Mama Monday – Mehr Selbstliebe, Gründe keine Kinder zu bekommen, Corona-Eltern und vieles mehr!

20. July 2020 | in Mama Monday

Der erste Mama Monday nach der Sommerpause! Wir haben es uns gut gehen lassen, waren beide in den Bergen und haben die Tage auch mal kurzzeitig ohne Kids genossen. Weil sich die Welt natürlich trotzdem weitergedreht hat (und es gefühlt so ein richtiges Sommerloch dieses Jahr gar nicht gibt), kommt heute ein extra langer Mama Monday (den wir vielleicht bald mal in Parent Monday umbenennen sollten, aber dann klingt’s nicht mehr so schön!)

Auf einen wichtigen Aspekt über Corona-Eltern, also Eltern, die ihre Kinder zu Hause betreu(t)en, weist die New York Times hin: Es geht nicht darum, das Eltern mit ihren Kindern überfordert sind, es geht darum, dass sie von der Wirtschaftsgeschehen einfach ausgeschlossen werden: “We are not burned out because life is hard this year. We are burned out because we are being rolled over by the wheels of an economy that has bafflingly declared working parents inessential.”

Nochmal ein toller Artikel darüber, wie man rassismuskritische Kinder erzieht. Natürlich muss man erst bei sich selbst anfangen, und so einige Grundsätze überdenken. Zum Beispiel haben die meisten von uns gelernt keine “Farbe” zu sehen und so zu tun als seien wir alle gleich, damit wir einander als gleichwertig behandeln können. Das ist natürlich nicht so, verkennt soziale Ungleichheiten. Lest den spannenden Artikel bei Tofu-Eltern (nicht abschrecken lassen vom Namen 😉

Christine Finke war zur Gesprächsrunde bei Familienministerin Franziska Giffey eingeladen, in der es um die geplante Reform des Umgangs- und Sorgerechts ging (Wir haben einen Teil der Problematik schon mal im Interview besprochen). Das Statement pro Einzelfallentscheidungen vorm Familiengericht, das Christine Finke in dieser Runde gab, könnt ihr auf ihrem Blog lesen.

In Paris hat sich ein Baby im Bauch der Mutter mit dem Corona-Virus angesteckt, berichtet die New York Times.

Die Schnupfensaison naht und immer noch gibt es keine einheitlichen Vorgaben, wie Kitas mit Kinderschnupfennasen umgehen sollen. Viele werden wohl einfach nach Hause geschickt, was für die meisten Eltern bedeutet, nicht arbeiten zu können (denn die aller meisten Kids haben immer mal wieder eine laufende Nase). Nicht nur deshalb hat sich Deutschlandweit eine Gruppe gebildet: “Familien in der Krise”. Lest mehr dazu bei Iconist/Welt.

Bei Edition F erzählt eine Autorin, wie es ist, Mutter eines Kindes mit Behinderung zu sein. Wie der Spielplatz zum Spießrutenlauf wird, weil man die Behinderung des Kindes nicht auf den ersten Blick sieht und viele es einfach als “unerzogenes” Kind wahrnehmen. Vor allem aber schildert sie die Probleme auf die Eltern von Kindern mit Behinderung stoßen, wie unsichtbar sie sind und dass, was Inklusion angeht, noch ganz viel in der Gesellschaft passieren muss.

Patricia Cammarata von Das Nuf schreibt einfach gut. Dieses Mal über “die Mangelware Mann”, und was “frau” alles in Kauf nimmt,”nur um noch einen abzubekommen”.

Die New York Times hat noch ein richtig gutes Thema für uns: Kitzeln. Warum Kitzeln manchmal nicht nur kitzeln ist, sondern auch mit körperlichen Grenzen zutun hat und warum es so wahnsinnig wichtig ist, ein Nein oder ein Stop zu akzeptieren – auch, wenn dabei gelacht wird: “It felt like there was an unspoken social contract that adults were supposed to tickle kids to make them laugh, and kids were supposed to like being tickled.” Puh.

Gaaaanz viele tolle und einfache Bastelprojekte hat Andrea von WLKMDYS für euch gesammelt. So wird es garantiert nicht langweilig in den Sommerferien.

Noch etwas für die Grillsaison: Bei Cup Of Jo gibts drei Rezepte für frische, super leckere Saucen (die auch sehr gut zu Gemüse oder Tofu schmecken) 🙂

Das Wall Street Journal fragt, ob die Pandemie Helikopter-Elternschaft beendet hat? Ein interessanter Gedanke! In solchen Ausnahmesituation ergeben sich ja oft neue Notwendigkeiten und man hinterfragt alte Verhaltensweise nochmal neu – vielleicht trifft das ja auch auf die Erziehungsarbeit zu?

Der beste Artikel, den wir seit sehr, sehr langer Zeit zum Thema Alleinerziehen gelesen haben. Ohne Stereotype, mit sehr viel genauen Beobachtungen. Wie der Staat Alleinerziehende (immer noch) systematisch benachteiligt und die persönliche Geschichte der Autorin lest ihr bei SZ Plus.

In der Zeit-Serie Corona-Briefe schreiben sich Teresa Bücker und die Juristin Peschel-Gutzeit. Es wird über Kinderrechte und Corona gesprochen.

Im unterhaltsamen Podcast The High Low gehts es dieses Mal ums Kinderhaben vs. keine Kinderhaben. (auf Englisch).

Der Guardian hat ein ganzes Dossier über Gründe, keine Kinder zu bekommen.

Laut einer Studie haben Väter während der Corona-Zeiten deutlich mehr im Haushalt gemacht und sich um die Kinder gekümmert als vorher, zu der gefürchteten Retraditionalisierung sei es nicht gekommen schreibt die Berliner Zeitung und auch der Spiegel. Das lag wohl einerseits daran, dass Väter mehr im Home Office oder in Kurzarbeit arbeiten konnten und mehr Mütter in systemrelevanten Berufen gearbeitet haben. Ob das wirklich Auswirkungen auf die Zukunft hat, ist allerdings fraglich. (Und seit der Pandemie haben wesentlich mehr Frauen ihren Jobs verloren als Männer.)

Spannend auch: In eignen Ländern haben Ärzte festgestellt, dass es während des Lockdowns weniger Frühgeburten gab. Nun versucht man international die Daten zusammen zu tragen und die günstige Datenlage zu nutzen um besser zu verstehen warum es überhaupt zu Frühgeburten kommt. In der NYT.

Und abschließend: Wie sich das eigene Körperbild auf die Kinder überträgt und warum man sowieso mehr Selbstliebe an den Tag legen sollte – in der Süddeutschen Zeitung.

Wir wünschen euch eine schöne, sommerliche Woche!

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