Mama Monday – geschlossene Kitas, Familien ohne Perspektive und Umgangsrecht in Zeiten von Corona

20. April 2020 | in Mama Monday

Ostern ist vorbei und bei wunderschönstem Frühlingswetter starten wir in eine weitere Woche Corona-Maßnahmen. So wahnsinnig froh wir sein können, dass Deutschland die Krise im Griff hat, so sehr zerrt dieser Zustand doch an uns. Und entsprechend ist auch das Thema Lockerungen in diesem Mama Monday ein großes.

Ein Spiegel-Autor fragt, wer von den Experten der Leopoldina Wissensgesellschaft eigentlich selbst Zwei- oder Dreijährige Zuhause hat, die alles auseinandernehmen? Er beklagt, dass wenig über die Auswirkungen gesprochen wird, die die Kita-Schließungen auf Kleinkinder haben, vor allem Kleinkinder, deren Eltern sonst auch mit der Erziehung überfordert sind.

Auch die Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin, Julia Allmendinger, kritisiert die fehlenden Perspektiven für Frauen und Familien in den Empfehlungen der Leopoldina. Sie fordert mehr Diversität und dass das familiäre Wohl eine stärkere Rolle bei Entscheidungen spielt. Das Interview lest ihr im Tagesspiegel.

Auch hier geht es darum, dass Familien, und vor allem deren Vielfalt, wenig Beachtung finden. Das Problem läge darin, dass viele “vor dem gedanklichen Auge vieler Entscheider immer noch die weiße Familie mit Eigenheim, zwei Autos und Bausparvertrag”sehen. Und man eben annimmt, dass Mama eh Zuhause ist und die Kinder ja im Hof oder Garten spielen können. Über die “Männeridee”, dass Kita geschlossen bleiben schreibt die Zeit.

Wer sich schon vor Corona mit dem Ex-Partner über die Betreuung des Kindes nicht einig geworden ist, für den ist die Ausnahmesituation der Pandemie eine noch größere Herausforderung und die Verunsicherung groß. Im Tagesspiegel gibt es Empfehlungen, ab wann ein Umgang temporär ausgesetzt werden kann und sollte.

Das Konzept von Gleichberechtigung ist komplex, schreibt The New Yorker. Bedeutet Gleichberechtigung automatisch Gleichbehandlung? Was ist eigentlich der Maßstab, mit dem wir uns in unseren Familien verhalten? Ist es “equality”, also Gleichberechtigung, oder eher eine Art moralischer Kompass? Ein langer, aber sehr lesenswerter Artikel.

Den Druck rausnehmen, vor allem beim Home-Schooling: Es ist total ok, seine Kids nicht auf Spitzenleistungen zu trimmen, wichtig sogar! Mehr dazu lest ihr bei Vox.com.

Nochmal auf Englisch: In “The Cut” gab es eine sehr nahegehende Geschichte einer Gebärenden, die im Krankenhaus während der Pandemie von ihrem Neugeborenen getrennt wurde.

Nachdem wir letzte Woche schon viele kleine Labels mit Behelfsmasken vorgestellt haben, wollen wir für alle, die gern selbst nähen noch auf Rebecca von Elfenkind verweisen: Sie hat eine praktische DIY-Anleitung, inklusive Schnittmuster und Video, für euch. Hier lernt ihr, wie ihr in fünf Minuten eine Maske näht – in vier verschiedenen Größen!

Trinkt ihr auch gerade so viel Kaffee? Bei Vogue gibts ein einfaches Rezept für einen ziemlich leckeren, fluffligen Kaffee-Trend, den man einfach zu Hause nachmachen kann.

Ein ganz netter Reminder: Kinder sind Entdecker und lernen täglich, auch wenn sie nicht zur Schule oder in die Kita gehen. Wie man sie dabei unterstützen kann, lest ihr in Motherly.

Ökonom*innen des Deutschen Instituts für Wissenschaftsforschung (DIW) fordern ein Corona-Elterngeld. Hier gehts zur Pressemitteilung.

Wir wünschen euch eine gute Woche und weiterhin viel Durchhaltekraft!

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