Meine Beauty-Routine: Anna Brachetti

09. April 2019 | in Food & Beauty

Anna ist eine riesige Inspiration für mich. Sie ist schlau, reflektiert, und unheimlich vielseitig! Gerade ihre Instagram-Posts zum Thema Erziehung mag ich sehr, sie sind erhellend, ohne den Zeigefinger zu erheben. Aber auch in Sachen Nachhaltigkeit und Minimalismus ist sie eine Inspirationsquelle, sie hat drei Kinder und zeigt immer wieder Ausschnitte aus ihrem Familienleben: wie sie alles gewuppt bekommt und dabei kaum Müll produziert und wenig Zeug kauft. Doch nicht nur das: Anna ist auch noch eine natürliche Schönheit, die ihre Kosmetik selbst zusammenmischt. In ihren Stories zeigt sie regelmäßig, welche Rezepte sie benutzt und wie sie ihre Pflegerituale zelebriert. Schaut mal unter “Selfcare Sunday”! Heute verrät sie uns noch ein bisschen mehr über ihre Beauty-Routine.

Liebe Anna, erzähl uns ein bisschen was von dir!

Ich bin in Hannover geboren und aufgewachsen, habe dann Neurowissenschaften und kognitive Psychologie studiert und war fest entschlossen, in die Forschung zu gehen. Als ich meine erste Tochter bekam, stellte sich aber schnell heraus, dass ich einen familienfreundlicheren Beruf brauche. Ich habe dann eine Ausbildung zur Trageberaterin und Babykursleiterin gemacht und eine Weile in dem Beruf gearbeitet – quasi als Elternzeit, weil sich das gut mit den Kindern vereinbaren ließ – und gehe jetzt meine ersten Schritte, um den Quereinstieg in den Journalismus (erst mal Elternthemen, später möchte ich in den Wissenschaftsjournalismus) zu wagen. Dieser vielleicht etwas ungewöhliche Werdegang erklärt vielleicht auch meine vielen unterschiedlichen Interessen. Ich schreibe auf Instagram über bindungsorientierte Elternschaft, Minimalismus, Nachhaltigkeit, Feminismus und soziale Themen – was immer mich gerade beschäftigt. Mittlerweile ist mein drittes und letztes Kind ein Dreiviertel Jahr alt, die beiden Großen sind 4 und 6 Jahre alt.

Würdest du sagen, dass dir Schönheit und Pflege schon immer wichtig waren?

Nun ja, als Jugendliche hatte ich sehr mit verqueren Schönheitsidealen zu kämpfen und bin da auch durch einige nicht so schöne Phasen gegangen. Mittlerweile bin ich (meistens) sehr mit mir im Reinen, pflege mich gern und probiere gern Neues aus.

Du machst den Großteil deiner Produkte selbst, oder? 

Ja, ich mache meine Kosmetik seit etwa 2 Jahren selbst. Und ich nutze relativ wenig Produkte, die dafür aber komplett auf meinen Hauttyp abgestimmt sind. Regelmäßig nutze ich eigentlich nur mein Cleaning Oil, den Toner, eine Creme (nicht selbstgemacht und ich habe auch noch keine wirklich perfekte gefunden) und ein Serum. Ab und zu mache ich mir gern Masken oder sehr sanfte Peelings.

Viele meiner Rezepte habe ich im Buch The Glow Code von Anita Bechloch gefunden und für mich abgewandelt. Es hat einige Zeit gedauert, bis ich herausgefunden habe, was meine Haut braucht. Und mich einige Fehlinvestitionen in ziemlich teure Öle gekostet. Aber das ist ja bei jeder Art Kosmetik leider auch mal so!

Mein Cleanser besteht aus:
70ml Mandelöl
20ml Rizinusöl
1 TL Vitamin E

Meinen Toner stelle ich her aus:
80ml Rosenblütenwasser
2 TL Aloe-Vera Gel
1 TL Glyzerin

Und ich liebe das “The Glow” Serum sehr, das ich für mich leicht abgewandelt habe:
4 TL Mandelöl
1 TL Wildrosenöl
1 TL Nachtkerzenöl
3 Tropfen Sanddornfruchtfleischöl
¼ TL Vitamin E

Das macht einfach so tolle Haut! Ich habe es in ein (abgekochtes!) Fläschchen mit Pipette gegeben und massiere mir abends ein paar Tropfen in die Haut ein.

Die Produkte sind immer so lange haltbar wie die am kürzesten haltbare Zutat. Ich nehme sehr gern die Öle von Primavera, die restlichen Zutaten habe ich aus der Apotheke. Mandelöl fülle ich mir im Unverpackt-Laden ab. Die leeren Flaschen verwende ich weiter, um zum Beispiel für Verwandte Geschenke zu machen (meine Mama liebt den Toner genauso wie ich).

Was ist dein Lieblingsprodukt?

Das oben genannte The Glow Serum! Und ich mag meinen Rosenquarz-Roller, mit dem ich es einmassiere. Ich glaube zwar nicht an die Wirkung von Rosenquarz, aber sehr an die Wirkung von Massagen. Sie durchbluten die Haut, die Wirkstoffe werden schneller in die Zellen transportiert, der Lymphfluss wird angeregt, die hauteigene Kollagenbildung angekurbelt.

Wie sieht deine Beauty Routine morgens und abends aus?

Es kommt immer etwas darauf an, wie viel Zeit ich morgens habe. Idealerweise nutze ich mein Cleansing Oil, um die Haut von überschüssigem Talg zu befreien (das klingt widersprüchlich, bis man es erst mal eine Weile lang ausprobiert hat), dann den Toner und eine leichte Tagescreme.

Abends schminke ich mich mit Aloe Vera Öl ab, nutze den Toner und massiere ein paar Tropfen des Serums ein. Und das war es auch schon!

Machst du auch irgendwelche Extra-Sachen ab und zu, wie Masken oder Haarkuren?

Um meine Haare kümmere ich mich gerade etwas zu wenig, deswegen sind die Spitzen auch leider sehr schnell zu trocken geworden (da hilft übrigens Arganöl). Masken und Kuren mache ich ab und zu gerne mal, wenn ich die Zeit habe.

Und wie ist es mit Massagen, Maniküre, oder so etwas?

Massagen würde ich mir gern häufiger mal gönnen, es ist aber zeitlich – und finanziell – immer etwas schwierig zu planen. Manchmal überrede ich meinen Mann dazu! Bei einer Maniküre oder Pediküre war ich noch nie und ich habe generell auch den Eindruck, dass meine Nägel immer dann stark und gesund sind, wenn ich überhaupt nichts damit mache.

Hast du einen Lieblingsduft?

Seit ich Kinder habe, nutze ich kein Parfum mehr. Erst, weil ich nicht wollte, dass der Duft sie verwirrt oder zu stark für sie ist und dann, weil mir der Geruch einfach zu stark war. Außerdem hatte eine damalige Professorin eine Allergie, weswegen ich in meinen Kursen und Seminaren einfach grundsätzlich kein Parfum getragen habe!

Machst du Sport?

Ich mache mehr oder weniger regelmäßig Yoga und viel zu selten Rückbildungsgymnastik.

Du hast zwei Töchter, was möchtest du ihnen in Sachen Beauty weitergeben – und was vielleicht auch bewusst nicht?

Das Wichtigste ist für mich, dass ich sie soweit es in meiner Macht steht dabei unterstütze, ihr positives Körperbild beizubehalten. Dazu gehört, dass ich niemals schlecht über meinen Körper rede und niemals über ihre Körper spreche, sondern darüber, wie gesund sie sich fühlen und wie viel Energie sie haben. Eine Freundin von uns hat einen wunderschönen Beauty-Salon und ich werde den Mädchen, wenn sie es wollen, dort irgendwann Make-up Kurse schenken. Ich würde sie gern vor den Fehltritten bewahren, die ich selbst gemacht habe ;). Außerdem werde ich hoffentlich eine Fotografin finden, die mit ihnen körperpositive Fotoshootings macht. Natürlich keine Akt-Fotos, aber ich wünsche mir, jemanden mit Blick für die schönsten Seiten zu finden. Irgendwie glaubt man ja fremden Augen immer mehr als den eigenen und ich hoffe, sie so in einem gesunden Selbstbild unterstützen zu können.

Ich würde ihnen auch gern mitgeben, dass sie von Anfang an darauf achten, was sie sich auf die Haut schmieren – und dass keine Creme der Welt alle Probleme lösen kann, sondern ein gesundes Hautbild zum Großteil aus dem Inneren kommt – von guter Ernährung, viel Wasser, viel Bewegung und wenn man sich wohl in seiner Haut fühlt.

Gibt es denn umgekehrt irgendwas, was du in Sachen Pflege von den Frauen in deiner Familie gelernt hast?

Meine Mutter hat mich immer davor gewarnt, mir das Gesicht mit Make-up zuzukleistern. Ich glaube, dass das meiste Make-up heute zwar nicht mehr unbedingt die Poren verstopft, aber ich bin doch sehr froh, dass ich nicht viel Schminke brauche, meine Augen betone ich aber sehr gern mal, um mich in meiner Haut wohlzufühlen. Wenn sich Menschen nicht ohne Make-up vor die Tür trauen, macht mich das immer etwas traurig.

Was würdest du einer Frau, die gerade erst Mama geworden ist, raten, um sich wohlzufühlen?

Sich Zeit nehmen. Als Eltern kommt man gerade im ersten Jahr manchmal nicht mal dazu, regelmäßig zu duschen. Der Körper hat sich meist sehr verändert und es braucht seine Zeit, bis man sich daran gewöhnt hat. Es gibt immer noch Phasen, in denen ich sehr mit mir hadere und das ist auch in Ordnung. Selbstliebe muss manchmal wachsen. Ich versuche mich dann immer zu fragen: Was kann ich jetzt für mich tun, um mich gut zu fühlen? Wenn es Sport ist, ist es Sport. Wenn es eine Tafel Schokolade ist, dann ist auch das okay.

Findest du, dass das Kinderkriegen dich optisch verändert hat?

Ich habe mein erstes Schwangerschaftsshooting bei einem Fotografen gemacht, mit dem ich mit 17 einmal ein Shooting hatte. Bei dem direkten Vergleich musste ich schon etwas schlucken – aber es ist völlig natürlich, dass sich Körper verändern. Ja, mein Becken ist jetzt breiter, mein Bauch nicht mehr so durchtrainiert und flach und ich habe Schwangerschaftsstreifen bekommen. Aber Veränderungen sind Teil des Lebens. Ich muss aber sagen, dass mein Körperbild nie besser war als seitdem ich Mutter geworden bin und spüren durfte, was für Kräfte mein Körper hat.

Danke, Anna!

Fotos: Katja Vogt, Leni Moretti

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