Mama Monday – Elternzeit als Einbahnstrasse, “Alles-Schaffen” als neoliberale Idee und #keinepreisefürgewalt

27. January 2020 | in Familie | Mama Monday | Vereinbarkeit

Während Isabel in Paris die spannendsten neuen Kollektion der Kindermodemesse Playtime erkundet, könnt ihr schon mal lesen, was es letzte Woche so an interessanten Inhalten gab. Es wurde wieder viel diskutiert über den Dauerbrenner Vereinbarkeit, Elternzeit und Mutterschaft. Wir haben aber auch ein leckeres Rezept für euch!

Der Dokumentarfilm “Die Elternschule” ist für den Grimme-Preis nominiert. Wie bitte? Das dachten wohl viele, denn schnell entstand der Hashtag keinepreisefürgewalt (zum Beispiel bei Geborgen Wachsen). Denn der Film zeigt höchst problematische “Erziehungsmethoden”, stellt kleine Kinder als manipulierende Egoisten dar und zeigt physische und psychische Gewalt an Kindern. Das allein spricht dem Film ja nicht seine Daseinsberechtigung ab – wäre auch nur ein Hauch kritischer Reflexion seitens der Filmemacher dabei. Leider hat man das Gefühl die Filmemacher haben sich nicht wirklich für das Thema interessiert und zeigen unhinterfragt einen Erziehungsstandard, der mehr als gestrig ist. Das hat bei Erscheinen des Films eine Diskussion ausgelöst. Zu Recht rät sogar der deutsche Kinderschutzbund vom Film ab. Denn leider ist gewaltfreie Erziehung vielerorts noch lange nicht Standard und der Film vermittelt Eltern, sie könnten hier etwas lernen über ihre Kinder und Erziehungsmethoden – er “kultiviert” Gewalt gegen Kinder und hat deshalb sicherlich keinen Preis verdient.

Im Standard lesen wir ein Interview mit einer Expertin zum Thema Vereinbarkeit. Frauen würde, was Vereinbarkeit angeht, die Verantwortung zugeschoben. Und: “Diese Erzählung, nach der Frauen Beruf und Familie schaffen müssen, bringt einen Teil der Frauen dazu, sich ganz auf das Kind konzentrieren zu wollen, wenn es mit der Vereinbarkeit nicht so klappt.” Es sei eine neoliberale Idee, dass Frauen alles schaffen müssen.

Der Spiegel berichtet über Studien, die erforschen wie es Frauen geht, die abgetrieben haben. Der Hauptgrund für Frauen mit ihrer Entscheidung zu hadern sei demnach die gesellschaftliche Ächtung. Trotzdem sind sich 99 Prozent im Nachhinein sicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Geschlecht ist eine wirkmächtige Kategorie, und leider erleben das auch unsere Kinder viel zu früh. Wenn Jungs in der Kita “lernen”, dass Röcke nur für Mädchen sind zum Beispiel. In der Zeit schreibt ein Papa über die nicht stereotypkonformen Ambitionen seiner Söhne einen Rock in die Kita anzuziehen. (Für Abonnenten).

Nochmal für Zeitabonnenten: Caroline Rosales erzählt, wie es ihr mit ihrer dritten Schwangerschaft geht und warum sie findet, dass die Elternzeitgesetze “für Frauen eine staatlich subventionierte Einbahnstraße” sind.

Auf der anderen Seite: In der New York Times erzählt eine Mama, wie es war nach sechs Wochen (!) wieder arbeiten zu gehen (30 Stunden die Woche) und über die “push” und “pull”-Dynamik ; die Freiheit zu genießen ohne das Baby zu sein und plötzlich keine Sekunde mehr warten zu können, sein Kind wieder in den Arm zu nehmen.

Ich mag ja Blechgerichte! Einfach alles zusammentun, in den Ofen – fertig! Ähnlich wie One-Pot-Gerichte sind sie sehr Alltags-tauglich. Ohhhmhhh hat ein tolles Rezept für warmen Wintersalat mit Zitronen-Tahin-Sauce für uns. Zugegeben nichts für mein Kind, aber der bekommt dann eben mal ein Butterbrot.

Eine Radiosendung vom NDR zum Thema Fifty/Fifty: Zwei Elternpaare erzählen hier, wie sie sich den Haushalt und die Kinderversorgung aufteilen und welche Tricks dabei helfen (in weiteren Folgen geht es um Paarzeit, die 30-Stundenwoche und Karriere machen trotz 50/50).

Wir wünschen euch eine gute Woche!

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