Mutproben – im Alltag und beim Reisen

05. August 2016 | in Alltag | Familie

Warum tut ihr euch das an?” – haben manche gefragt, als wir vor ein paar Wochen mit Threenager Xaver und schreiender Quinn für ein Wochenende nach Südtirol zu einer Hochzeit flogen. Und ich hatte mich das auch gefragt. Muss das jetzt auch noch sein?”

Und dann haben wir es einfach gemacht, so wie wir oft Dinge einfach tun und die Kinder mitnehmen, ohne groß darüber nachzudenken, ob es jetzt sein muss oder anstrengend werden könnte. Wir wählen oft den unbequemeren Weg, den Weg raus aus der Comfort Zone, einfach weil unser Leben so funktioniert und auch weil es uns immer wieder gut tut. 

Raus aus der Comfort Zone

Das ist sicher auch Typsache aber der Trip nach Südtirol hat mir ein mal wieder gezeigt, dass es für uns genau richtig ist, einfach ab und zu ins kalte Wasser zu hüpfen – zusammen mit den Kindern. Denn alles war wundervoll. Der Flug war unproblematisch, Quinn entspannt, Xaver hat den Vielflieger raushängen lassen. Ein anderes Baby brüllte fast durch, nicht meines (wie sonst so oft). Auch alles andere – Autofahrt, Übergabe von Xaver an Oma, die Hochzeit, die Nacht, das Wiedersehen mit Xaver, sein Rückflug mit Papa und die lange Zugfahrt am nächsten Tag für Quinn und mich – hat super geklappt. Und auch wenn es nicht so glatt gelaufen wäre – es wäre es wert gewesen! Denn nicht nur war das Wochenende ein willkommener Tapetenwechsel für uns – mal kurz raus aus dem Baby- und Kleinkind-Alltag – es hat uns auch als Familie stärker gemacht.

Die Erfahrung mache ich oft: ich tue Dinge, die eigentlich zu anstrengend sind. Zweifle kurz selbst, ob ich das schaffe, ob das jetzt so eine schlaue Idee ist, und dann mache ich es einfach, schaffe es in der Regel und gehe eine gute Portion stärker heraus. So bin ich alleine mit Xaver nach London gereist, als er eineinhalb war. So bin ich eben gerade mit Quinn alleine in die Berge gefahren – Rucksack hinten, Kind vorne, Babyschale im Kinderwagen und ab in den Zug. So waren wir mit Xaver in Indien und in Thailand – Angst vor Langstreckenflügen kennen wir nicht, wir machen sie einfach! Wie oft standen wir im strömenden Regen mit Kind(ern), weil wir eben kein Auto haben, saßen im Hauseingang bei wildfremden Menschen. Wie oft mussten wir schon improvisieren und irgendwie weitermachen. Wie viele verrückte Abenteuer wir schon mit Xaver erlebt haben! Und es war oft so anstrengend, aber es war es immer wert. Mit Quinnchen geht es jetzt weiter.

Im Alltag geht’s genauso mutig

Aber, wie gesagt. Das ist Typsache, nicht jeder ist beim Reisen so abenteuerlustig wie wir. Doch was für mich die Extremsituationen beim Reisen sind, ist für andere doch der Alltag. Denn zwei (oder drei oder vier) Kinder einpacken und ins Schwimmbad fahren ist ja mindestens genauso wahnsinnig! Zuhause wäre es sicher bequemer, aber bei 30 Grad frustrierend. Wenn ich so manche Mama beobachte, wie sie mehrere Kinder und Unmengen von Gepäck bugsieren, souverän und ruhig, kann ich nur sagen: Hut ab, könnte ich nicht.

Ich drücke mich im Alltag immer noch wann immer möglich vor dem Alleine-sein mit beiden Kindern, hole mir Hilfe, wo es geht. Letztens habe ich eine Mutter von Zweien beobachtet, etwa der gleiche Altersabstand wie meine beiden. Sie war alleine am See, hatte das Baby in der Trage und spielte mit dem Großen Fußball. Wow, dachte ich! So wie viele andere sich beim Reisen mehr trauen könnten, so könnte ich es im Alltag sicher tun…

Was wir aber doch alle gemeinsam haben ist, dass es uns gut tut, uns was zu trauen. Nicht immer den einfachsten Weg zu wählen und die Kinder einfach mitnehmen. Wir wachsen daran und sie sicher auch!

Auf ins nächste Abenteuer

Heute starten wir übrigens in unseren ersten kleinen Urlaub zu viert. Natürlich unbequem individuell und nicht etwa pauschal all inclusive. Es ist ein Wahnsinns Aufwand und eine organisatorische Leistung Flüge, Mietwagen, AirBnb, Gepäck, Sperrgepäck, Hotels, Landaufenthalte und Städtetrip zu organisieren mit zwei Kindern und ich habe Riesen-Muffensausen vor dem Flug, den Autofahrten und so weiter. Aber egal wie es laufen wird – wir werden als Familie daran wachsen und mit viel neuem Mut und viel neuer Kraft zurück kommen. 

Nicht immer den bequemen Weg wählen – macht ihr das auch ab und zu?

PS: Das Foto entstand am Tag nach unserer Rückkehr aus Südtirol – ich habe mich so sicher gefühlt mit Quinn, endlich! Und dann begegnete mir das auf der Straße – smile!

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