Mama Monday – Irlands “Yes”, Consent am Wickeltisch und Opferrollen in Beziehungen

28. May 2018 | in Gesellschaft | Mama Monday

“What a time to be alive”, lesen wir gestern auf unserer Timeline auf Facebook und denken: oh ja! Am Samstag haben die Iren das Abtreibungsverbot gekippt und damit Geschichte geschrieben. Hierzulande ist der Schwangerschaftsabbruch immer noch ein Straftatbestand, aber seit einer Gesetzesreform im Jahr 1976 Frauen – wenn auch unter strikten Regelungen – freigestellt.

An medizinischen Fakultäten ist die Relevanz des Themas unterdessen offenbar noch nicht angekommen. Im Medizinstudium werden Schwangerschaftsabbrüche kaum behandelt, wie es in Berichten immer wieder heißt. Aus diesem Umstand heraus hat sich an der Berliner Charité die studentische Bewegung “Medical Students for Choice” gegründet, die angehende Ärzte an Papayas unterrichtet, wie Abbrüche vorzunehmen sind. Lest ihr hier.

Andere Baustelle, hat gefühlt aber auch Aufregungspotenzial: Consent Culture am Wickeltisch. Die taz berichtet über die Sexualpädagogin Deanne Carson, die sich dafür einsetzt, Babys zu fragen, ob sie mit dem Wickeln einverstanden sind. Babys so beim Wickeln zu begleiten, hat nach Carson vor allem den Zweck, sie für die eigenen körperlichen Grenzen zu sensibilisieren und so späteren Übergriffen vorzubeugen. Im Artikel heißt es: “Klar werde ein Säugling keine klare Antwort geben […]. Dennoch könne man auf die Körpersprache achten und Augenkontakt herstellen, um dem Baby zu vermitteln, dass seine Reaktion wahr- und ernstgenommen werde.”

Apropos Grenzen, Körper, Bewusstsein: In unserer neuen Podcastfolge sprechen wir u.a. über #bodyshaming und warum wir meinen, dass die Protestwelle gegen Kate Middletons Auftritt nach der Geburt ihres dritten Kindes auch genau dahin zu verorten ist.

Charlotte Roches befasst sich fürs SZ-Magazin wiederum mit einer anderen Baustelle. In der aktuellen Kolumne rechnet sie mit alten Rollenbildern in Beziehungen am Beispiel einer Freundin ab: “Wenn ich abends mit ihr telefoniere, hetzt sie vom Büro um 21:30 Uhr noch in den Edeka, was einkaufen zum Kochen für den Abend, und er wartet einfach zu Hause auf sie, macht nichts, bis das Essen fertig ist, und isst dann mit ihr um 23 Uhr.” Und weiter: “Das ist klassische Rollenverteilung in noch schlechter, weil die Frau auch noch zusätzlich zur kompletten Haushaltsarbeit das Geld verdienen muss.”

Weniger aufreibend, eher beschwichtigend und damit ja dieser Tage auch mal ganz schön ist wiederum diese neue Oma-Kolumne im SZ-Magazin. In der aktuellen Kolumne wird Einsamkeit besprochen und wie ihr beizukommen ist: “Was den Abend auch nicht besser macht ist, sich traurige Musik anzuhören. Es fühlt sich vielleicht einen Moment lang tröstlich an, aber eigentlich suhlt man sich nur in dem Gefühl. Ein viel besseres Notfallprogramm ist: Eiscreme essen gegen das komische Surren im Bauch.” Lest ihr hier.

Und damit: einen schönen Start in die Woche euch!

Podcast #11

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