Mama Monday – mit Motherhood Lifetime Penalty, Rotznasen und dem Zeugnis für uns Eltern

29. June 2020 | in Mama Monday

Dies ist der letzte Mama Monday vor unserer kleinen Sommerpause! Ab Freitag sind wir zwei Wochen offline, am 20. Juli melden wir uns mit einem druckfrischen Mama Monday zurück. Unsere Kinder sind dann zwar immer noch nur partiell betreut – die Kitas haben Schließzeiten, die Ferienbetreuung in der Schule findet auch nicht überall statt – aber nach den letzten Monaten hat uns die Aussicht auf sieben Wochen Sommerferien irgendwie schon gar nicht mehr gestresst. Wenn wir Corona geschafft haben, schaffen wir das auch noch. Puh!

Los geht es mit den News der letzten Woche.

Laut einer Bertelsmann-Studie verdienen Mütter deutlich weniger als Frauen ohne Kinder (Zeit Online), oder anders formuliert: Mutter zu werden kostet Frauen ein Vermögen (FAZ). Das Ganze nennt sich “Motherhood Lifetime Penalty” und natürlich ist es keine Riesen News. Um es mit den Worten der SZ-Redakteurin Barbara Vorsamer zu beschreiben: “alle paar Monate schaut sich irgendein Institut die Zeit- oder Geldverteilung in Familien an und kommt zu dem Schluss: Ungerecht! Mütter machen mehr unbezahlte Arbeit, Väter verdienen mehr Geld, Altersarmut und so weiter, Sie wissen Bescheid.” Lesenswert dazu ist auch dieser Kommentar von Meredith Haaf.

Auch nicht überraschend, und dennoch so traurig: In Sachen Inklusion in deutschen Schulen gibt es nach wie vor wenig Fortschritte. Dabei wünscht es sich die überwiegende Mehrheit der Eltern anders.

Im Urlaub lernt man sich ja noch mal ganz neu kennen, und manchmal lernt man auch die Hotelzimmer-Nachbarn oder die Familie im Bungalow nebenan besser kennen, als einem lieb wäre. Was, wenn diese ekelhaft ruhig und perfekt sind? Lustiger Text bei Grossekoepfe.

Der großartige Jochen König, den wir hier schon mal im Podcast hatten, hat genug von Vätern, die sich nicht kümmern. Er fordert: Wer Vollzeit arbeitet und unter sieben Monate in Elternzeit geht, sollte das Sorgerecht verlieren. (Plus-Artikel)

Noch mal Jochen König: bei Deutschlandfunkkultur ärgert er sich über die Bilder und Stereotypen von Vätern in der Öffentlichkeit, vor allem in Film und Fernsehen.

Familienministerin Giffey plant eine Sorgerechtsreform und hat elf Interessengruppen eingeladen, um deren Sicht auf das Vorhaben zu hören – sieben Väter-, aber nur vier Mütterorganisationen… Das führt natürlich zu Unmut.

“Wenn die Nase läuft, geht nichts mehr.” So ist das momentan in deutschen Kitas, auch die kleinsten Symptome reichen – und das Kind kann nicht mehr betreut werden. Zurecht fragen viele: Wie soll das erst im Herbst werden?

Nach den Skandalen um Tönnies ist nun nicht mehr zu bestreiten, dass die deutsche Fleischindustrie ein Problem hat – und dass der eigene Fleischkonsum überdacht werden muss (wenn nicht schon passiert): “Warum Fleisch nicht billig sein kann“, kindgerecht erklärt in der FAZ.

Weibliche Wut. Wie wenig beliebt diese ist wurde mir persönlich erst durch diesen großartigen Artikel von Teresa Buecker klar. Die Autorin Soraya Chemaly spürt in ihrem Buch den Diskriminierungen nach, die Frauen wütend machen können – und den vielen Gründen, warum sie ihre Wut so selten zeigen. Super Beitrag bei Deutschlandfunkkultur.

Viele Eltern sind nach Monaten ohne Betreuung, Home Schooling und HomeOffice völlig erschöpft. Und während es hier wenigstens an vielen Stellen Ferienbetreuung gibt und auch Ferienreisen erlaubt sind, ist dies in den USA fast gar nicht der Fall: “School’s Out. Parental Burnout Isn’t Going Away”: ein bewegender Text. (Englisch)

Passend dazu: das wohlverdiente Zeugnis für die Eltern, von Geborgen Wachsen.

Und: ein Gedicht über Mental Load. Von einem Mann!

Zuletzt och was fürs Gemüt und für den Gaumen:

Dieses Haus. So unglaublich toll!

Und dieser Auberginendip für Gemüse. Ich liebe ja Auberginen. Wird sofort ausprobiert.

Wir wünschen euch eine stressfreie Woche!

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