Läuse: Symptome, Ansteckung, Behandlung

22. February 2018 | in Alltag | Familie | Food & Beauty

Wir hatten also Läuse – wie die oder der andere vielleicht schon in unserem Podcast gehört hat. Und was soll ich sagen: Es war nicht schön.

Vielmehr: Es war ein Massaker.

Das hatte sicher vordergründig damit zu tun, dass mein Kind einfach per se beim Thema Wasser auf und über dem Kopf, in seinen Augen, Ohren und dem Mund keinen Spaß versteht. Denn: Eigentlich ist die Prozedur zwar nervig und aufwenig, aber mehr eben auch nicht.

Ehe ihr aber bei Verdacht auf Läusen nun gleich in die Apotheke rennt und nach einem Shampoo Ausschau haltet, überprüft erst einmal, ob eure Kinder und ihr selbst wirklich Läuse habt. Vorzubeugen bringt nämlich nichts und das Prozedere respektive die Anti-Läuse-Mittel sind dann doch zu aggressiv, als dass ihr sie ständig über die Köpfe eurer Kinder oder den eigenen kippen wollt.

Der erste Schritt ist also, sich den vielleicht befallenen Schopf anzuschauen. Am besten mit einem Läusekamm. Den gibt es zum Beispiel in der Apotheke zu kaufen. Recht überzeugend finde ich dieses Modell hier, weil auch eine Lupe mit dabei ist:

Bei uns gab es diesen Zwischenschritt nicht, weil ich trotz Warnung in der Kita nicht regelmäßig nachgeschaut habe, sondern erst, als das große Jucken begann. Das kann mitunter übrigens dauern und erst vier bis sechs Wochen nach Befall einsetzen.

Ich bin also gleich in die Apotheke, um ein Präperat zu kaufen. Freundinnen empfahlen dieses hier und dafür habe ich mich dann letztlich auch entschieden. Das Präperat mag tendenziell teurer sein als andere, muss dafür aber auch nur kurze Zeit einwirken (laut Hersteller nur 10 Minuten) und kann danach wieder ausgepült werden (im Unterschied zu solchen Präperaten, die die ganze Nacht einwirken müssen).

In unserem Fall war das Läuse-Mittel kein Shampoo, sondern eine Lösung, die es auf das trockene Haar aufzusprühen und einzumassieren galt. Danach ist das Haar übrigens so nass und so glitschig, dass man relativ easy mit dem beigelieferten Läusekamm Strähne für Strähne nach Nissen und Läusen durchsuchen kann, um die dann wiederum auszukämmen.

Das Auskämmen kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Wenn die Kinder zu klein oder zu ungeduldig sind, ist dieser Moment sicher ein legitimer, irgendein Video zur Ablenkung anzustellen.

Bei uns ging das ganz gut ohne, ich hätte mir eher für den Schritt danach etwas gewünscht, mit dem ich meinen Sohn hätte ablenken können.

Irgendwann muss das Zeug ja nämlich wieder raus und zwar mit Wasser und Shampoo. Im Idealfall behandelt man die Haare anschließend mit einer Pflege, ansonsten sehen sie danach nämlich ganz schön malträtiert aus. Meine Haare waren noch einige Zeit nach der Behandlung total trocken und meine Kopfhaut gereizt, bei Julius das gleiche Spiel.

Übrigens gilt es, die Anwendung nach einer Woche noch einmal zu wiederholen – um auch wirklich alles vom Kopf zu tilgen, was sich beim ersten Mal vielleicht noch zu retten wusste – und auch um etwaigen Kita-Epidemien den Gar aus zu machen.

Parallel dazu wird empfohlen, Decken, Handtücher, Kuscheltiere zu waschen. Wobei strittig ist, ob so eine Laus sich darüber tatsächlich überträgt, bzw. wie lange so eine Laus darauf überlebt. Das Robert-Koch-Institut schreibt dazu folgendes:

Da Kopfläuse sich sehr gut an die gleich bleibenden Bedingungen am menschlichen Kopf angepasst haben (Temperaturoptimum um 28–29°C), werden sie getrennt vom Wirt durch fehlende Blutmahlzeiten relativ schnell geschwächt und überleben bei Zimmertemperatur in der Regel nicht mehr als 2 Tage, im Ausnahmefall 3 Tage.

Ich habe trotzdem alles, was in Kontakt gewesen hätte sein können, einmal durchgewaschen und alles andere (Wollpullis, Schal, Mütze, Kuscheltiere) für ein paar Tage im Tiefkühler geparkt. Das hilft übrigens auch bei Motten ganz wunderbar.

Die Alternative: Der Läuse-Salon

Weil das alles so ein riesen Aufwand ist (zumal zwei Mal exerziert) habe ich zwischendurch durchaus sehr intensiv darüber nachgedacht, ob ich das Thema auslagern soll. In unserem Nachbarkiez gibt es nämlich seit einiger Zeit einen Salon, in dem nichts anderes getan wird, als von Läusen befallene Köpfe zu behandeln.

Dahinter verbirgt sich eine Kette, die noch dazu damit wirbt, keine Chemie einzusetzen, nur eine Wärmebehandlung.

Auf der Website heißt es außerdem, im Unterschied zu den konventionellen Mitteln aus der Apotheke, müsste die Anwendung nur einmal passieren und nach ca. eineinhalb Stunden sei man wieder Läusefrei.

Der Haken: Das Ganze ist nicht ganz billig. Kurze Haare werden für knapp 80 Euro behandelt. Wer lange Haare hat, muss 120 Euro auf den Tresen legen.

Wir waschen hier also erst Mal selbst weiter (vielleicht mit dieser Plastikvorrichtung für das arg vom Wasser gestresste Kind), wenn es noch einmal Läuse geben sollte. Eine Freundin, die Hebamme ist, hat mir gleich zu Beginn der persönlichen Läuse-Apokalypse gesagt, dass das mit den Läusen ja noch jedem passiert ist.

So. Hattet ihr schon mal Läuse?

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