Mama Monday – Chancenungleichheit für Mütter, wie man gute Jungs erzieht und das Ende der Kernfamilie

09. March 2020 | in Mama Monday

Liebe Leser*innen! Es war wieder eine intensive Woche, und während Kinder im Meer ertrinken und hungernde und frierende Familien an den EU-Außengrenzen oder auf griechischen Inseln verzweifeln, dreht sich die Welt, brutalerweise, einfach weiter. Deshalb gleich hier: Die Caritas Österreich bereitet Hilfspakete für Geflüchtete in Griechenland vor. Es ist der berühmte Tropfen auf den heißen Stein, aber auch der macht schon einen Unterschied. Hier gehts zur Aktion. Und hier lest ihr unsere Mama Monday-Links:

Für Frauen eigentlich keine Neuigkeit, nun aber wenigstens wissenschaftlich bestätigt: Mütter werden weniger zu Bewerbungsgesprächen eingeladen als Väter, das besagt eine Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung. Für die Studie wurde auch ein Berufsfeld gewählt, in dem ungefährt gleich viele Frauen und Männer arbeiten, damit die Ergebnisse auch aussagekräftig sind. In der Zeit.

Auch die FAZ schreibt über die neue Studie: “Väter hui – Mütter pfui”. Man sollte, um die Diskriminierung zu verhindern, private Details wie Elternschaft, Familienstand nicht mehr in Lebensläufen erwähnen dürfen – in vielen Ländern schon längst Standard übrigens – und hier auch wirklich überfällig.

A Cup of Jo hat die schönsten und interessantesten Leser*innen-Kommentare über Elternschaft veröffentlicht. Es sind ein paar wirklich wahre, berührende und spannende dabei! (Auf Englisch)

Nachdem Westwing-Gründerin Delia Lachance aus dem Vorstand ihrer Firma zurücktreten musste, um in den Mutterschutz und in Elternzeit zu gehen, wird diskutiert. Auch Unternehmerin Verena Pausder hat dazu etwas geschrieben. Was uns nur verwundert ist, dass keiner über die Männer spricht. Die können ja de facto dann auch nicht in Elternzeit gehen, außer sie träten zurück. Die Gesetze müssen sich für alle ändern, nicht nur für Frauen.

Wie kann man seinen Sohn zu einem anständigen Menschen erziehen, in einer Welt, in der Männer so “schlecht sein können”, fragt sich ein Papa in “The Outline”. Sein Fazit: “In order to be a good person, my son will need to be in touch with his emotions!”. Ein schöner, differenzierter Artikel (auf Englisch).

Wann ist wieder Elternabend? Was müssen wir einkaufen? Eine Radiosendung von DeutschlandFunk Kultur gibt Tipps, wie man die Arbeit zu Hause fairer aufteilen kann. (#mentalload)

Zum Thema Care-Arbeit: Produktiv ist man heutzutage nur, wenn man Essen kocht und es dann verkauft. Wer kostenlos Essen für seine Familie kocht, existiert in der Volkswirtschaft nicht, dabei ist (kostenlose) Sorgearbeit Teil der Wertschöpfungskette, schreibt die SZ.

Und wenn man es sich besser aufteilt, müssen wir Frauen natürlich auch akzeptieren, dass er Dinge anders macht. “But I can say that in the past few years, we have stopped worrying so much about the right and wrong way to keep house.” Hat wohl ihre Ehe gerettet bzw. zumindest das Streitpotenzial gravierend verringert. In der New York Times.

Statt sich auf die vielen neuen (komplexen) Familienkonstellationen einzustellen, hält die Politik stur am Modell der Kernfamilie fest und diskriminiert damit wahnsinnig viele Familien. Das muss sich ändern, schreibt die Zeit.

Südkorea hat die weltweit niedrigste Geburtenrate. Aus Protest gegen die patriarchalen Strukturen und weil Frauen mit Kind nichts anderes übrig bleibt, als Zuhause zu bleiben, schaffen sich junge Frauen lieber Hunde an, als ein Baby zu bekommen. Gefunden bei Spiegel Online.

Dass Männer vorm Familiengericht benachteiligt werden war lange die Annahme und Realität, und das war sicherlich ein Missstand, der behoben werden musste. Leider scheint das Pendel nun aber in die andere Richtung zu schlagen, vor allem wenn es um Gewalt geht. “But the balance of evidence points to a system that is biased against abused women and children, not innocent, falsely accused men.” Mehr im Guardian.

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