Mama Monday – institutionelle Gewalt, Elternangst und Baby-Bedürfnisse

16. August 2021 | in Mama Monday

Am Wochenende wurde in Berlin eingeschult, so niedlich war das all die aufgeregten Kids mit ihren Eltern Samstag morgens zu sehen! Wir hoffen, dass dieses Schuljahr möglichst normal abläuft, wobei auch wir mit Sorge auf die steigenden Zahlen blicken. Ist Angst um die Kinder aber berechtigt? Lest dazu und zu anderen Themen hier in unserer Linksammlung!

Warum immer wir Eltern?, fragt sich ein Zeit-Autor und Vater. Wenn Stadien geöffnet sind und Großraumbüros normal belegt sind schreibt er: “Wagt es nicht, auch nur einen Zweifel an einer stabilen Normalität in Schulen und Kitas aufkommen zu lassen, solange nicht auch der Rest des Landes komplett runterfährt.” Finden wir auch.

Wobei es eben auch Eltern gibt, die aus Sorge vor Covid-Erkrankung bei ihren Kindern, den Präsenzunterricht kritisieren. In den USA, wo es keine Schulpflicht gibt, gehen deshalb einige nicht zur Schule. Dieser Artikel im The Atlantic setzt sich mit der Angst der Eltern um ihre Kinder auseinander: “Shielding my kids from danger is a fundamental instinct; tolerating risk for them is hard emotional work.” Und er unterstreicht nochmal, dass Kinder nach momentaner Datenlage wenig gefährdet sind schwer zu erkranken. Und: Warum Angst zugleich irrational und rational sein kann. Spannend!

Außerdem sollte es keinen Druck auf Kinder geben, sich impfen zu lassen, denn die hätten schon genug geopfert. In der Zeit (Paywall).

So wichtig: Susanne Mierau erklärt woher die Annahme kommt, man solle nicht “bei jedem Pieps” des Babys sofort springen. Und warum es eben genau das ist, was man eigentlich tun sollte. Denn dieses Verhalten wirkt sich in vielerlei Hinsicht positiv aus: “Hat das Kind gelernt, dass die Bedürfnisse bisher sicher erfüllt werden, ist es oft in späteren Zeiten kooperativer, weil es von dem Erfüllen prinzipiell ausgeht.”

Die Enthüllungen um den Kinderpsychiater Michael Winterhoff, der nicht nur sehr fragwürdige und unwissenschaftliche Diagnosen stellte, sondern seine jungen PatientInnen auch mit Psychopharmaka sedierte, gingen letzte Woche durch die Medien. Schlimm finden wir, dass es für viele Kinder zu spät kommt und das Jugendämter mit so jemandem zusammenarbeiten, gruselt uns auch. Der Kinderarzt Herbert Renz-Polster beschreibt das System Winterhoff und seine Anhänger als Sekte, nun müsse aufgeklärt werden wo und in welchen Ämtern er seine Glaubenssätze verbreitet habe (so steht das schreckliche Vorgehen der Jugendämter, die Kinder in Obhut nehmen auf Grund von “zu enger” Bindung, höchstwahrscheinlich in Zusammenhang mit Winterhoff).

(TW: Gewalt/Missbrauch) Wie problematisch Weiterbildungen und unzureichende Qualifizierungen bei Familienrichtern und Jugendämtern sind, darüber haben wir auch schon einmal geschrieben. In der Reihe “Kindeswohl” protokolliert das EigeneZimmerMag institutionelle Gewalt seitens der Jugendämter und Familiengerichte. Geschichten, die man fast nicht glauben kann, aber die sich immer wieder häufen und das leider seit Jahren. Es sind keine Einzelfälle. Lest hier von einer Mutter, dessen Kind nun beim gewalttätigen Ex-Partner lebt.

Ach, der Spiegel. Da hat er so tolle Autorinnen wie Margarete Stokowski, die präzise das heutige Patriarchat beschreibt, und dann gibt es so einen, in unseren Augen rückständigen, und nur aus clickbait motivierten Spiegeltitel (ihr habt ihn wahrscheinlich schon in den Sozialen Medien gesehen, die Mutter, die den Papa mit Baby in einer Babytrage trägt). Was das Problem am “Maternal Gatekeeping”-Begriff ist, der Müttern im Artikel vorgeworfen wird, hat Patricia Cammarata nochmal hier aufgeschrieben.

So schön anzusehen sind die Bilder eines schwangeren Pärchens in der Vogue. Wow.

Lest ihr eure Bücher und Texte lieber digital oder noch auf gedrucktem Papier? Die Vor- und Nachteile des digitalen Lesens erfahrt ihr im Deutschlandfunk. Finden wir auch in Hinsicht auf unsere Kinder spannend, die ja wahrscheinlich noch mehr als wir mal digital lesen werden!

Auch wir haben schon einmal über “Wine Moms” geschrieben. Die Zeit bezeichnet das Instagram-Phänomen als falsch verstandener Feminismus. (Paywall)

Und zum Abschluss noch: Diese leckere Ramen-Suppe haben wir bei Klara’s Life entdeckt. Ohne das Grünzeugs essen sie vielleicht auch die Kids! 🙂

Wir wünschen euch eine schöne Woche!

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