Mama Monday – die neue Kaiserschnittleitlinie, vom Mythos der “natürlichen Mutterschaft” und das Versagen des Schulsystems

15. June 2020 | in Mama Monday

Es geht in Laufschritten auf die Ferien zu. Fast ein wenig seltsam, ist man doch schon gefühlt seit Monaten in einer Art Dauersendung Zuhause-Sein. Die Welt da draußen steht weiterhin Kopf und trotzdem richtet man sich irgendwie im neuen Normal ein. Und auch unser Mama Monday ist wieder da – los gehts mit unseren Lieblingslinks der letzten Woche:

Vor Kurzem haben auch wir über die Mängel im Familienrecht geschrieben. Darüber, dass Familienichter, Verfahrensbeistände und Gutachter wenigen Standards unterliegen. Im Fall von Kindesmissbrauch kreidet auch der Jurist Ludwig Salgo fehlende verbindlichen Standards an, dass es keine spezielle Ausbildung zum Familienrichter gibt und diese “nach Gefühl” entscheiden würden. Im Spiegel.

Dass Männer sich genauso gut wie Mütter um Babys kümmern können, schreibt Susanne Mierau: “Das Hormon Prolaktin, das wir insbesondere in Zusammenhang mit der Milchbildung kennen, kommt auch bei Männern vor und unterstützt das Pflegeverhalten. Ist das Baby auf der Welt, sprechen Väter wie Mütter mit einer höheren Stimme und besonderen Sprachmelodie, die es dem Kind erleichtert in Kommunikation zu kommen. Auch Väter haben den Impuls ein weinendes Baby auf den Arm zu nehmen, müssen ebenso wie Mütter das Wickeln erst einmal lernen und sind ebenso wie Mütter am Anfang unsicher, wie genau ein Baby z.B. in einer Babytrage getragen wird.” Warum halten wir aber so an der “Alleinumsorgerin Mutter” bzw. “natürlichen Mutterschaft” fest? Absolute Leseempfehlung!

Es klingt irgendwie verrückt: Erst jetzt wurde eine medizinische Leitlinie für Kaiserschnitte eingeführt. Momentan liegt die Kaiserschnittrate in Deutschland bei 29,1 %. Die WHO empfiehlt 10%. Es wurde wirklich Zeit für eine Kaiserschnittleitlinie, das Motto: So oft wie nötig und so selten wie möglich. Mehr erfahrt im Artikel der Süddeutschen.

Im Spiegel erzählen nicht-weiße Eltern über ihren Erfahrungen mit Rassismus in Deutschland und wie sie versuchen ihre Kinder davor zu schützen. Das ist teilweise ziemlich schockierend, interessant und auch traurig. Auch Rebecca Lina von Elfenkind Berlin ist dabei!

Pflanzt und sät ihr auch gerade so viel? Für die Kids ist das so richtig spannend und ich habe mich tatsächlich schon nach passenden Bücher umgeschaut. Geborgen Wachsen hat eine klasse Auswahl.

Eine schwarze Mutter in den USA erzählt, warum es sie besonders bewegt hat, dass George Floyd in den letzten Sekunden seines Lebens “Mama” rief. “To me, “mama” is a word that makes the sun shine through the darkest storm.” Traurig und bewegend. Bei CBC Parents.

Das Schulsystem hat in während der Pandemie versagt, liest sich ein Kommentar im Spiegel. Es sei nirgendwo in Deutschland jemandem schwerer gefallen sich flexibel und kreativ auf die Krise einzustellen. Wir müssen leider zustimmen.

Wie kann man Kinder davor schützen, ihre Körper gesellschaftlichen Idealen zu unterwerfen? Es gäbe sogar 5-Jährige, bei denen Essstörungen diagnostiziert werden. Der Schlüssel liege im Umgang mit dem eigenen Körper und was wir vorleben (wie so oft). Ein sehr interessantes Interview im Süddeutsche Zeitung Magazin (hinter einer Paywall).

Wir wünschen euch eine gute Woche!

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