaffen. Und das muss ich auch lernen – nicht so viel anzuhäufen und sich auch wieder von Dingen zu trennen, die man nicht mehr braucht.

Habt ihr euch übrigens mal überlegt, wie viele Ressourcen eigentlich in eine einzige Jeans gehen? Um das ein wenig zu veranschaulichen würde ich euch diesen kurzen Clip empfehlen:

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