Mama Monday – Stilldruck, “moderne” Väter und die Realität, Abtreibung und die Rechte

13. January 2020 | in Mama Monday

Das Netz scheint so richtig ins neue Jahr gestartet zu sein, denn dieser Mama Monday hat es in sich: Wir haben viele sehr interessante Links für euch gesammelt. Und deshalb legt am besten gleich mal los – es gibt viel zu lesen!

Herrlich selbstkritisch schreibt ein Vater in der Süddeutschen Zeitung, dass, obwohl er sich (und die Umwelt ihn) für einen modernen Vater hält, Mama irgendwie doch noch mehr macht. Hashtag “strategische Inkompetenz”. (Hinter einer Paywall, aber sehr lesenswert.)

Auch in diesem Artikel gibt es einige gute Sätze, die die Situation in vermeintlich 50/50-nahen Familien beschreiben: “Er hat getan, was er konnte, und ich hab getan, was geschehen musste.” So erzählt die in Österreich sehr bekannte Scheidungsanwältin von ihrer für damalige Zeiten sehr progressiven Aufteilung in der Ehe. Sie spricht im Artikel auch über die klassischen Scheidungsgründe (das zweite Kind), und wann sie Klienten von einer Trennung abrät.

Der Guardian schreibt über unser Gesetz zur Abtreibung (oder besser § 219a aus dem Strafgesetzbuch “Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft”), von 1930. Ein Gesetz, das als “left over Nazi law” beschrieben wird und heute von Rechten benutzt wird, Ärzte anzuzeigen. Ein spannender Artikel, der auch noch mal darauf hinweist, dass es in der DDR ein Recht darauf gab, Schwangerschaften bis zur 12. Woche abzutreiben. Ziemlich fortschrittlich eigentlich.

Passend dazu: Der Tagesspiegel schreibt über den letzten Arzt in Niederbayern, der sich noch traut abzutreiben und dem vermeintliche AFD-nahe “Lebensschützer” als “Massen und Völkermörder” bezeichnen.

Eine schöne, wahre Geschichte über eine Ehe, die ins sechzigste Jahr geht, lest ihr in der Berliner Zeitung: Flucht, Mauer und dann “living-apart-together”.

Das gerade Haus auf schiefem Untergrund, so könnte man die Vorschläge nennen, dass Väter nach einer Trennung weniger Unterhalt zahlen müssten, wenn sie sich mehr um die Kinder kümmern. Außerdem soll die Reform des Unterhaltsrechts auch an die Reform des Sorge- und Umgangsrechts geknüpft werden. Dazu haben “Experten” ein Thesenpapier erarbeitet, dass nun geprüft würde. Hier gehts zum Welt-Artikel dazu und hier zum Thesenpapier. (Darin unter anderem: Sorgerecht automatisch nach der Geburt für Mutter und Vater. Aktivistinnen sehen das sehr kritisch, denn für Gewaltopfer bedeutet dies keinen Schutz).

Wir Frauen sollten uns alle mehr über Geld unterhalten, meint die NYT: “I’ll Share My Salary Information If You Share Yours.” Finden wir auch!

Na, auch schon Frozen mit euren Kindern geschaut? Über das Prinzessinen-Problem mit einer queere Elsa lest ihr in diesem guten, langen Artikel. (Auf Englisch)

Im Wall Street Journal resümiert eine Journalistin, was sich in den letzten 30 Jahren für Mütter im Arbeitsleben getan hat – und was nicht. (Auf Englisch und hinter einer Paywall).

1991 hat die WHO Richtlinien erstellt, um mehr Mütter zum Stillen zu bewegen bzw. darin zu unterstützen (u.a. keine Schnuller, rooming-in und Pulvermilch nur, wenn unbedingt medizinisch erforderlich). Diese Richtlinien werden in den USA in Krankenhäusern mit Hilfe von einem 10 Steps-Programm umgesetzt, die sich dann Baby-friendly nennen (bei uns Stillfreundlich) Die NYT berichtet in den USA von erschöpften Müttern, eine Zunahme an postnataler Depression und fragt: “Why can’t we have mommy-friendly hospitals?”

Und abschließend noch ein leckeres, unkompliziertes Rezept: Das “One-Tray-Dinner” mit Pak Choi und Lachs von Babyccino.

Wir wünschen euch eine gute Woche!

Kommentare