Mama Monday – mit Gesetzesänderungen, wütenden Eltern in Gütersloh und der Mutterschaftsfrage

22. June 2020 | in Mama Monday

In Berlin starten in dieser Woche schon die Sommerferien, draußen ist es warm, die Menschen sind viel draußen – und trotzdem fühlt sich nichts so an, wie in einem “normalen Sommer”.
Wie schön ist es da, wenn es ein paar Konstanten gibt – der Mama Monday ist so eine. Auch letzte Woche haben wir wieder viele spannende, bewegende, schöne und erschreckende Themen für euch gesammelt.

Es gibt Dinge, die sind so grauenhaft, man will sie garnicht aussprechen. In Berlin wurden anscheinend jahrzehntelang Pflegekinder an Sexualstraftäter gegeben. Die ganze Geschichte gibt es hier.

Fast genauso unfassbar: Anscheinend wird in gerade mal 0,5 % der Fälle von schwerem Kindesmissbrauch der Strafrahmen von 10 bis 15 Jahren genutzt. Jede dritte Strafe wird sogar auf Bewährung ausgesetzt. Justizministerin Lambrecht will jetzt einen Gesetzentwurf für die härtere Bestrafung von Missbrauchstätern vorlegen. Mehr dazu hier. Sie fordert außerdem dringend eine Fortbildung für Familienrichter (das ist auch wirklich an der Zeit – darüber haben wir hier einen ausführlichen Beitrag veröffentlicht!).

Auch die Innenministerkonferenz fordert nun, dass schwerer sexueller Missbrauch von Kindern hinsichtlich der Schwere des Delikts künftig wie Totschlag eingestuft werden sollte. Mehr hier.

Warum Eltern nicht „Alle Menschen sind gleich“ sagen sollten. Die Tebalou-Gründerinnen Tebogo Niminde-Dundadengar und Olaolu Fajembola, mit denen wir letzte Woche auch diesen Beitrag gemacht haben, haben für die Welt ein Interview über Rassismus und Erziehung gegeben. Sehr sehr schön!

Gleiches Thema, andere Protagonist*innen (unter anderem kommt Josephine Apraku zu Wort, mit der noch diese Woche ein Podcast kommt!): “So erzieht man seine Kinder rassismuskritisch” – von Zeit Online (Plus-Artikel).

Dieser NYT-Artikel ist heartbreaking: ein Vater schreibt seinen zukünftigen Kindern, um sie auf eine Welt voller Rassimus, Sexismus, Angst und Gewalt vorzubereiten. (Englisch und Plus-Artikel)

Nach einem großen Corona-Ausbruch beim Schlachtereibetrieb Tönnies wurden als allererstes Mal alle Schulen und Kitas im Umkreis bis zu den Sommerferien geschlossen. Der Betrieb bei Tönnies läuft dagegen weiter. Absurd, oder? Hier ein Kommentar dazu.

Auch in der Süddeutschen gab es einen Text dazu: “Sind in Deutschland Schlachthöfe wichtiger als Schulen und Kindergärten?”

Und hier noch ein Beitrag vom WDR über die Wut der Eltern im Raum Gütersloh.

Eine Schweizer Ärztin verklagt eine Klinik – wegen Diskriminierung und Zerstörung ihrer Karriere. Ein Fall, der Modellcharakter im Kampf gegen die Benachteiligung von Frauen haben könnte.

In diesem Artikel geht es darum, was Lebensanfang und Lebensende gemeinsam haben.

Ein schönes Feature bei Deutschlandfunk Kultur: “die Mutterschaftsfrage“: “Von Frauen wird selbst heute oft noch selbstverständlich erwartet, dass sie Kinder bekommen wollen und das auch tun. Wer keine Kinder hat oder will, muss sich rechtfertigen, wird kritisch beäugt – oft bis ans Lebensende. (…) Dabei können viele Gründe dafür sprechen kinderfrei leben zu wollen: Ein erfülltes Arbeitsleben, ein dichtes soziales Netz, übersteigerte Erwartungen an Mütter, Angst vor Armut, und für manche sogar der Umweltschutz.”

Unter dem dazugehörigen Instagram-Post kommentierte die Autorin Mirna Funk, man sei heutzutage mündig und habe die Wahl. Es entbrannte eine Diskussion über die Benachteiligung von Frauen, über Privilegien, darüber, dass eben nicht alle die Wahl haben und über den Wert von Care-Arbeit (der Kommentar wurde gelöscht ). Mirna erklärt hier ihren Standpunkt, sie findet es nicht okay, Familie als “Arbeit” zu bezeichnen. Stressig sei ein Kind natürlich beizeiten schon, aber wer keinen Stress will, solle abtreiben oder das Kind zur Adoption freigeben. Autorin Anne Dittmann hat in diesem Welt-Artikel wiederum ihren Standpunkt erklärt. Für sie sind Kinder gleichermaßen Wunder UND Arbeit. Und es sei wichtig, den Aspekt der Care-Arbeit anzuprangern, denn nur so würde die unsichtbare Arbeit von Frauen sichtbar. Dass niemand seinem Kind das Gefühl geben will, es sei überwiegend “Arbeit”, da sind sich beide vermutlich einig.

Traumhaft (und Kosten und Aufwand werden nicht kleingeredet): Diese Seaside Villa in Neuseeland.

Da musste ich sofort an meine Kindheit denken: Quarkauflauf! Wie kann es sein, dass ich das noch nie gemacht habe! Wird nächste Woche nachgeholt. Danke, Okka!

Wir wünschen euch eine sonnige Woche!!

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