Mama Monday – mit Eltern in der Krise, Transidentität und schönen Kinderfilmen

11. January 2021 | in Mama Monday

Da ist er, unser erster Mama Monday im neuen Jahr! Hi! Willkommen zurück! So lange waren wir fast noch nie offline, richtig erholt sind wir leider auch nicht – aber wer ist das schon in diesen Zeiten… Es war zwar absehbar, dass der Lockdown verlängert werden würde, aber ich glaube die meisten von uns hatten dennoch irgendwie gehofft, dass wir Eltern diesmal besser abgeholt werden würden. Ist jetzt leider nicht wirklich so. Die Schulen sind fast überall komplett zu, Eltern sollen also wieder LehrerInnen, BetreuerInnen, und ArbeitnehmerInnen gleichzeitig sein.

Manche LehrerInnen machen das mit der Begleitung aus der Ferne super, an vielen Stellen gibt es sogar Online-Möglichkeiten, einige kümmern sich gar selbst darum, dass die Kinder Endgeräte bekommen. Aber leider ist das immer noch eher die Ausnahme. So viele Eltern schrieben uns in den letzten Tagen, es gäbe ein paar Arbeitsblätter zum Ausdrucken und ansonsten werde man sich selbst überlassen. Es ist also völlig klar, dass ganz viele Kinder große Bildungslücken haben werden, wenn diese Pandemie irgendwann vorbei ist. Und was das alles für Familien mit sehr vielen Kindern, mit fehlenden Sprachkenntnissen oder für solche, in denen es schon vorher Probleme wie Gewalt oder Vernachlässigung gab, bedeutet, das kann sich jeder denken.

Bei den Kitas sieht es vielerorts so aus, dass sie zwar offen sind, aber nur im Notfall greifen. Diesen Notfall muss jede Familie selbst definieren, die Kita-Gebühren müssen weiter bezahlt werden und oft sollen auch noch Kita-Leitungen entscheiden, was denn nun Notfall ist.

Auch wenn völlig klar ist, dass alles getan werden muss, damit die Infektionszahlen sinken, fühlen sich viele Eltern verständlicherweise ziemlich alleine gelassen. Dieses Interview mit Karline Wenzel von “Eltern in der Krise” formuliert so ziemlich alles, was sie fühlen gerade.

Angedacht war eigentlich ein Corona-Sonderurlaub für Eltern, dieser wurde von der Union und vom Bundesarbeitsminister gekippt. Stattdessen gibt es eine Erweiterung des Infektionsschutzgesetzes, und da steht drin, dass Homeoffice eine adäquate Betreuungsmöglichkeit ist. Dass das vor allem die trifft, die eh schon arm sind, könnt ihr hier bei Edition F nachlesen. Und auch, dass viele der Probleme, die wir jetzt haben, schon vor Jahrzehnten durch eine andere Bildungspolitik zumindest teilweise hätten gelöst werden können.

Es gibt nun allerdings ein verlängertes Kinderkrankengeld, das auch dann gezahlt werden soll, wenn arbeitende Eltern ihre Kinder zu Hause betreuen müssen. Doch wie wird das denn nun beantragt und begründet, schließlich sind die Kinder ja gesund? Haben auch Eltern im Homeoffice Anspruch darauf? Auch Privatversicherte? Zumindest ein paar Antworten könnt ihr hier nachlesen.

Lesenswert fanden wir diesen Kommentar aus der Süddeutschen. Auch Sascha Lobo bringt es bei Spiegel Online auf den Punkt. Zitat: “Andere Länder haben in den letzten elf Monaten Luftfilterkonzepte erarbeitet, funktionierende digitale Lern-Plattformen aufgebaut, didaktisch sinnvolle Homeschooling-Strategien entwickelt, Schnelltests und Fiebermessungen in den Schulalltag integriert oder wenigstens flächendeckend regelmäßig FFP2-Masken verteilt. In Deutschland wurde empfohlen, ordentlich zu lüften.”

Es gab auch handfeste Tipps, wie man diesen Winter Lockdown bewältigen kann, in einer Zusammenfassung im Tagesspiegel kommt auch Susanne Mierau zu Wort. Sie sagt unter anderem, was wir alle wissen, nämlich dass es eigentlich nicht möglich ist, zuhause zu arbeiten, wenn man sich parallel um ein Kleinkind kümmern muss. Wie das dann tatsächlich aussieht, hat Sabine von Mumnstillme hier beschrieben. 10 Minuten konzentriert arbeiten sind schon super.

Und weil diese Aufgabe immer noch traditionell vor allem Frauen machen, sind es sie, die Lücken im Lebenslauf zu erwarten haben. Die Soziologin Jutta Allmendinger sagt im Interview mit dem Spiegel: “Homeoffice hindert Frauen am Karrieremachen” (Plus-Artikel)

Hier haben viele Cup of Jo Leserinnen zusammengefasst, was sie durch diesen Winter bringt. (Auf Englisch)

Und jetzt kommen ganz viele Texte, die NICHTS mit Pandemie zu tun haben!! Los geht es:

Mia und Noah waren 2020 die beliebtesten Vornamen.

Wie ist das, wenn man in diesem verhassten Jahr 2020 ein Kind bekommen hat? “Liebe Holly” haben wir so gerne gelesen. (Plus Artikel)

Glow, schönste Zeit, Hach! Für manche ist die Schwangerschaft wirklich so. Für andere nicht. Ebenfalls sehr gerne gelesen: “Wo bleibt der Zauber? Mir ist schlecht.” (Plus-Artikel)

Glotzen ist mehr als erlaubt gerade finden wir: Hier findet ihr zehn schöne Kinderfilme

Was ist genetisch bedingt, was “anerzogen”? Immer wieder so eine spannende Frage. Entwicklungsforscher arbeiten gerade daran, den Einfluss der Kindheit auf den späteren Weg eines Menschen zu entschlüsseln. (Plus-Artikel)

Immer mehr Kinder haben das Gefühl, im falschen Geschlecht zu leben. diese steigende Zahl liegt daran, dass das Verständnis für Transidentität gewachsen ist. Ein spannendes Interview mit dem Jugendpsychiater Georg Romer könnt ihr bei Deutschlandfunk finden.

Was weiß die Philosophie von Schwangerschaft und Geburt? Spannende Folge des Podcasts “Sein und Streit” mit zwei Philosophinnen.

Alleinerziehende sind besonders oft arm und arbeitslos. Jede dritte erhält in Deutschland Hartz IV.  Über ein Projekt in Recklinghausen, das genau das ändern will, gab es bei Zeit Online einen Beitrag.

Was wir in den nächsten Wochen auch wieder machen werden: Kochen, kochen und nochmals kochen. Hier gibt es gleich zehn Rezeptideen!

Diesen No-Bake-Peanutbutter-Pie finden wir auch sehr verführerisch…

Und jetzt noch was fürs Auge: Diese wunderschönen Bilder von Geburten…

Und diese traumhafte, skandinavische Familienbude mit einer mintgrünen Küche.

Wir wünschen euch eine gesunde, gelassene und möglichst reibungslose Woche!

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