Mama Monday – mit Polio-Erinnerungen, Medienerziehung und digitalen Vorlesestunden

30. March 2020 | in Mama Monday

Wie geht es euch nach zwei Wochen Isolation? Ich finde es irgendwie schön, dass man zur Zeit diese Frage stellt und auch wirklich eine Antwort erwartet. Die Leute hören einander wieder zu. Nehmen die Sorgen und Bedenken des Gegenüber ernst. Eine der schönen Folgen der Krise.

Wir haben uns hier ganz gut zusammengeruckelt: neue Routinen, alles ist ruhiger, irgendwo die Arbeit reinquetschen, die Kinder halten auf Trab. Nicht immer leicht. Aber es geht.

Ich habe mich wirklich bemüht, auch ein bisschen #nocoronacontent für euch zu finden – aber es gab nicht viel letzte Woche. Dennoch haben wir auch heute wieder eine ausführliche und spannende Sammlung für euch. Einige Tipps für Kinder sind auch dabei!

Los geht es gleich mit besagtem No Corona Content: Eine Hebamme erzählt im Podcast von Hausgeburten. Informativ und auch sehr unterhaltsam!

Und noch mal No Corona: Spiegel. de hat einen Jungen mit Trisomie 21 durch seinen Alltag begleitet. Schön, bewegend und ja: auch ziemlich normal.

Und jetzt: Das Virus – Auf Zeit Online noch mal für Kinder in allen Details erklärt, und das sehr schön, wie wir finden. Findet ihr hier.

Die Krise wird viele Folgen haben, auch in sozialer Hinsicht. Die Jugendämter schlagen zum Beispiel Alarm, denn das Kinderleid in vielen Familien hört ja nicht auf – bloß sieht es keiner mehr. Einen aufrüttelnden Bericht gab es dazu im Tagesspiegel. Wer im Umfeld oder im Haus etwas mitbekommt: man sollte dieser Tage nicht zögern, das dem Jugendamt zu melden.
Es beruhigt mich aber immerhin, dass viele soziale Einrichtungen weiter mit den Familien Kontakt haben – per Chat oder Video-Call. Die Arche erzählt davon, bei Instagram und hier ist auch ein schöner Bericht aus einem Kiez ganz in der Nähe unseres Büros. Besonders hart trifft Corona auch Eltern von Kindern mit Behinderung. In diesem Beitrag von Spiegel.de ruft eine Mutter nach Hilfe.

Gibt es jetzt auch immer mehr: Berichte von Familien, die erkrankt sind und erzählen, wie sie mit der Situation umgehen. Dieser Artikel über eine Familie, die sich infiziert hat, erschien bei The Atlantic: “To—literally—live and let live will be enough”. Ganz besonders berührt hat mich dieser unglaublich gut geschriebene Text einer alleinerziehenden Mutter, die mit Covid 19 und ihrer 2-Jährigen Tochter in ihrem New Yorker Apartment isoliert ist.

Es gab sooo viele Artikel zum Thema Home Schooling, ich habe langsam das Gefühl, da ist alles gesagt. Liegt vielleicht auch daran, dass es bei uns mittlerweile wunderbar klappt und ich sogar dankbar dafür bin, dass wir diesen täglichen Tagesordnungspunkt haben. Routine tut einfach gut. Wir erledigen jeden Tag das, was wir sollen, aber in unserem Tempo. Das Kind darf mit entscheiden, währenddessen Kekse mampfen, zwischendurch lachen wir, rechnen auf Zeit, schreiben Quatsch-Sätze. (Bilde einen Satz mit Kuh. Antwort: Die Kuh macht Kacka. Okay:) Schreib das auf.) Auch im Netz wird überall für Entspannung plädiert, ich verlinke noch mal einige Artikel:

Lieber ein gutes Vorbild sein, (anstatt die Lehrer-Ambitionen auszupacken) steht in der Zeit. Bei OhhhMhhh erklärt Grundschullehrerin Saskia Nichzial einige Tricks, wie man Wissen ohne Strenge vermittelt. Grundschullehrerin Claudi von Wasfürmich plädiert auch für “Lieber eine halbe Stunde was mit Lust machen, als einen Vormittag was mit Frust.” Auch in diesem Beitrag von DLF Kultur geht es um Home Schooling. Und auf Spiegel.de gab es eine Sammlung von YouTube-Kanälen, auf denen man richtig viel lernen kann.

Diesen Bericht einer genervten Mutter habe ich ebenfalls gerne gelesen. Und auch in einem weiteren Gastbeitrag im Tagesspiegel wird laut nach Entlastung für Eltern gerufen. Home Office, Home Schooling, alle unter einem Dach – das kann auf Dauer nicht gut gehen.

In den ersten Kliniken sind Väter bei der Geburt schon nicht mehr zugelassen. Wir haben hier darüber berichtet. Die Empörung ist groß, die Kliniken wehren sich. Was macht das mit den Eltern, insbesondere den Frauen? Eine Sicht kann man hier nachlesen. Auch diesen Bericht einer Hebamme fand ich lesenswert: “Mir graust davor, dass ich die Frauen künftig allein lassen muss.”

Mit dem Thema “Patchwork in Zeiten von Corona” haben wir uns hier auch beschäftigt, im SZ Magazin gab es ebenfalls einen tollen Beitrag: Wer gehört jetzt zur Kernfamilie? Auch auf Spiegel.de geht es um Trennungs-Kinder in diesen Zeiten.

Was essen eure Kids so in letzter Zeit? Bei uns geht es erstaunlich gut: ich koche viele Gerichte, die gesund und kinderfreundlich sind (jedes Mal Jubel, wenn alle es essen) – und stelle den beiden immer Rohkost hin, bevor es Essen gibt. Klappt also noch ganz gut mit den Vitaminen. Morgen kommen auch wieder ein paar Wochenpläne mit ganz viel Inspiration und Rezepten! Wenn ihr es nicht schafft, gesund zu kochen: In Ausnahmesituationen wie diesen ist es auch völlig okay, wenn sich alle mal komisch ernähren. Dafür plädiert auch dieser Artikel aus der NYT (auf Englisch), habe ich total gerne gelesen.

Super interessant: ein Beitrag über Polio in den 40er Jahren – und der unvermeidbare Bezug zur jetzigen Situation. Gefunden bei The Atlantic (auf Englisch). Auch wahnsinnig gut: Eine Frau, die im Golfkrieg aufgewachsen ist, merkt jetzt, dass sie von ihrer Mutter gelernt hat, wie man eine Familie durch eine Krise schaukelt. (Auch auf Englisch).

Bei uns war ja gestern Kindergeburtstag und es war wirklich toll. Freund*innen hatten viele Videos geschickt, es gab Unmengen von Kuchen und eine Schnitzeljagd zuhause (wie wir die gemacht haben, könnt ihr auf unserem Instagram-Kanal in den Highlights nachsehen). Auch eine tolle Idee: eine digitale Party!

Meine Kinder dürfen übrigens gerade richtig viel glotzen. Und ich habe überhaupt kein schlechtes Gewissen. Um Bildschirmzeit und Medienerziehung ging es letzte Woche auch in der Süddeutschen. (Plus-Artikel). Von Patricia Cammarata ist gerade ein Buch dazu erschienen, hier könnt ihr ein Interview mit ihr lesen. Neben KIKA liebt die Kleine bei uns diese Musik-Stunde. Auch dieses Vorlese-Angebot finde ich für Größere einfach toll. Hier liest sogar der Autor des Drache Kokosnuss. Auch schön für Kinder: Tiere gucken!

Und hier noch ein Kurzfilm-Tipp für euch: Kleptomami ist lustig, unglaublich ehrlich und sehr unterhaltsam. Zehn Minuten, aus denen man eine Menge mitnimmt.

Alle backen ja gerade Bananenbrot, wir finden: jetzt darf es auch gerne ein bisschen mehr sein. Dieses Rezept ist mit Schoko und Pekanüssen. Yum! Oder doch mal wieder basteln? Diese Käfer finde ich einfach wunderbar.

Und zuletzt noch was für’s Auge – und vielleicht ja auch ein bisschen Inspiration für alle, die den Lockdown nutzen, um die eigenen vier Wände zu pimpen. Dieses Familienzuhause ist wahnsinnig schön. Und auch diese minimalistische Familienwohnung hat sehr viel Charme. Ebenfalls gerne angesehen: Schöne Bilder und Anekdoten aus dem Familienleben in diesen Zeiten. Inklusive Wäscheberge, Schlafanzug den ganzen Tag – und so weiter. Aber in schön.

Wir wünschen euch eine harmonische Woche. Haltet gut durch!

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