Mama Monday – und natürlich gibt es (fast) nur ein Thema

16. March 2020 | in Mama Monday

Wie geht es euch an diesem Montag im Ausnahmezustand? Wir sind eigentlich ganz guter Dinge. Zwar bin ich noch in Quarantäne (ich habe eine dicke, fette Grippe, werde nicht getestet, weil es ziemlich sicher eine Grippe ist – soll aber das Haus nicht verlassen…), aber positiv, dass wir alle diese verrückten Wochen gut überstehen werden. Hier werden wir euch mit viel Indoor-Content berieseln, vielleicht will der ein oder andere ja auch einfach ein bisschen abgelenkt werden – auch das wollen wir die nächsten Wochen tun.

Wir bekommen immer noch Nachrichten, ob es denn wirklich so schlimm sei, ob man wirklich zuhause bleiben muss. Die Antwort ist: JA. Noch ist es nicht so schlimm, aber wir müssen alle mithelfen, damit es das nicht wird. Das Ziel ist #flattenthecurve. Wir bleiben jetzt alle zuhause und schränken unsere sozialen Kontakte auf ein Minimum ein. Wenn, dann treffen wir uns nur draußen und halten auch dort Abstand.

Es wird aber keine Versorgungsengpässe geben. Immer wieder: Bitte keine Hamsterkäufe. Es gibt so viele Leute, die sich das überhaupt nicht leisten können und die wirklich mit leeren Händen weiter müssen, wenn die Regale leer sind. Ganz abgesehen von denen, die zur Risikogruppe gehören – und die deshalb in mehrere Geschäfte müssen. Meine Gedanken sind in diesen Tagen überhaupt ganz viel bei denen, die diese Krise am stärksten trifft: die sozial Schwachen, Armen, Obdachlosen. Die Kinder, für die es in der Schule schöner ist, als zuhause. Wer kümmert sich um sie?

Dieser Beitrag einer Grundschullehrerin hat mich sehr berührt. Die Schere geht auseinander. Die einen werden ein bisschen ZU viel gefördert, die anderen bekommen viel zu wenig.

Die Tafeln, die in den letzten Wochen schon gelitten haben, weil dank der Hamsterer 50% der Spenden wegblieben, schließen nun. Ihr könnt euch ehrenamtlich engagieren und hier helfen. Überhaupt finde ich, wir sollten uns alle in den nächsten Wochen darauf konzentrieren, gesund zu bleiben (vor allem mental) und den Schwachen zu helfen. Wir werden noch konkret Tipps sammeln, wo man sich engagieren kann.

Auch ganz wichtig: Dass jetzt nicht nur die Frauen alles erledigen! Männer sollen jetzt wenn möglich ganz genauso Home Office machen und sich mit kümmern, um die Kinder und die Großeltern. Die Corona-Krise ist genau deshalb auch ein feministisches Thema, so steht es bei Edition F. Und wenn nach dieser Krise die Fürsorge-Arbeit keinen anderen Stellenwert hat, dann weiß ich auch nicht.

Jetzt ist also genau der richtige Zeitpunkt, um mit dem Partner, den großen Mental Load Test für Väter zu machen! Meiner hat nach einer Woche alleine mit den Kindern so gut abgeschnitten. Er darf ins Museum! Wie macht sich eurer so?

Großeltern brauchen jetzt übrigens besonderen Schutz. Lasst die Kinder bitte nicht bei ihnen, auch wenn jetzt die Schulen und Kitas zu sind! (Plus-Artikel).

Ärzt*innen, Pfleger*innen, Hebammen, und andere “systemrelevante” Berufe bekommen während des Ausnahmezustands eine Betreuung, und zwar, auf Anraten von Christian Drosten (den ich gerne für das Bundeskanzleramt nominieren würde :)), keine “Notbetreuung”, sondern eine im gewohnten Umfeld. Sonst bedeutet das nicht nur neue Herde, sondern auch Stress – für die Kinder, und damit auch für die Eltern.

Alle anderen rechtlichen Dinge hinsichtlich der Kita- und Schulschließungen und dem Arbeitsrecht, hat Sandra Runge hier zusammengefasst.

Weil wir alle ab dieser Woche unsere Kinder zuhause unterrichten, hat Verena Pausder hier mal viele digitale Tipps gesammelt. Ich bin aber übrigens froh, dass die Aufgaben, die wir von der Schule bekommen, NICHT digital sind. Denn daran könnten dann wahrscheinlich auch wieder nicht alle Kinder teilhaben. Wie gesagt: jetzt wird es noch offensichtlicher, wem es schlecht geht. Nicht alle können sich Netflix, Lieferservice und Apps en Masse leisten, viele haben keinen WLAN-Zugang.

Vielleicht ist das alles für die Lehrer*innen ja auch mal eine ganz willkommene Zwangspause. Die sind nämlich tendenziell völlig überarbeitet. Könnt ihr hier in der Süddeutschen nachlesen. Und hier nachhören.

Weil wir alle viel zuhause sein werden, macht es übrigens Sinn, die Tage durchzustrukturieren. Also nicht “Corona-Ferien”, sondern Alltag. Unbedingt auch mit Duschen, Anziehen, festen Essenszeiten und einem Plan. Die Kinder kennen das so – und ich glaube es hilft allen. Hier ein paar Ideen!

Bei Stadt Land Mama gab es Interviews mit Familien aus der Quarantäne. Wo also wirklich ein Familienmitglied positiv getestet wurde – und nun alle zuhause bleiben müssen. So etwas beruhigt immer ungemein, finde ich. 1. Das Virus verläuft bei den allermeisten harmlos. 2. Die Versorgung funktioniert immer auch so. 3. Es gibt Schlimmeres, als zuhause bleiben zu müssen.

Bei Super Mom Berlin gab es einige Tipps, was man zuhause alles machen kann.
Bei uns natürlich auch!

Diese Tipps fanden wir auch super. Und ansonsten…

Backen? Diese Leoparden-Muster-Kekse gingen ziemlich viral letzte Woche. Zu Recht!

Jetzt ist vielleicht auch eine gute Zeit, sich Home Inspiration anzusehen, zum Beispiel dieses schöne Haus. Vielleicht renovieren wir alle in den nächsten Wochen? Außer, dass die Baumärkte wahrscheinlich bald auch zu haben, oder?

Außerdem natürlich: schamlos glotzen. Diesen Dokumentarfilm über drei Frauen in einer Familie, die über ihre Abtreibungen sprechen, habe ich sehr gerne angesehen.  Die Öffentlich rechtlichen Sender stellen auch ihr Programm um. Es kommt nicht nur ganz viel Sendung mit der Maus, sondern auch jede Menge Lern-Fernsehen.

Und virtuell ins Museum gehen. Hier erfahrt ihr, wo das geht,

Es kursieren jetzt gerade übrigens Unmengen von Gerüchten. Ibuprofen verschlimmere Corona, die Supermärkte würden schließen. Glaubt es einfach erst Mal per se nicht. Die Supermärkte sind auch in Italien noch offen und voll – und Italien ist uns mehrere Wochen voraus…

In Hinblick auf die Zukunft ist übrigens dieses Interview mit Trendforscherin Li Edelkoort interessant. Mal sehen, was nach Corona kommt!

Wir wünschen euch eine gemütliche Woche. Passt auf euch auf, wascht euch die Hände – und bleibt zuhause.

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